Was kann ich gegen Angststörung tuen?

10 Antworten

Hallo Danie545,

was sollte Dich daran hindern, zum Arzt zu gehen? So lange Du keine gesicherte Diagnose hast, weißt Du ja nicht genau, was Dir fehlt und bekommst folglich auch keine Behandlung.

Als sehr wirkungsvoll gegen Angststörungen hat sich eine Kombination aus Medikamenten und einer Psychotherapie erwiesen. Es gibt verschiedene Arten von Therapien, wobei die sog. kognitive Verhaltenstherapie im Hinblick auf diese Erkrankung sehr hilfreich ist.

Bei dieser Therapie geht es darum zu erkennen, inwieweit Deine Angst durch bestimmte Gedanken und Verhaltensweisen entsteht und welche Änderungen dabei helfen können, die Spirale der Angst zu unterbrechen. Bei einer Angststörung ist es daher auf jeden Fall sehr wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Neuere Forschungen haben ergeben, dass es (neben den sog. Tranquilizern) auch ein sehr wirksames pflanzliches Mittel gegen Angst gibt: Lavendel. Es löst innere Anspannungen und verhilft auch zu besserem Schlaf. Es ist ein sehr gutes Präparat auf dem Markt, das einen speziellen Wirkstoff aus Arzneilavendel enthält (in der Apotheke erfragen; es macht weder abhängig noch tagsüber müde). Falls Du es mit diesem Präparat einmal probieren möchtest, sprich auf jeden Fall mit Deinem Arzt darüber!

Du kannst aber auch selbst einiges gegen Deine Ängste tun. Zum Beispiel ist das Erlernen einer Entspannungstechnik ein wirksames Mittel, um innere Spannungen, die durch die Angst entstehen, abzubauen. Bekannte Verfahren sind z.B die "Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen" oder auch das "Autogene Training". Einige Grundübungen zur progressiven Muskelentspannung kannst Du z.B. in dem folgenden Video erlernen:

https://www.apotheken-umschau.de/Entspannung/Video-Progressive-Muskelentspannung--Grunduebungen-zum-Nachmachen-31648.html

Manche versuchen, mit dem Verstand gegen die Angst zu halten. Sie sagen sich, dass es ja eigentlich nichts gibt, wovor sie Angst haben müssten. Doch durch Verstandesgründe lässt sich die Angst in der Regel nicht ausschalten. Manchmal ist es besser, sich der Angst zu stellen und sie zuzulassen.

Je mehr man sich dagegen wehrt, desto mehr besteht die Gefahr, dass sie sich verselbständigt. Besser ist es, mit jemanden, zu dem man Vertrauen hat und der über eine gewisse Reife und innere Stärke verfügt, über seine Ängste zu sprechen. Allein schon das Sprechen über die schlimmen Gefühle kann große Erleichterung bringen.

Auch das Führen eines Angst-Tagebuches kann helfen. Warum ist das sinnvoll und empfehlenswert? Nun, durch ein Angst-Tagebuch lernt man seine Ängste und die möglichen Auslöser besser kennen und kann so gezielter dagegen vorgehen. Wie Du ein solches Tagebuch führen kannst und welche Vorteile es sonst noch hat, kannst Du hier kennenlernen (dort findest Du auch eine PDF-Vorlage für ein Angst-Tagebuch):

http://raus-aus-der-angst.de/angst-tagebuch-basis-fuer-diagnostik-verhaltenstherapie/

Dann gibt es da noch eine simple, aber wirksame Methode zur Angstbekämpfung: das Singen. Studien haben nämlich gezeigt, dass man durch Singen Angst und Stress viel leichter bewältigen kann. Woran liegt das? Nun, beim Singen wird ein bestimmtes Hormon, Oxytocin, ausgeschüttet, das euphorische und zugleich auch beruhigende Gefühle hervorruft. Auch Glückshormone werden freigesetzt. Das Ganze kann man noch dadurch steigern, dass man nicht nur allein, sondern auch in einem Chor singt.

