Was kann die ägyptische Wirtschaft in Schwung bringen?

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5 Antworten

Da gibt es mehrere Probleme:

Die Rechstsicherheit ist teilweise gegeben, aber man muß sich gut im Rechtssystem auskennen. Die Bürokratie ist hinderlich, aber das ist in Deutschland auch so. Allerdings ist es bei einer funktionierenden Wirtschaft nicht so schlimm wie bei einer die noch wachsen muss. Korruption ist ein Problem, hat aber z.B. in China auch nicht so viel geschadet. Ist aber für Ausländer, die sich nicht auskennen, ein Problem.

Aber dazu kommt: Die Ägypter arbeiten nicht gerne hart, sie mögen Bürojobs ohne Stress, z.B als Beamte. Das hat sich in den letzten Jahren noch verschlimmert. Daher ist es in Ägypten schwierig, z.B. für die Bauvorhaben genug Arbeiter zu finden (Das beklagt AlSisi, aber auch viele Kleinunternehmer die ich kenne).  Auch wissen Sie nicht was Qualität ist, und man muß die Arbeit daher strenger Kontrollieren. Und eine brauchbare Handwerker-Ausbildung gibt es auch nicht.
Daher ist es schwierig, etwas zu produzieren, was international Konkurrenzfähig ist.  Andererseits sind die Ägypter immer noch deutlich bessere Arbeiter als Beduinen-Araber z.B. Saudis. Daher macht es für  Saudis etc durchaus Sinn, in Ägypten zu investieren.

Tamer87 05.05.2016, 00:44

Ja die größte Herausforderung ist; mit was muss man anfangen? Man kann keine Qualität von Mitarbeitern verlangen, die 150€ im Monat verdienen! Man kann auch nicht über Demokratie reden, wo 30% der Bevölkerung Analphabet! Vielleicht wäre die Erlebnis von China hilfreich 😒

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1. Die grenzenlose Korruption auf allen Ebenen bekämpfen.

2.Die Bürokratie eliminieren.

3.Der Armee nicht erlauben priviligiert die Privatwirtschaft zu konkurieren.

4.Das wird nicht funktionieren, wenn der Präsident, die Armee, das Innenministerium und die Geheimdienste nicht einem Grundgesetz unterliegen und das auch praktisch umgesetzt wird (derzeit stehen diese Institutionen über dem Gesetz).

Natürlich gäbe es noch mehr Punkte, aber solange diese Probleme nicht ansatzweise angegangen werden besteht keine Hoffnung auf eine Änderung der Lage.

Selfies in Ägypten - (Politik, Ägypten, Investition)

Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Dafür herrscht derzeit einfach zuviel Willkür, in wirtschaftlicher Hinsicht und erst recht politisch/sozial. Die Korruption hat sich auch unter diesem "Präsidenten" nicht verringert und von Rechtssicherheit braucht man erst gar nicht zu reden. Die tatsächliche und gefühlte Unsicherheit auf den Straßen trägt auch nicht zu einem investitionsfreundlichem Klima. Ich könnte auch einen Bekannten (Ägypter), der dort lebt ja fragen, wie er das beurteilt, aber alles in Allem wird er ähnliches sagen. 

Korruption und Terrorismus bekämpfen, Demokratie wieder einführen, Steuern von der Bevölkerung eintreiben, Geburtenrate beschränken, fairen Handel mit der EU betreiben, in Bildung und Infrastruktur investieren, ausländische Unternehmen anlocken, Erdöl- und Gasförderung ausweiten, Sicherheit für Touristen garantieren.

Unter Nasser erlebte Ägypten ein wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung. Der Assuan-Staudamm wurde gebaut, der Suez-Kanal in ägyptische Hoheit übergeführt. Keine Frau trug Kopftuch oder wurde auf den Straßen gejagt.

Unter Sadat kam es zum Frieden mit dem Nachbarn Israel. Frau Sadat war eine echte Dame ohne Kopftuch.

Dann bekamen die Muslime die Oberhand und seitdem ging es rapide bergab. Solange nun religiöse Themen das öffentliche Leben beherrschen, die muslimischen Fanatiker aus Ägypten einen islamischen Staat machen wollen, solange wird die Wirtschaft dahinsiechen und die Investoren werden fernbleiben.

KaiAbuSir 04.05.2016, 22:53

Unter Nasser begann der wirtschaftliche Niedergang, da er es mit der Verstaatlichung übertrieben hatte. Er hat eher von der Substanz (Deviesenreserven ...) gelebt.

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udaraj 06.05.2016, 02:06
@KaiAbuSir

Ist richtig, Nasser ist für den Niedergang und die Korruption verantwortlich. Mohamed Naguib wollte einen Staat der Ägypter schaffen (der gebildete Mittelstand wollte das auch) und nicht eine größenwansinnige Kleptokratie einger halbschlauer Kleptokraten. Im übrigen der kritisierte Islamismus ist eine Folgeerscheinung  der Mubarak-Herrschaft,und Willkür, Folter Diebstahl (auch von Geldern für Schulen und Spitälern) schaffen eben keine guten Vorraussetzungen für die Freunde der Länder, die die Folterknechte ausbilden und ausrüsten (anders ausgedrückt, was weder in Chile, Guatemala oder Vietnam funktioniert hat, wird im Nahen Osten auch nicht klappen). Außen- und Sicherheitspolitik kann und wird nur funktionieren wenn starke Zivilgesellschaften aufgebaut werden (Schmiergelder und Waffengeschäfte alleine sind keine Garanten für Stabilität, nirgends auf der Welt). Noch ist es nicht zu spät, aber die Zeit läuft

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KaiAbuSir 13.05.2016, 22:37
@udaraj

Ja, er ist mitverantwortlich, aber man muss auch sagen: Er war bescheiden (Keine Paläste), patriotisch, moderat und wollte das Land modernisieren. Nur hat er leider die falschen Mittel angewendet.

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