Was kann gegen Kinderarmut unternommen werden?

7 Antworten

Hartz-IV erst mal erhöhen, denn das orientiert sich am Einkommen der Ärmsten ohne Hartz-IV und führt ja gerade unter anderem in die Kinder- und Altersarmut.

Man könnte dafür werben (soziale Belohnung, Anerkennung, Markennennugn etc.), dass Arbeitgeber Eltern einstellen oder Alleinerziehene. Man könnte auch das Kindergeld abhängig vom Einkommen der Eltern erhöhen. Also bei ärmeren Eltern mehr Kindergeld, so dass die Kinder die Grundbedürfnisse wie Wärme im Winter, genug Essen, Kleidung, Möbel und auch Lernspielzeug etc. erfüllt bekommen.

Bzgl. Kindergeld: Es gibt ja Familien, die das dringend brauchen und andere, die komplett darauf verzichten könnten, weil sie schon mehr als ausreichend Einkommen haben.

Außerdem könnte man Dinge wie Mittagstische für ärmere Kinder aus Steuergeldern finanzieren statt aus Spenden und für alle verpflichtend ein Schul-Mittagsessen ab der ersten Klasse anbieten. Das müsste ja kein Essen aus der Großküche sein, sondern könnten auch Butterbrote sein, die die Kinder vor allem in den unteren Klassen selbst schmieren. Das wäre ja auch motorisches Training und ggf. soziale Einbindung, da keiner mit seinem besseren, selbst mitgebrachten Essen anderen ein schlechtes Gefühl geben kann und sich keiner für sein einfaches oder nicht vorhandenes Essen schämen muss.

Danke :)

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und für alle verpflichtend ein Schul-Mittagsessen ab der ersten Klasse anbieten. Das müsste ja kein Essen aus der Großküche sein, sondern könnten auch Butterbrote sein, die die Kinder vor allem in den unteren Klassen selbst schmieren. Das wäre ja auch motorisches Training und ggf. soziale Einbindung, da keiner mit seinem besseren, selbst mitgebrachten Essen anderen ein schlechtes Gefühl geben kann und sich keiner für sein einfaches oder nicht vorhandenes Essen schämen muss.

Gute Idee. Der Rest ist leider Unsinn, weil das in den meisten Fällen Leute sind, die mit Geld nicht umgehen können. Gib denen 10 € mehr und die verballern die Kohle bei McDonald.

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Ich halte deine Vorschläge im Wesentlichen für nicht zielführend. Die Erhöhung des Hartz-4-Regelsatzes wird das Problem nicht lösen. Hartz-4 war nie zum dauerhaften Bezug gedacht, sondern sollte den Notfall (Arbeitslosigkeit) überbrücken. In erster Linie sollte man daher mehr in die Arbeitsvermittlung, Nachqualifizierung oder die Gesundheitsfürsorge stecken. Damit hilft man bedürftigen Familien mehr wie sie in der Abhängigkeit des Staates zu belassen. Und generell nur ärmere Familien mit mehr Geldleistungen zu versehen führt eher zu einer Neiddebatte. Daher sollten für alle Kinder alle staatlichen Leistungen kostenlos sein- darunter auch das Schulessen.

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@DerJoergi

Nach dem, was ich aus Dokus etc. mitbekomme, denke ich, dass eine Erhöhung des Satzes und weniger Druck Eltern mehr Kapazität für die Arbeitssuche geben (weil sie weniger Sorgen haben, wie sie bis zum Monatsende durchhalten oder Forderungen vom Amt hinterherrennen müssen) und auch mehr Energie für die Kindererziehung und -förderung übrig lassen. Damit wären viele mMn früher wieder in Vollzeitarbeit. Hartz-IV erscheint mir in Teilen wie ein Vollzeitjob, weil man im Alltag vieles ändern muss, um den Forderungen vom Amt nachzukommen (sinnlose Kurse, Termine, Formulare, Rechnen, wie man über den Monat kommt, ohne zu hungern oder zu frieren etc.).