Natürlich hast Du ja nicht immer einen ganzen Chor zur Hand, wenn Dich mal wieder Angstgefühle plagen. Wie also könntest Du vorgehen? Suche Dir Dein Lieblingslied (evtl. auch ein Lied aus Deiner Kindheit), mit dem Du angenehme Gefühle verbindest und singe es immer dann, wenn eine angstauslösende Situation entsteht oder Du unter großem Stress stehst.

Je nachdem wo Du Dich gerade befindest, kannst Du jedoch nicht unbedingt laut singen. Das ist auch gar nicht notwendig, denn auch das leise Summen eines Liedes kann einen beruhigenden Effekt haben. Denke daran: Solange Du singst oder summst, ist es Deinem Gehirn gar nicht möglich, Angst zu produzieren! Probiere es doch einfach mal selbst aus und Du wirst Dich wundern, was das Singen (oder auch Summen) mit Dir macht!

Für jemand, der an Gott glaubt, kann auch der Gedanke hilfreich sein, dass er sich für uns und unsere inneren Empfindungen interessiert. Als derjenige, der uns, einschließlich unserer Psyche, erschaffen hat, weiß er besser über uns Bescheid als jeder noch so gut ausgebildete Arzt oder Therapeut! Von daher kann er auch genau verstehen, warum wir über bestimmte Dinge beunruhigt sind oder Angst vor ihnen haben.

Obwohl die Bibel kein Gesundheitsratgeber ist, enthält sie doch viele gute Tipps, die sehr zu unserem körperlichen und auch psychischen Wohlergehen beitragen. Das ist gerade in unserer Zeit mit ein Grund dafür, dass wir uns mit ihr einmal genauer beschäftigen sollten.

Für diejenigen, die zu Gott ein vertrauensvolles Verhältnis haben, gelten die Worte: " Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Dann wird Gott euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist. Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch" (1. Petrus 5:6,7). Das Gefühl zu haben, dass Gott hinter einem steht und genau versteht, was in uns vorgeht, kann inneren Ängsten sehr entgegenwirken!

Wie Du also siehst, gibt es Möglichkeiten, etwas gegen Deine Angst zu unternehmen. Allein schon zu wissen, dass Du der Angst nicht hilflos ausgeliefert bist, kann sehr beruhigend sein. Ich wünsche Dir, dass Du es mit der Hilfe und Unterstützung anderer schaffst, Deine Angst zu überwinden und Dein Leben wieder in ruhigeren Bahnen verläuft! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Hallo Danie545,

zunächst einmal ist es wichtig herauszufinden, ob die Angst situationsbezogen (oder sogar objektbezogen ist) ist und wenn ja, in welchen SItuationen die Angst auftritt. Oder ob die Angst und Panikattacken einfach so, scheinbar ohne konkreten Auslöser auftreten (in diesem Fall spricht man von einer "Generalisierten Angststörung"). Auch wäre es wichtig die Angstgefühle genauer zu kennen...

Dennoch: bei Angststörungen hilft sehr gut eine Kombination aus Hypnotherapie in Kombination mit Verhaltenstherapie. Gerade Hypnotherapie bei Angststörungen kann hocheffektiv sein, aber es hängst halt von einigen Faktoren ab. Verhaltenstherapeutisch könnte es Sinn machen ein Angsttagebuch zu führen (Details führen hier vielleicht etwas zu weit). Je nach Art der Angst käme zusätzlich zur Hypnotherapie (in der Du auch Selbsthypnose oder auch ein anderes Entspannungsverfahren lernen würdest) eine sogenannte "Expositions-Therapie" oder ggf. "Systematische Desensbilisierung" (eher bei Phobien, also objekt- oder situationsbezogenen Ängsten) in Betracht. In Kürze: hier geht es darum, dass Du lernst mit der Angst deutlich besser umzugehen.

Auch wäre es wichtig zu sehen, was die Ängste ausglöst hat. Waren sie schon immer da? Gibt es Auslöser? Mit Hypnoanalytischen Techniken kann man durchaus die Ursachen aufdecken und auflösen.

