Was kann ich gegen die Blockade machen, mich nicht öffnen zu wollen?

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4 Antworten

Du hast eigentlich shcon erkannt, wo das eigentliche Problem liegt. Du Willst nicht.

Jetzt heißt es daran arbeiten.. Eine gewisse Blockadehaltung ist gegenüber Fremden einfach generell vorhanden.

Wenn es jedoch innerhalb einer persönlicheren Beziehung immernoch der Fall ist, dann wäre Schritt 1 zur Rettung besagter Beziehungen über dein "Problem" zu reden. Wenn man darüber Bescheid weiß, kommt man in der Regel auch besser damit zurecht.

Schritt 2 ist dann schwieriger. Du musst dich selbst davon überzeugen, dass du dich wirklich ändern möchtest, sonst passiert nichts;) Wenn du diesen Schritt geschafft hast, dann taste dich da in kleinen Schritten an. Zum Beispiel kann man Briefe schreiben (auch wenns jetzt bescheuert klingt), da Personen wie dir (und mir) das Schreiben oftmals leichter fällt.

Dann sind Situationen wichtig, in denen du einfach mal über deinen Schatten springst, man kann dir nicht von außen helfen diesbezüglich. Du solltest in dem Fall - so unangenehm es dir auch ist - ein Stück deiner Persönlichkeit offenbaren.

Zuletzt bleibt die Frage wieso du blockierst. Hast du Angst vor einem negativen Feedback? Das ist ein Risiko, was man eingehen muss, wenn man eine ehrliche persönliche Beziehung aufbauen möchte...

987abc 17.03.2012, 23:01

Hey,

danke für deine Antwort.

Mir kommt es so vor, dass umso näher ich jemanden kenne, umso weniger öffne ich mich. (z.B. Einer Bekannten (ich kannte sie nicht einmal 48h) konnte ich besser reden, als mit einer Freundin (ich kenne sie seit ca 3 Jahren und habe fast vier Monate gebraucht und meine Reaktion kam nicht freiwillig).

Kannst du dies nachvollziehen, oder ist es zu wirr?

Ich habe schonmal einen Brief geschrieben, wie du mir vorgeschlagen, nur habe ich ihn nicht "abgegeben", was denn Sinn aus der Aktion wieder herausnimmt.

Wieso blockiere ich? Ich weiß es nicht, obwohl ich oft darüber nachdenke.

lg

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Tilvur 18.03.2012, 01:03
@987abc

Moin! Deine zweite Frage richtet sich zwar nicht an mich, aber ich erdreiste mich mal, trotzdem meinen Senf dazuzugeben:

Sich Menschen, die man kaum kennt besser öffen zu kennen als sehr vertrauten, ist sehr viel häufiger als du vielleicht denkst- ich kenne das selber auch. Menschen, die einen nicht kennen, können einen auch kaum verurteilen, man kann sie nicht beunruhigen und muss auf deren Werte, Überzeugungen etc. keine Rücksicht nehmen, da man sie nicht kennt- man kann ihnen gegenüber also "frei von der Leber weg" reden.

Hinzu kommt, das Unbekannte oder kaum Bekannte keine Vorgeschichten kennen, sich also nur auf das beziehen können, was man ihnen unmittelbar erzählt- das ist sehr unkompliziert und sehr angenehm- zudem ist es jederzeit möglich, dass Gespräch zu beenden oder umzulenken, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt. Das ist bei engen Freunden oft sehr schwer, da sie einem nicht die "Macht" der Gesprächsgestaltung lassen, sondern nachhaken, Lösungen suchen etc.- kurz gesagt: Fremde sind "unkompliziertere" Gesprächspartner, die zulassen, das man sich nur auf das konzentriert, was man loswerden möchte.

