Was ist zu tun bei Erhalt einer Änderungskündigung und welche Möglichkeiten gibt es dagegen vorzugehen?

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3 Antworten

Wie groß ist denn der Betrieb? Wie lange arbeitest Du schon dort?

Bei Änderungskündigungen gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Du nimmst an und arbeitest zu den neuen Bedingungen
  2. Du lehnst ab und aus der Änderungskündigung wird eine Beendigungskündigung
  3. Du nimmst unter Vorbehalt an

Bei 2. und 3. musst Du innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht einreichen. 

Bei 3. hast Du den Vorteil dass Du, im Gegensatz zu 2., keine Beendigungskündigung hast. Du arbeitest hier zu den neuen Bedingungen bis das Arbeitsgericht entweder die Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung bestätigt hat, dann gilt der neue Vertrag, oder die Ä-Kündigung ablehnt. Dann arbeitest Du zu den alten Bedingungen.

Wichtig ist dass das Kündigungsschutzgesetz greift und der AG muss auch in einer Änderungskündigung die regulären Kündigungsfristen beachten. Von heute auf morgen greift diese also oft nicht weil AN z.B. eine Kündigungsfrist von drei Monaten haben und vorher der neue Vertrag nicht gelten kann.

Ersteinmal muß 3 Wochen nach Zugang Klage eingereicht werden und Du mußt dem Arbeitgeber mitteilen, ob Du die Änderungskündigung unter Vorbehalt annimmst (dem Vorbehalt der Überprüfung durch das Arbeitsgericht) oder nicht annimmst. Dann wird die Änderungskündigung wie eine Beendigungskündigung behandelt.

Natürlich kannst Du die Änderungskündigung ohne Klage annehmen. Letztendlich eine Abwägungsfrage: Was soll geändert werden? Wie wichtig ist Dir der Arbeitsplatz etc.

Die Rechtsfragen sind kompliziert und Du solltest mit einem erfahrenen Rechtsanwalt zumindest eine Erstberatung vereinbaren um über die verschiedenen Optionen Klarheit zu gewinnen.

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