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@Tasha

Als Sozialarbeiter arbeite ich täglich mit Hartz-4-Beziehern und wir haben glaube ich dasselbe Verständnis davon, dass der Leistungsbezug in der jetzigen Form kompletter Mist / oftmals menschenunwürdig ist, nur sehe ich da eben andere Lösungen. Ich habe grundsätzlich auch nichts gegen höhere Leistungssätze- aber eben nur nachrangig, vorrangig müssen bessere Chancen auf eigene Erwerbsarbeit stehen. Immer mehr "Vollversorgung" führt nach meiner Erfahrung zu immer weniger Selbstständigkeit und leider werden für Kinder gedachte Geldleistungen auch sehr oft sehr gerne für Dinge wie Alkohol oder Zigaretten verwendet, dies ist alles andere als ein Vorurteil. Deshalb will ich für alle Kinder alles kostenlos haben und ganz besonders will ich für alle Kinder viel bessere Bildung, nur so kann man den Teufelskreis unterbrechen.

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@DerJoergi

Okay, aber warum müssen den Alkohol und Zigaretten gekauft werden? Das sind doch zumindest teilweise Substanzen zum Stressnachlass. Hätten die Eltern weniger Stress, also weniger Drohungen von Kürzungen, weniger soziales Stigma, die Möglichkeit, ihren Alltag ähnlich - nicht gleich, aber tendenziell ähnlich - wie ihre Nachbarn und die Eltern der Freunde ihrer Kinder zu gestalten, bräuchten sie vielleicht weniger Alkohol und Zigaretten. (Ausgenommen diejenigen, die vorher damit schon übertrieben haben).

Ich finde es halt sehr schade, dass man so viele Sachbearbeiter beim Jobcenter hat und die Menschen mit Kursen und Drohungen bedrängt, statt ihnen ausführliche Gespräche anzubieten zum Thema "was möchte ich arbeiten und wie formuliere ich dafür die Bewerbung, was sollte ich vorher eventuell noch lernen/ belegen?" Nach längerer Zeit Hartz-IV könnte es sein, dass einzelne Menschen sich gar nichts mehr zutrauen, sich nicht mehr für gleichwertig halten und damit dann ja auch im Bewerbungsgespräch fast keine Chance mehr haben. Und wenn sie dann durch das Jobcenter in Minijobs und Mindestlohn gedrängt werden, haben die Eltern ja auch nicht mehr Geld für die Kinder.

Sicher kann man Kinder auch ohne viel Geld gut erziehen, aber wenn man ständig Angst hat, ob es nächsten Monat noch Geld gibt, ob es noch für Essen reicht, ob man wie alle anderen einkaufen gehen kann oder einen Gutschein bekommt, dann dürfte das doch auch auf die Kinder abfärben. Dazu kommen so seltsame Regelungen wie die, dass Kinder angeblich davon abgehalten werden, Abi zu machen und zu studieren oder selbst nicht viel Geld dazu verdienen "dürfen", also man den Kindern gleich vermittelt, dass sich Arbeit zumindest für sie speziell nicht lohnt, zumindest in den ersten Jahren.

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@Tasha

stimmt, wir sehen da auf jeden Fall die gleichen Probleme. Die Jobcenter in der jetzigen Form könnte man auch direkt abschaffen, meines Erachtens tragen die fast nichts zur Problemlösung bei sondern schaffen eher noch viele Probleme.

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Die Eltern sollten sich nach der Geburt einem Eignungstest unterziehen und dann sollte festgestellt werden ob sie die Kinder alleine großziehen können, ob es einen Betreuer gibt oder ob es besser wäre die Kinder ans Jugendamt abzugeben.

Dies artet in einer emotionalen Zerreißprobe aus.

Vater und Mutter das Kind wegzunehmen kann vernichtende Konsequenzen haben.

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@Blauopel

Wenn diese die Kinder vernachlässigen, ist das noch viel schlimmer.

