was jemand warum die NATO gegründet wurde?

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4 Antworten

Da die Frage bisher IMHO nicht befriedigend und ausführlich in einem Post beantwortet wurde, versuche ich nun, genau dies zu schaffen:

Zunächst einmal möchte ich ein einfach Schlagwort zur Beantwortung in den Raum werfen: Der Kalte Krieg. Denn genau dieser beschreibt umfassend alle Umstände, welche zur Gründung des westlichen Bündnisses NATO geführt haben.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was denn genau der Kalte Krieg war/ist und was die relevanten Punkte zur Beantwortung der Frage eben jenes sind. Erneut möchte ich dazu einfach einen Begriff nennen: Dualismus. Der Kalte Krieg lässt sich genaugenommen in drei Lager aufteilen: Das Westliche (allen voran die USA, zudem die weiteren Mitgliedsstaaten der NATO), das Östliche (auch hier wieder eine Supermacht, nämlich die UdSSR, an der Spitze, gefolgt der Mitglieder des Warschauer Paktes (WP) und (diese Partei wird leider oft vergessen) die neutralen Länder. Doch wichtig für die Antwort sind lediglich die ersten beiden Parteien.

Diese beiden Parteien unterscheiden sich in vielen Punkten grundlegend. Der ganzen Philosophie, der Wirtschaftssysteme, der Ideologie und auch sonst in weiten Teilen der Kultur. Ihre Gemeinsamkeiten: Sie wollten ihr System und ihre Ideologie auf der ganzen Welt verbreiten. Um genau das zu erreichen, gab es zum einen einen Wettlauf beim "Überzeugen" (meist durch Waffengewalt bzw einfaches Besetzen der Länder) und die direkte Konfrontation. Denn früher oder später müsste einer der sog Blöcke auch den anderen von seinen Ansichten "überzeugen".

Für den Wettlauf beispielhaft finde ich den Wettlauf zum Mond: Die UdSSR hatte eigentlich einen weiten, schier unaufholbaren Vorsprung. So hatten ihre Wissenschaftler das erste Lebewesen sowie den ersten Menschen ins Weltall befördert und, wenn ich mich nicht irre, auch den ersten Satelliten. Doch dem Osten auch den Sieg beim Wettlauf zum Mond zu gönnen, wäre ein herber Schlag für die Propaganda des Westens gewesen. Daher setzte man viel daran, den Wettstreit doch noch zu gewinnen. Letztlich ging der UdSSR das Geld aus (was wohl auch einer der Gründe für das (vorläufige/offizielle) Ende des Kalten Krieges 1990/1991 war) und die USA gingen als Sieger hervor.

Aber back2topic: Wie erwähnt musste es auch früher oder später zur direkten Konfrontation der beiden Blöcke kommen, würden sie ihr Ziel, ihre Ideologie auf der ganzen Welt umzusetzen, weiter verfolgen. Um den Gegner davor abzuschrecken, diesen Angriff schon frühzeitig zu starten, wollten beide Seiten ihre Macht demonstrieren und festigen. Die UdSSR zog zudem den sog "Eisernen Vorhang" (osteuropäische Staaten als Pufferzone zum Westen) herunter. Der Westen ballte seine militärische Macht eben in der NATO.

Fazit: Das Ziel der NATO war wohl primär die Machtdemonstration sowie die Gebietsgewinnung in den sog Stellvertreterkriegen. Doch genauer betrachtet waren die Gründe noch vielschichtiger. So bedachte man mit Sicherheit auch den Nutzen im Verteidigungsfall, sollte es tatsächlich zu einem "heißen" Krieg kommen, aber auch zivile Aufgaben waren der NATO im späteren Verlauf zugedacht.

Der Kalte Krieg lässt dabei keinen Platz für die "Guten" oder "Bösen". Die beiden Hauptseiten haben dabei unsagbare Verbrechen begangen und schenken sich nicht viel. Und genau das können wir - wie auch aus wohl jedem anderen Krieg auch - daraus lernen: Im Krieg gibt es weder Gute, noch Gewinner. Und genau deshalb sollten wir dafür sorgen, dass es nie wieder zu Krieg kommt.

