Was kann ich gegen Angst und Panikattacken tun?

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9 Antworten

Basieren die Panikattacken auf den 'bisherigen' Geschehnissen und Erfahrungen des Lebens ...?

Wenn dem so ist, dann könnte es helfen an der Fähigkeit zu arbeiten, zwischen den Geschehnissen und Erfahrungen des Lebens und dem Bewusstsein, das diese Erfahrungen macht, zu unterscheiden.

Wie kann so etwas gelingen?

Mir ist vor einiger Zeit ein Buch mit dem Titel "Das Weise Herz" begegnet (von Jack Kornfield), indem einige interessante Ansätze zu finden sind, wie es gelingen kann das aktuelle Bewusstsein, welches durch die gegenwärtigen geistigen Zustände gefüllt wird, zu wandeln.

"Der Geist ist wie ein Fernseher mit Hunderten von Kanälen. Welchen Kanal schalten Sie ein?" ... und warum schalten manche Menschen unheilsame Kanäle ein?

Oft sind wir von dem Drama, das sich gerade abspielt, so gefesselt, dass wir nicht einmal merken, dass wir umschalten können, nicht merken, dass das Bewusstsein nur Empfangsstation ist.

"Achtsamkeit hilft uns zu erkennen, welchen Kanal wir eingeschaltet haben. Wir lernen umzuschalten, das >>Programm<< zu wechseln, indem wir erkennen, dass alle Geisteszustände nur Erscheinungen des Bewusstseins sind."

Klar können Medikamente beruhigend wirken und vorübergehend ein wenig Erleichterung verschaffen, was aber nichts daran ändert, dass sich die Gedanken in Deinem Geist immer wieder gegenseitig auf die Füße treten und wenn die Wirkung des Medikaments nachlässt, kann sich die betäubte Wut oder Angst wieder frei entfalten, was dann eine Panikattacke zur Folge hat, die auf der Hilflosigkeit gegenüber den Erscheinungen des Bewusstseins basiert. Ein höllischer Kreislauf.

Das Du mit dem jeweils Aufgedeckten alleine da stehst ist kein tragbarer Zustand und ein Aufenthalt in einer Psychiatrie wäre als Schutz vor selbstzerstörerischem Handlungen anzusehen.

An dieser Stelle bleibt daher nur eine Buchempfehlung und die Achtsamkeit bei der Auswahl der Kanäle, auch wenn Du zurzeit kein Fernsehen schaust.

Ich wollte auch gerade antworten... Mist:-) -nun brauche ich nicht mehr. Du hast alles "gesagt". DH!

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Was mir an deiner Geschichte wieder mal auffällt, ist, dass die moderne Psychotherapie und Psychatrie so vielen "Störungen" hilflos gegenüber steht. Es geht soo vielen Menschen so, dass sie eine Psychotherapie/ ein Therapeut mit Aufgedecktem alleine lässt und Reden nichts an der Problematik verbessert. Auch Psychopharmaka helfen nicht im Sinne einer Heilung und bringen oft Unordnung ins System Mensch- die Problematik bleibt auch hier weiter bestehen- was doch Alles in Allem eigentlich nicht Sinn der Medizin sein kann.

Ich kann dich gut verstehen. Du suchst Hilfe und willst eine Besserung, aber das was sich dir da anbietet hilft nicht und ist nicht das, was du willst. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich habe mich damals oft gefühlt als wäre ich im falschen Film :). Ich dachte so oft: das kann doch jetzt nicht wahr sein: ich suche Hilfe (was eine Überwindung an sich war, mich an jemanden im Vertrauen zu wenden, und zu merken alleine komme ich nicht wirklich voran) und dann ist das alles so verwirrend, unangenehm,unangemessen und kontraproduktiv, dass ich richtig entmutigt und frustriert war.