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@DerHans

Perfekte Eltern gibt es nicht. Es ist eine harte Lernkurve. Den Staat zu schnell einzuschalten kann viele Familien zerstören.

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@Blauopel

Und es nicht wegzunehmen kann das Kind emotional zerreißen. Die Eltern können handeln, dass Kind wiederum wurde nicht gefragt ob und wohin es geboren werden will. Klingt hart wäre aber eine sehr effektive Herangehensweisen. Ich wäre selber auch lieber woanders aufgewachsen.

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@RiddickBln

Dann bedaure ich deine Umstände. Du bist dir aber im Klaren darüber, dass du auch "relativ" intakte Familien schneller auseinanderreißt.

Wie würdest du es finden, wenn dir das Kind bereits nach paar Wochen und Monaten weggerissen wird?

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@Blauopel

Kann = hätte hätte wenn aber, manchmal brauch man halt klare Strukturen

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@Blauopel

Wenn der Jugendamt Mitarbeiter festellt das das Kind in fixer Buden am Kotti mitgeschleppt wird, würde ich das 1 A finden 👍

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@RiddickBln

Familie ist kein leichtes Thema. Klare Struktur je nach Auslegung, verurteilt viele Familien zur Auflösung. Ich wäre mit dem Thema vorsichtig. Auch wenn du schlechte Erfahrungen gesammelt hast, ist die Holzhammermethode nicht schlimmer?

Sollten Familien unterstützt oder auf die Schlachtbank gepackt werden?

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@RiddickBln

Kannst du so finden. Nur alles hat seine Konsequenzen und wir reden über die verschiedensten Familien mit unterschiedlichsten Traditionen und Kulturen.

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@Blauopel

die Familien sind mir da nicht so wichtig, ich denk da zuerst an die Kinder. Ich kenn aber die andere Seite des Ufers nicjt darum ist das nur meine Meinung aus meiner Sicht und ich kann andere Lösungsvorschläge nachvollziehen 🍀

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@RiddickBln

Das ist bedauerlich, dass Eltern bei dir keinen Wert haben. Auch wenn eine Kindheit schwer sein kann, wenn die Eltern sich damit schwer tun, sollte man nach Möglichkeit einen Erhalt und Aufbau der Familie in Erwägung ziehen.

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@Blauopel

Es wäre ohne weiteres Ganztagsbetreuung möglich, so dass die Kinder nur abends den Eltern überlassen werden. damit wäre jedenfalls gesichert, dass sie 3 reguläre Mahlzeiten am Tag erhalten.

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@DerHans

Kinder sind keine Angestellte. Zuneigung sollte es nicht intervallweise geben. Bei einer relativ intakten Familie sehe ich da große Probleme.

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@Blauopel

Diese relativ intakten Familien verwahrlosen ihre Kinder ja nicht. Bei denen spricht auch niemand von "Kinderarmut"

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@Blauopel

??? Ich sage aus meiner Sicht, meine Eltern sind ausgezogen und ich war alleine in der Wohnung, vorher haben die noch meine Kohle genommen und meine Sachen mitgenommen. Als ich die Wohnung renoviert habe ( auf eigene kosten mit 3 Sprintern voller Sperrmüll ) Hab ich mir die 800€ Kaution auszahlen lassen und mein Vater hat mich instand verklagt auf die Kohle. Zwischenzeitlich lag ich mit nem Hirntumor alleine im Krankenhaus und meine Eltern haben bafög für mich beantragt was ich 1 nie erhalten habe und 2 durfte ich es zurückzahlen. Das sind nur die schönen Sachen, mehr willste garnicht wissen. Denkst du ich habe interesse daran meine Eltern zum essen einzuladen ?

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@RiddickBln

Ich verstehe deinen Standpunkt, nur du siehst stark aus deiner Brille.

Du zerstörst auch moderat funktionierende Familien.

Jetzt sehe ich hier einen Konflikt bei dir. Willst du Kinder retten oder dich an Eltern rächen?

