Was kann ich machen, Pferd?

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5 Antworten

Wenn du selber keine Erfahrung mit Bodenarbeit hast, würde es dir nach meiner Einschätzung auch wenig helfen, wenn du ohne die Unterstützung eines "Profis" oder eines "Pferdemenschen" vor Ort alleine nach irgendwelchen gelesenen oder mal kurz auf Video gesehenen Bodenarbeitslektionen mit ihm "arbeitest".

Eigentlich ist jeglicher Umgang mit dem Pferd schon eine Form von Bodenarbeit und hier solltest du dich meiner Meinung nach schon mehr "anleiten" lassen.

Dass es kurz nach dem Kurs geklappt hat und dann nicht mehr, liegt meiner Meinung daran, dass das Pferd wohl weiß, was von ihm verlangt wird und er das brav abspult. Es fehlt ihm aber der "richtige Input" von dir.

Bodenarbeit hat immer auch was mit Körpersprache und -Spannung zu tun. Stehst du falsch oder strahlst mit deiner Körperhaltung die falschen Signale aus, bringt das nicht viel (in deinem Fall hast du ein schlaues und soweit sogar ganz kooperatives Pferd, das weiß, was von ihm gefordert ist, es aber nur "abspult" und dich dabei nicht wirklich ernst nimmt.

Das Pferd ist noch jung, gerade in einem Alter, wo es auch gerne noch mal austestet, wieweit er beim Menschen gehen kann.

Meiner Meinung wäre es am besten, du würdest das Pferd wieder zurück auf den ersten Hof stellen - dort wird das Pferd offenbar auch während deiner Abwesenheit noch "erzogen", so dass es so lange er dort war, noch brav war. In dem neuen Stall scheint ihm niemand die Grenzen aufzuzeigen und deswegen benimmt er sich so, wie  er sich jetzt benimmt.

An deiner Stelle würde ich mit den Gegenmaßnahmen auch nicht zu lange warten; je länger sich das Verhalten des Pferd "festigen" kann, desto schwieriger wird es (auch für jemanden, der sich mit Pferdeerziehung auskennt), das wieder wegzukriegen.

Meiner Meinung nach wird heutzutage viel zu viel selbst an den Pferden "herumgebastelt". Da mal ein Buch, dort mal ein paar Informationen aus dem Internet und los geht's. Die Arbeit mit Pferden sollte aber immer Situationsbezogen erfolgen und das kann eine statische Anleitung wie ein Buch/Video, was ja immer nur eine bestimmte Situation abbildet, meiner Meinung nach nicht leisten.

Manche Pferde sind so brav, dass sie einem solche "Selbstversuche" nicht allzu krum nehmen und erstaunlicherweise trotzdem noch handelbar bleiben. Bei vielen Pferden verselbstständigt sich dann aber die Entwicklung und hinterher hat man dann aber ein Pferdchen, mit dem man nicht mehr zurecht kommt oder gar Angst vor ihm hat. Ich sage nicht, dass das auf dich auch zutreffen muss, aber dadurch dass mein Pferd in einem Trainings- und Ausbildungsstall steht, bekomme ich wirklich sehr viel mit, was der Mensch an seinem Pferd alles versauen kann und ich wundere mich dann wirklich sehr darüber, wenn man mitkriegt, wie lange die Leute warten, bis sie sich wirklich die Hilfe eines Fachmanns holen. An den Punkt, sich wirklich selbst um derartige Probleme kümmern zu können, muss man erfahrungsmäßig erstmal kommen. In der Regel sind viele - wenn nicht gar die meisten - Pferdebesitzer gerade beim ersten Pferd erstmal nicht dazu in der Lage.

Natürlich werden die Kosten für die Haltung eines Pferdes dadurch teurer, aber ich bin der Meinung, dass man dieses Geld investieren sollte, wenn man Spaß an seinem Hobby haben möchte und das ganze auch in einer gewissen Sicherheit ausüben möchte. Ein steigendes oder durchgehendes oder sich nicht sicher führen lassendes Pferd stellt schließlich eine größere Gefahr für sich und die Allgemeinheit dar, als es ein braves und gut erzogenes Pferd ist.

Ein gut ausgebildetes Pferd kann auch mehr Freiheiten genießen, als ein schlecht erzogenes, also dient eine gute Erziehung letztlich auch dem Pferd selbst.

Schlussendlich macht ein gut erzogenes Pferd auch dem Reiter mehr Spaß, man kann so auch von einem jungen Pferd sehr viel lernen.

