Was kann ich gegen diese ständig wiederkehrende Trauer tun?

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5 Antworten

Hey!
Es tut mir sehr Leid zu lesen, was dir Schlimmes passiert ist.

Ich bin 54 Jahre alt und habe zwei fast erwachsene Kinder. Ich habe jahrelang mit einer Therapeutin für Kinder und Jugendliche zusammengearbeitet und weiß, dass du ein fürchterliches Trauma erlitten hast.
Rede das nicht klein! Es ist egal, wie schlimm es anderen geht. Das macht dein Unglück nicht kleiner! Man braucht seinen Vater, nicht nur, wenn man sechs Jahre alt ist. Und man braucht seinen Bruder, den man als zur Familie gehörig kennt. Es ist nicht zu verkraften, wenn man beide so plötzlich verliert.

Du schilderst Symptome, die zu einem "Posttraumatischen Belastungssyndrom" gehören. Ein Syndrom ist eine ganze Sammlung verschiedener Symptome. Posttraumatisch bedeutet, dass man dieses Syndrom nach einem Trauma, also nach einem schweren körperlichen und/oder seelischen Schock entwickelt.
Dein fast unstillbares Weinen und vieles Nachdenken über deinen Verlust sind Anzeichen für solch ein Belastungssyndrom.
Und es ist nicht verwunderlich, dass das erst jetzt so besonders stark wird. Du bist 14, also in einem Alter, in dem du dir bewusst machen kannst, was es bedeutet, deinen Vater und Bruder nie wiederzusehen. Das ist ein Aspekt des Geschehens, den du mit sechs Jahren noch gar nicht richtig verstehen konntest. Und du wirst damals einen großen Teil deines Schocks verdrängt haben. Du hast ja sicher nicht als Einzige getrauert. Wie ging und geht es deiner Mutter? Wie deinen Geschwistern, falls du noch welche hast? Und Großeltern und Tanten und Onkeln - also all jenen, die auch trauern?

Kinder haben die Fähigkeit, ihre eigenen Bedürfnisse zu verdrängen, wenn sie den Eindruck haben, dass die Erwachsenen damit überfordert sind. Ich nehme an, dass du das Ausmaß deiner Trauer damals nicht gezeigt hast, weil deine Mutter und die anderen schon so traurig waren, dass du das nicht noch schlimmer machen wolltest. Einmal, weil sie dir Leid taten, und zum anderen, weil du sie wieder fröhlich erleben wolltest. Du brauchtest doch die Normalität, die so schnell so schrecklich kaputt gegangen war.
Und was schreibst du hier? Du bist verschlossen und willst niemanden mit deinen Problemen belasten. Siehst du! Das ist das Kind in dir, das irgendwie weiter funktioniert, egal, wie es ihm geht.

Aber jetzt ist die Zeit gekommen, dich deiner eigenen, noch völlig unverarbeiteten Trauer zuzuwenden.
Und das musst du unbedingt tun! Sie wird dich sonst dein Leben lang begleiten. Vielleicht entwickelst du Ängste, deinen späteren Lebenspartner zu verlieren oder deine Kinder. Diese Ängste würden jede Beziehung belasten. Und ganz abgesehen davon soll es dir jetzt besser gehen! Was du da schilderst, ist doch nicht auszuhalten!

Liebe Elley, such dir Hilfe! Du solltest eine Therapie machen. Dann kannst du mit einem Menschen, den deine Vergangenheit nicht belastet, völlig offen nur über deine eigenen Gefühle sprechen, ohne ihn schonen zu müssen. Du glaubst gar nicht, wie wunderbar das hilft! Das nennt man Trauerarbeit. Man muss ausreichend über einen Verlust trauern, dann kann man ihn verwinden. Du wirst immer bedauern, dass du deinen Vater und deinen Bruder so früh verloren hast, aber es wird nicht mehr so wehtun, es wird nicht mehr so übermächtig sein und du wirst es aushalten können.

Du selbst kannst bei irgendeinem Therapeuten anrufen, es muss nur jemand sein, der auf Kinder und Jugendliche spezialisiert ist. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Dieser Therapeutin (oder diese Therapeutin) darf mit niemandem, auch nicht mit deiner Mutter, über das sprechen, was du ihm erzählst. Für alles, was er weitergibt, braucht er deine Erlaubnis.

Sprich mit deiner Mutter darüber, dass du Hilfe brauchst. Und wenn sie damit nicht umgehen kann, weil sie vielleicht selbst solche Probleme mit dem Thema hat, wende dich an einen anderen Verwandten. Oder direkt an einen Therapeuten, der dir hilft, mit deiner Mutter zu reden.

Ich wünsche dir ganz viel Mut und Kraft und nehme dich in Gedanken in den Arm! Such dir Hilfe, bitte, du brauchst sie ganz dringend!

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rede aufjedenfall mit einer guten Freundin drüber, wenn du Frust in dir behälst zerstört er dich nur noch mehr denke nicht dass es anderen schlimmer geht, jeder hat sein eigenes leid und es gibt immer jemanden dem es schlimmmer geht. Aber wenn du willst kannst du mir auich gerne auf kik schreiben.

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Hallo Elley,

ich würde mir nicht sagen wollen, dass andere schlimmer dran sind als ich, denn jeder nimmt Schmerz und das Gefühl von Glück anders war. Jeder von uns hat eine andere Art von Wahrnehmung.

Besuche die Gräber deiner Liebsten, bleibe stehen, versuche Ihnen was zu sagen ... und sicherlich sind sie dir auch in keiner Weise böse, wenn du einfach nur weinst und an sie denkst.

Stelle ein paar Bilder in deinem wohnlichen Umfeld auf, um dich immer noch mit Ihnen verbunden zu fühlen.

Man kann Schmerzen nicht reparieren, aber es hilft darüber nachzudenken, sich an die Seiten zu erinnern, die diesen Menschen für dich erinnernswert machen. Das Gefühl dadurch alleine zu sein, wird niemals ganz entschwinden, aber es hilft mit der Situation besser zurecht zu kommen.

Wünsche dir viel Stärke!

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Trauer vergeht. Jede Wunde braucht Zeit um zu heilen. Egal ob seelisch oder körperlich. Hysterische Heulkrämpfe sind schrecklich, da hilft nur Ruhe bewahren und auf das hier und jetzt konzentrieren. Schau nach vorne nicht zurück. Viel Erfolg bei der Verarbeitung deines Traumas

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Schließe dich einer Trauergruppe an, da sind Menschen die verstehen wie du dich fühlst, weil sie gleiches durchgemacht haben.

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