Deine zweite Frage, warum du blockierst, kann ich dir kaum beantworten- ich hab dieselben Probleme gehabt wie du- bei mir lags daran, dass ich ein sehr sensibles und offenes Kind war, und in der Grundschule schnell jedermans Opfer war, was dazu geführt hat, dass ich jede Öffnung und Gefühlsäußerung lieber vermieden habe. Allerdings ist das kein unumkehrbarer Prozess- sich zu öffnen ist zwar oft unendlich schwer, mir hat es aber immer geholfen, mir vor einem Treffen mit einem Freund/einer Freundin konkret zurechtzulegen, was ich eigentlich gerne mal ausprechen würde und das auch dann zu tun, wenn mir in der Situation selber gar nicht mehr danach ist- Selbstüberwindung ist da das Stichwort. Ganz zu Beginn habe ich sogar Freunden Emails geschrieben mit kurzen Bitten wie: "Sprich mich morgen unbedingt auf Thema XY an."-< wenn sie das getan haben, war der Einstieg leichter- mit der Zeit wirds auch einfacher, wenn man die Hürde ein paarmal genommen hat. Heute habe ich diesbezüglich keine Probleme mehr. Vielleicht hilft dir der Versuch ja auch?

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Nun .... Psychoanalyse ... da glaubt das Denken (Analyse) das Fühlen (Psyche = Seele) kontrollieren beherrschen zu können. Naja, wenn du Lust dazu hast tue das ruhig. Manchmal kann es helfen dem Verstand eine Erklärung zu liefern (will der Verstand immer haben, denn machtgeil wie er ist, glaubt er, ohne ihn geht gar nichts.) Aber glaube dem Gedanken nicht unbedingt. Gedanken sind immer so logisch und rechthaberisch..... (Schau Dir nur mal die Beweisführung von "Teacher007" an) Ebenso ist Rechthaben das Programm des Verstandes. Willst du recht haben oder glücklich sein? Mein Rat: keine Omaanalyse, aber das Öffnen einfach mal über, das Risiko eingehen. Ein sicheres Fundament (sicheren Boden gibt es sowieso nicht) Also lass dich auf die "gemischten Gefühle" ein, die du hast, wenn du dich traust. Spring mit der Angst..... Auf dem % Meter Brett hilft es Dir auch nicht, wenn den "Grund" für deine Angst vor dem Sprung durch eine anale lyse Erfahren hast. Die Angst löst sich auf, wenn du die Erfahrung (Gefühl) gemacht hast, das es halb so schlimm ist. Der Verstand lernt durch Informationen/ Analyse, die Seele/Psyche/Gefühle lernen durch Erfahrungen. Erspare Dir die Couch - Lebe. Herzlich, N.

Das wichtigste dabei, ist zuerst ein Fundament zu legen, richtig?!

Ebenso verhält sich das in solchen Fragen.

Um die Lösung heraus zu finden muss man erst nach dem Grund forschen. Und das macht Psychoanalyse eben (zum Teil) langwierig.

"Mein Hals tut weh, Hr. Doktor. Warum? Ich habe *nichts gemacht, nur etwas Eis, vielleicht zu schnell gegessen. A-ha - - da liegt das Problem. Machen Sie folgendes und das wird innerhalb 3 Tagen wieder heilen"

Psychoanalyse funktioniert leider nicht so schnell und einfach - und schon gar nicht online, und in ein paar Worte erklärt.

Willst Du eine Lösung, ohne den wahren Grund zu kennen: dann kannst Du dich selbst dazu zwingen (= selber daran arbeiten) um schrittweise "aus dir heraus zu kommen", um offener zu werden - ABER ....das ist nur eine Notlösung.

Warum wäre es wichtig den tieferen Grund zuu erkennen/wissen?

Weil die Symptomatik immer wieder auftreten kann und wird - nur jeweils in einer sich veränderbaren Form.

Dauerhafte Lösung:

Such dir einen Psychoanalytiker vor Ort und geh der Sache auf den Grund.

Frag Dich, welche (unbewussten?) Ängste Dich plagen und dann überwinde Dich halt - wer nicht ins kalte Wasser springt, kann auch nicht schwimmen lernen.

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