Bedenke eben die Kinder, die nicht immer schöne Dinge erleben, aber alles in allem eine recht normale Kindheit erleben. Willst du es denen nehmen? Wo wirst du die Grenze setzen?

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@Blauopel

Hab ich doch oben geschrieben wo die grenze ist, ein Studierter Pädagoge wird wohl in der Lage sein dieses einzuschätzen. Ihm vertraue ich mehr als dem Gutglauben mancher Eltern.

und wo zerstöre ich Familien ? Du kannst das nicht nachvollziehen, ich kenne genug andere Leute den es genau so ging und wer so aufgewachsen ist kann auch verstehen wie ich das meine, du hast zu sehr das heile Welt denken und das alle Menschen gut zueinander sind. Ein Pädagoge kann sofort erkennen ob sich in der Familie ein Narzisst, Soziopath oder jemand mit einer anderen anti Sozialen Persönlichkeitsstörung steckt. Ich könnte das vertiefen aber ich glaube das hätte hier jetzt keinen Sinn.

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@RiddickBln

Ich bin dagegen, dass der Staat eine Instanz hat, wo Familien so ausgesiebt werden. Das Umpflanzen von Kindern in andere Familien ist eine heikle Angelegenheit und viele Eltern machen einen besseren Job, als du vllt. glauben möchtest. Menschen generell werden immer mit Problemen kämpfen.

Du wirst in jeden Menschen etwas erkennen, was auf Probleme in der Persönlichkeit deuten könnte. Nach solch einen Standard qualifiziert sich niemand als Vater oder Mutter. Und die "neuen" Eltern werden nicht unbedingt besser qualifiziert sein. Solange du nicht von deiner persönlichen Situation Abstand nehmen kannst, wirst du immer in solch einem extremen Argument bleiben. Ich wünsche dir gute Genesung.

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@Blauopel

Brauch keine Genesung, bin verheiratet und hab nen tollen job, war zwischendurch im Öffentlichen Dienst und Geschäftsführer als Musiker unterwegs. Mir gehts Spitze ;-)

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@RiddickBln

Man merkt es richtig, wie es dir geht. Ich empfehle dir, nochmal in dich zu gehen, ob du wirklich abgeschlossen hast und nicht doch eine unausgeglichene Wahrnehmung auf das Thema Eltern-Kind-Trennung hast.

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@Blauopel

Du ich hab 2 Neurologen und die sind auch Psychologen oder glaubst du der öffentliche Dienst hätte mich sonst eingestellt ? Ich werd nur komisch wenn jemand der mich nicht kennt mir erzählen will wie es mir geht. Btw bin ich beruflich Psychologisch geschult. Komisch ich unterhalte mich mit dir und du verurteilst mich die ganze Zeit gehts aber nicht konkret auf meine Aussagen ein.

Das bringt hier nichts, schönen Tag dir noch und alles gute 🍀

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Es müsste geprüft werden (durch Einkommensteuerbescheid etc) wer Kinder haben darf und wer nicht und entsprechende Massnahmen eingeleitet werden, zB Zwangs-Sterilisation, das würde ENORM helfen 🤭

Dafür sorgen, dass die Kinder eine ordentliche Schulbildung erhalten.

Kindergeld und den Regelsatz für die Kinder in Sachleistungen erbringen. Damit wird wenigsten sicher gestellt, dass die Beträge nicht in Alkohol und Zigaretten angelegt werden.

Bildung, Bildung und nochmal Bildung. Das hilft zwar nicht unmittelbar, auf lange Sicht aber das wirksamste Mittel. Wir brauchen ein komplett anderes Schul- und Bildungssystem mit komplett anderen und individuelleren Fördermöglichkeiten. In keiner anderen Industrienation hängen sozialer Status und Bildungschancen so eng zusammen wie bei uns. Mittlerweile gibt es ja schon unzählige "Hartz-4-Dynastien", wo teilweise schon die 3. Generation nur noch von Sozialleistungen lebt und da auch nicht raus kommt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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