Kleines Beispiel: 1) Mutter geht mit einjährigem Kind auf dem Arm in den Keller. 2) Mutter sieht fette Spinne an der Wand. 3) Mutter schreit oder zeigt Fluchtinstinkt oder schlägt panisch die Spinne tot. 4) Kind kann das zwar rational nicht verarbeiten, aber sieht: schwarzes Tier = Mutter schreit/Panik. (Man nennt das "Konditionierung"; schön übrigens wenn Kind sowas dann auch noch mehrmals erlebt; das verstärkt ungemein). 5) Kind übernimmt die Angst, weiß aber als Erwachsene logischerweise nicht mehr woher das kommt.

Ist zwar nur ein kurzer Abriss, aber ich hoffe es hilft Dir...

LG

das hört sich sehr interessant an.

Also ich hatte das 2001 schon mal und dort bin von zu Hause ausgezogen. Als ich zurück war, war alles wieder gut. Jetzt bin aus meiner Wohnung raus und zu meinem Freund gezogen und suche da einen Zusammenhang vielleicht.

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Panikattacken haben immer einen Hintergrund und den musst du herausfinden.

Wenn du untersucht wurdest und es war kein organischer Befund vorhanden, dann kann es durchaus psychisch bedingt sein und dafür gibt es Therapien, die dir helfen.

Am liebesten möchte ich jeden Tag zum Arzt und herausfinden was ich habe.

Dann ginge das aber schon in Richtung Hypochonder, denn der rennt bei jedem Wehwechen zum Doc und denkt er habe eine Krankheit.

Was nicht bedeuten muss, dass nicht auch Hypochonder eine Krankheit bekommen können. Aber wenn der Arzt alles mögliche untersucht hat, dann können das pychosomatische Beschwerden sein und dagegen kann man was tun.

Eigentlich erschreckend, wieviele Menschen heute Panikattacken oder andere psychische unerklärliche Probleme haben, die sich durchaus in körperliche Symptome äußern können.

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Wie kann man zu 100% sagen dass man an einer angststörung leidet? Mir geht es nun schon fast ein jahr richtig schlecht ständig diffuse Symptome die sich zuletzt vor allem auf starke und ekelhafte missempfindungen (fühlt sich an wie ein kaltes ziehen bzw als würde ein Regentropfen auftreffen) am gesamten Körper (wandert) , das Gefühl es steckt etwas im Hals (jedoch sind auf besagter Seite auch die lymphknoten geschwollen also man kann fühlen dass diese hart sind) , Schwindel /Benommenheit (alles wirkt manchmal fremd wie ein Film oder unreal) , das Gefühl Grippe zu bekommen also eigenartige Glieder/muskelschmerzen, Schweißausbrüche und das Gefühl die Haut würde glühen ist jedoch relativ kühl wenn man sie berührt. Gelegentlich dann "Attacken" bei denen ich das Gefühl bekommen irgendetwas überwältigt mich ich krieg nur noch schwer Luft alles wird ganz "dämlich" bekomme das Gefühl umzufallen. Bin noch nie umgefallen aber diese Anfälle sind das schlimmste dass ich je erlebt habe. Habe keine Lebensqualität mehr. Bin bereits in Therapie (3 Sitzungen bisher). Therapeutin meint so wie ich es beschreibe klassischer angststörung Fall allerdings habe ich die Bedenken da ich bereits vor der Therapie viele Bücher zu diesem Thema gelesen habe dass ich unterbewusst ihr gegenüber dass so geschildert habe wie ich es auch aus Büchern gelesen habe. Mich macht das alles sehr fertig und kostet unheimlich viel kraft. Habe ich dann oben genannte Symptome fange ich jedesmal wieder ab zu zweifeln ob nicht doch etwas anderes dahinter steckt. Ich wurde positiv auf ebv getestet aber angeblich schon inaktiv ebenso bekomme ich immer wieder Herpes und irgendwie habe ich das Gefühl das hängt damit zusammen Ärzte schließen das aber aus. Ich bin so kirre und so verunsichert. Wie kann ich feststellen ob es sich tatsächlich um angststörung handelt bei all meinen Symptomen .... Oder an wenn kann ich mich wenden der mal ebv (chronisch/reaktiv) bzw. Herpes genauer unter die Lupe nimmt ohne gleich ein Vermögen von mir zu Verlangen ? Ich möchte nur endlich wieder gesund werden und wieder leben :( bin so verzweifelt.

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