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Die NATO wurde als westliches Verteidigungsbündnis gegründet, da die westlichen Staaten der Meinung waren, dass von der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten Aggression ausgehen könnte.

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Ich weiß ja nicht genau, warum diese Typen diese Idee hatten, aber es war auf keinen Fall, um sich vor dem (bösen, bösen) Ostblock zu schützen ... ^^

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Kommentar von Jewi14
16.03.2016, 16:51

Doch, genau deswegen! Hinter dem bösen Ostblock steckte Stalin und seine aggressive Expansion.

Oder willst du mir etwa erzählen, die Berliner Blockade hätte nie stattgefunden.

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Kommentar von TT1006
19.03.2016, 18:20

Diese Antwort kann Spuren von IRONIE enthalten! Für eventuelle Fehlinterpretationen bin ich nicht verantwortlich!

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Die mangelnde  Bereitschaft der UDSSR nach 1945 abzurüsten, wie es im Westen tatsächlich geschah, und der wilde Expansionsdrang  des Kreml waren die westlichen Triebfedern für die Einigung des Westens. Am4.4.1949 wurde daher die NATO  gegründet. Die UDSSR hatte nach dem Krieg weder demobilisiert noch abgerüstet. 1948 hielt sie 4,5 Mio Soldaten (ohne Verbündete!) unter Waffen. Die Rüstungsindustrie lief auf vollen Touren. Im Westen war dagegen bereits 1946 die Truppenstärke auf 879 OOO Mann zusammengeschrumpft. der Kreml bildete nach sowj. Vorbild Streitkräfte in Bulgariens, Rumäniens, Ungarns aus, Eine eklatante Verletzung der 1947 geschlossenen Friedensverträge.

1949 standen in W Deutschland nur mehr 12 000 US Soldaten. Daher auch die Stationierung von A-Waffen. Ist auch in den Geschichtsbüchern nachzulesen. Umsturzversuche der russ. Brüder (Freunde sucht man sich aus-Brüder bekommt man ) usw....

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Kommentar von TT1006
17.03.2016, 17:00

Sehr einseitige Betrachtung. Im Kalten Krieg gab es schlichtweg keine "Guten", wie es nach wie vor noch viele Medien propagieren. Auch heute noch merkt man - auch in den deutschen Medien - immer wieder eine (leicht) verzerrte Darstellung von vielem. Oftmals wird Russland und deren Verbündete als die Bösen dargestellt, während die USA und ihre Verbündeten die Guten sind.

Nehmen wir als Bsp mal "Pussy Riot". Wer sich nicht mehr erinnert: Das war eine Band, die 2012 in einer christlich-orthodoxen Kirche mit gestrickten Skimasken auftraten. In den Medien wurde der Prozess daraufhin aufs Schärfste kritisiert und als politischer Prozess abgetan. Was dabei vergessen wurde: 1. Auch in Deutschland oder vielen anderen Ländern hätte es einen Prozess bzw wenigstens eine Strafe gegeben, wenn Unbefugte auf dem Podium einer Kirche einen solchen Auftritt hinlegen würden. 2. Maßlos überzogene Strafen (in diesem Fall 2 Jahre Lagerhaft, agzgl. 6 Monate Untersuchungshaft) gibt es nicht nur in Russland. Ganz im Gegenteil. So gibt es in den USA nach wie vor die Todesstrafe - in Russland nicht mehr.

Und um nochmals auf die Parteien im KK zurückzukommen: Auch hier sah die UdSSR (als Vorgänger Russlands) nicht gerade gut aus und hat viel "Schlechtes" getan - aber genauso auch der Westen. Nicht umsonst kam es zur 68er-Bewegung und damit zu massiven Protesten u.a. auch gegen die USA und ihre Außenpolitik. Bis heute lässt sich diesen auch vorwerfen, maßgeblich an der Entstehung und Etablierung terroristischer Organisationen beteiligt zu sein. Ofc nicht direkt, aber als Grund für die Radikalisierung. Und spätestens wenn Mr. Meerschweinchenfrisur dort Präsident wird, kann keiner mehr sagen, die USA seien besser als Russland.

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