Ich kann dir leider keinen Rat geben. Ich tippe, was ich aber nicht weiß, dass es bei dir innerlich nicht in erster Linie nicht um die Angst geht, sondern, dass das Hauptproblem noch etwas anderes ist. Ich glaube vor der Angst war bei dir schon etwas, oder?  Vielleicht ein innerliches unerfüllt-sein, oder eine Unzufriedenheit. Spannend wäre, wo das herrührt. Ich denke es geht auch um Gefühle. Und vielleicht nimmst du auch mehr wahr, als dir bewusst ist, vielleicht bist du sensitiv, oder kannst bei anderen viel spüren womit du aber nicht zurecht kommst. Das kann solche Ängste hervorrufen. Das fällt mir ein wenn ich deine Frage lese. Stimmt das? Wäre neugierig.

Liebe Grüße

Danke. Ich weiß, woher das kommt, aber ich darf darüber hier nicht sprechen. Wenn Du möchtest sende Dir eine Freundschaftsanfrage...

Lieben Gruß, und danke

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@moonchild1972

Gerne. Ich habe jetzt selber schon versucht, dir eine zu senden, bin mir aber nicht sicher ob das geklappt hat.

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Hallo Mondkind,

ich hab mir mal deine anderen Fragen angeschaut, bevor ich mich an eine Antwort machte.

Mir scheint, du drehst dich schon eine ganze Weile im Kreise und behilfst dir "mit Krücken".

Dein Therapeut scheint den Ernst der Lage nicht wirklich zu erfassen, bei deinem aktuellen Zustand sollten mindestens 2 Sitzungen pro Woche angesetzt werden. Noch sinnvoller halte ich allerdings den Ratschlag von psychhelp, dich einweisen zu lassen.

Ja, ich hab schon kapiert, dass du das nicht willst, und vielleicht liest du jetzt ja auch schon garnicht mehr weiter, aber: Du siehst doch den "Wald schon vor lauter Bäumen" nicht mehr! Da gibts nur Eines, raus aus der Situation! Ganz raus!

Dann in geschützter Umgebung zur Ruhe kommen und das Ganze mit Abstand von aussen bertrachten. Solange du in "deinem Wald" herumirrst, wirst du deinen Blick nicht klären, und auch keine adäquaten Lösungen finden können, eben weil du mitten drin steckst.

Manchmal ist das was man eigentlich garnicht will die effektivste Methode. Denn ich habe den Eindruck, dass das Loslassen (Kontrolle aufgeben)- egal ob Gedankenkarussell, dein Umfeld, die Sicht auf die Situation...- derzeit wahrscheinlich dein größtes Problem darstellt. Und gerade alles unter Kontrolle haben zu wollen, zeigt einem oft, dass eigentlich nichts wirklich kontrollierbar ist, man selber oftmals am wenigsten.

Selbstreflexion ist das Schwierigste überhaupt!

Ich wünsch dir alles Gute und viel Kraft!

ja man steht im Leben dann doch immer alleine mit seinen Problemen da, der Psyschiater verschreibt schnell mal Medikamente die einem das Leben dann ebenfalls erschweren und es irgendwann keinen Ausweg mehr gibt.

Ich habe es immer so gemacht das ich mich an Situationen herangetastet habe, und es hat mir immer sehr geholfen wenn ich in einer fremden Umgebung bin.

Ich fühle mich besser und sicherer wenn mich keiner kennt.

Ebenso empfinde ich es im Straßenverkehr sehr angenehm wenn ich mit dem Rad fahre und dann merke das die anderen mich wahrnehmen.

Ansonsten fühl ich mich oft übergangen und unbeachtet oder besser gesagt überrumpelt, überfordert von Anderen.

Ist man fremd dann können einen die Anderen nicht einschätzen und der Respekt ist größer.

Manchmal hab ich auch Angst vor Menschenmassen, und das kommt vermutlich daher das es bei Menschenmassen schnell zu Extremsituationen kommen kann, daher mach ich einen Bogen um Menschenmassen.

Wir sind alle unterschiedlich gestaltet und es muß nicht jeder Menschenmassen gut finden.

Jeder Mensch hat seine eigenen Ideen und Umfelder in denen er sich wohlfühlt.