Ich gebe dir diesen Rat aus eigener Erfahrung, weil ich mir mit relativ wenig Erfahrung ein eigenes Pferd gekauft hatte, dieses zunächst in einem kleinen Privatstall stand, wo ich nicht so viel Unterstützung bekommen habe, wie ich eigentlich gebraucht hätte. Wir haben dann den Stall zu einem Ausbilder gewechselt, der sich - zugegebenermaßen ziemlich langfristig - um unser Pferd und uns gekümmert hat. Hier konnte das Pferd sehr viel lernen und wir auch. Wichtig ist einfach, dass man eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Pferden bekommt, die wirklich auch ausgestrahlt wird und nicht nur "vermeintlich" ist. Pferde spüren sowas nämlich.

Ich bereue es auch nicht, dass ich mich und mein Pferd in diese Obhut gegeben habe, weil ich, wenn ich Reiter- und Pferdebesitzerkollgen in meinem Bekanntenkreis oder auf Stammtischen so zuhöre, teilweise wirklich nur "Horrorstories" über die Pferde zu hören bekomme und dann feststellen muss, dass selbst ein günstiger Einstellplatz für das Risiko, was man teilweise beim Umgang/Reiten mit so einem Pferd eingeht, meiner Meinung nach immer noch zu viel ist, um diese "Fehlbildung" zu entschuldigen.

Also bitte, tut dir und dem Pferd einen Gefallen: such dir in allen anfallenden Fragen und Problemen wirklich jemanden vor Ort, der dir helfen kann. Dieser ist in der Lage, das Pferd und dich und die jeweiligen Reaktionen auf den anderen zu sehen und zu korrigieren und dir dann auch zu sagen, wo du noch etwas verändern muss.

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Bei diesem Pferd sollte die ganze Zeit jemand neben dir stehen und dich anleiten. Egal wer dir dieses Pferd richtet, in deiner Hand wird er wieder versaut - nicht beleidigt sein, aber es scheint so zu sein.

Du hast dir ein sehr junges Pferd gekauft - so wie du schreibst, bist du noch relativ unerfahren, dein Pferd relativ schlau, der erkennt genau das er dich nicht für voll nehmen kann.

Lass nochmal einen guten Pferdemenschen kommen und lerne mit ihm. Ich kenne keine Übungen die man beim Horsemenship abarbeiten könnte, ich kenne nur Aktion und Reaktion.

Wie alt bist du - ich schätze so um die 15?

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das pferd ist unterfordert und sollte konsequenter ausgebildet und auch dabei gefordert weren.

einmal die woche sollte ein profibereiter sich draufsetzen und mit der ausbildung fortfahren. du brauchst regelmässig unterricht.

und das beissen und knabbern... dem burschen gnötscht das zahnfleisch. der ist grad dabei die äusseren zangen zu wechseln und hat schmerzen. du könntest ihm das zahnfleichs massieren.

jedenfalls soll der pferdezahnarzt mal schauen, ob die bleibenden so aussehen, wie sie sollen.

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Kommentar von Heklamari
04.06.2016, 08:14

Wenn er zahnt,  braucht er knabberhölzer z.b. obstbaumzweige, weide, auch mal Fichte.

Wer er dich anknabbert  braucht er ein NEIN und stampfe auf, mache rabauken auch mal ne watschen.

Laß dir helfen!

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heii ich hätte eine frage :) wv mal die woche kommst du zu ihm ? hat er bodenarbeit schonmal gemacht? hast du Erfahrung mit pferden?

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Kommentar von yylime
15.06.2016, 16:22

Ich gehe jeden Tag zu ihm, Bodenarbeit kenne ich nur ZIrkustricks führen, spazieren, putzen, longieren

Ich reite schon seit 8 jahren, jedoch nicht mit Bodenarbeit. Wir lernten zwar von Anfang an wie man ein Pferd putzt und es richtig sattelt, hatte auch als Anfänger 1 jahr an der Longe. Jedoch wurde hauptsächlich BAhn/Dressur geritten, springen wurde nur für Retiterpass und Reiternadel gemacht ein paar Monate davor in einer Zusatz Stunde. Selbst Ausreiten waren wir nicht so oft.

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Kommentar von Ellwa
15.06.2016, 16:26

habt ihr bodenarbeit kurse? würde dir dann raten da mal mit deinem pferd mitzumachen . Eventuell ist dein wallach unterfordert unternehme mal verschiedene sachen :) bringe ihm tricks bei wie steigen , sitz , flehmen gibts alles auf youtube ;)

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Vielleicht ist er unterfordert? Oder er kommt mit dem neuen Platz nicht zurecht?

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