Und es gibt viele Menschen die sind am Tage von den vielen Eindrücken einfach nur überfordert.

Das ist einfach so.

Auch ich fühle mich in fremder Umgebung wohler und wenn es dunkel wird fühl ich mich auch noch wohler,

Vermutlich weil man dann weniger sieht und viel weniger äußere Einflüsse dasind.

Abends ist es harmonischer und ruhiger.

Unsere Gesellschaft ist auch sehr schnell und aggressiv und das ist eben nichts für jeden.

Am liebsten bin ich mit mir allein oder in vertrauter Zweisamkeit und am schönsten ist es zu kuscheln und nicht zu reden, dann fühl ich mich am wohlsten.

Oder wenn ich massiere und alles still ist und nur die Entspannungsmusik läuft, das ist für mich harmonisch und angenehm.

Du solltest Deine Wohlfühl-Gebiete finden, finde heraus wo Du dich am wohlsten fühlst.

Es ist Dein Leben und Du mußt nichts machen was Du nicht möchtest, jeder ist einmalig und gut.

Du darfst Dich selber nicht verurteilen das Du Angst vor Menschenmassen hast, es ist okay wie Du bist, Du brauchst Dich selber auch nicht rechtfertigen was Du nicht möchtest .

Es ist Dein Leben und nur Du kannst herausfinden was Dir Freude bereitet.

Lass Dich nicht verwirren tiel im innern weißt Du was Dir gut tut.

Nimm Dir jetzt Zeit und gönn Dir einen Kaffee oder Tee und schau einfach mal in die Welt, schau in die Bäume, auf einen Fluß, oder See, genieße die Minuten und schöpfe Kraft darin.

Geh raus in den Wald und Atme frische Luft, das ist sehr wichtig, denn wir haben viel zuwenig Bewegung und dadurch wird unser Blut verschmutzt.

Bewegung und frische Luft, schwimmen, radfahren, spazieren im Wald und Feldern

Finde Deinen Rythmus

Das erste was mir einfällt ist, dass ich den Eindruck habe, dass du dieses nicht in den Theerapiestunden besprichst. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob dein Psychotherapeut von der aktuellen Medikation und dem Alkohol weiß.

Alkohol, wie auch Tavor und Co. vertragen sich nicht mit einer aufdeckenden Psychotherapie. Wenn du weiter eher auf Medikamente setzen willst, und v.a. wenn du weiter trinken willst, wäre ein rasches Beenden der Psychotherapie sehr ratsam, da dies (Kombination von veränderungsorientierter Psychotherapie (was die Kassenpsychotherapie nunmal ist) mit Alkohol und/oder Bezodiazepinen) sonst in der Regel zu äußerst negativen (oft nicht mehr korrigierbaren) Folgen führen kann.

Der Therapeut weiß von der aktuellen Medikation. Zudem rede ich viel über die Ängste und auch dem, was hoch kommt. Seit drei Wochen habe ich den Alkohol gelassen... vom Tavor habe ich letztes Wochenende, in Absprache mit der Ärztin, 3 mg auf Bedarf eingenommen. Das es aus der Gruppe der Benzodiazepine ist, weiß ich.... das was Du schreibst, weiß ich.

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@moonchild1972

Du hast aus meiner Sicht den Ernst der Lage nicht erkannt.

Ich vermag nicht zu glauben, dass der Therapeut so mit dir eine tiefenpsychologische Behandlung weiterfährt; ich wüßte auch nicht, was er da dem Gutachter bei einer sicherlich notwendigen Verlängerung schreiben will, ohne dass der Amok läuft (außer, er verschweigt das alles, und dann frage ich mich, was da eigentlich läuft).

Ich kann nur anraten, das alles nochmals kritisch in der Therapie zu besprechen, auch die Stundenfrequenz ist so bei der Symptomatik fraglich - aus meiner Sicht.

Ich kann auch nur raten, das Tavor sein zu lassen.

Ich kann weiterhin nur anraten, ernsthaft über einen stationären Aufenthalt nachzudenken.

Nicht zuletzt sollte am Ende der Gespräche auch geprüft werden, ob unter den Bedingungen nicht ein Verfahrenswechsel zur Verhaltenstherapie sinnvoller wäre.

Just my 2 Cents.

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@psychhelp

ich verstehe Deine Sorge. Die Gründe, die Du dort benennst, zeigen mir, dass Du kompetent bist.

Aber Du nimmst den Inhalt meiner Frage nicht ernst, wenn ich schreibe, dass ich nicht in die Psychiatrie möchte. Fakt ist, dass ich mich dadurch vor Dir verschließen werde. 

lieben Dank, moonchild1972

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@psychhelp

sorry, ich wollte Dich nicht kränken, Du hast es sicherlich gut gemeint. Das Tavor lasse ich auf jeden Fall, da der Entzug schlimm ist...

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@moonchild1972

Kein Sorge.

Ich sehe halt eher, dass du hier (erneut) nach Möglichkeiten der Entlastung (=Vermeidungsverhalten) suchst. Das ist aber eben nicht förderlich. Plus jeden Menge aus meiner Sicht Besorgniserregendes, das du hier berichtet hast.

Dass du dich dann verschließt, ist anzunehmen, finde ich aber ok, denn ich bin ja nicht dein Therapeut. Es ist ja auch nun wirklich deine Entscheidung, wie du mit meiner Antwort umgehst. Das hier ist ein Forum, keine Beratung. Ich schreibe hier meine Sichtweise. Dem einen wird es weiterhelfen, dann ist das schön, dem anderen nicht, das ist auch ok.

Dass du nicht in eine psychiatrische Klinik willst, habe ich sehr wohl gelesen. Ich würde auch nicht sagen, dass ich das nicht ernst nehme, zumindest kann ich das erstmal zur Kenntnis nehmen. Allerdings hast du natürlich keine Ansatzpunkte geliefert, was ein inhaltliches Nachvollziehen ermöglicht. Ich verstehe natürlich, dass das vermutlich dazu dient, eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen dieser Ablehnung zu vermeiden. Dein Ziel dürfte sicherlich sein, die Teilnehmer hier dazu zu bringen, ausschließlich dein Vermeidungsverhalten zu stützen und dich mit der Realität in Ruhe zu lassen. Es fällt mir persönlich allerdings schwer, unter den beschriebenen Bedingungen nicht darauf hinzuweisen, dass dies aber nunmal ggf. eine durchaus gangbare Notwendigkeit sein könnte, sofern du den Weg findest, ernsthaft etwas zu tun, statt dich mehr und mehr selbst in eine Bredouille zu bewegen, um evtl. dann später als Opfer von Psychotherapeuten und Psychiatern "dazustehen", dem dann nur noch die Rente bleibt.

Wie gesagt, just my 2 Cents. Dies ist ein Forum. Wir haben nur knappe schriftliche Äußerungen. Mehr als einen Eindruck aufgrund des Geschriebenen kann niemand hier abgeben.

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Woher ist die Angst denn gekommen was war dein Auslöser?Ich hatte auch lange Panikattacken und bis heute noch einig Ängste wenn es Nacht wird. Mir helfen sehr gut wenn ich schlafen gehe Autogenes Training Mit dem Worten Mein Körper ist ganz schwer... Ganz gut finde ich auch Affirmationen oder halt Entspannungs CD davon. Man besten was man machen kann sich diesen Dingen stellen und auch wenn das Herz so Klopft beim nächsten mal immer und immer wieder probieren. Wunden brauchen zum Heilen das ist mit dem Psychischen Wunden das gleiche. Ich hoffe ich hab dir ein wenig geholfen. Wünsch dir viel Glück dabei du wirst es schon schaffen :)

einen prüfenden Blick auf sich selbst zu richten.

Selbsterkenntnis.

Opferrolle aufgeben.

Sein Leben bereinigen.

Vielleicht ist Verhaltenstherapie die bessere Alternative? Hat mir bei meiner Zwangsstörung sehr geholfen.

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