Was ist wichtiger für Gläubige und Religionen? An Gott glauben oder die Art, wie man lebt?

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Liebe/r valentin301,

Deine Frage mag interessant sein, jedoch provozieren solche Fragen leider auch immer wieder religiös stark tendenziöse Äußerungen, die hier nicht erwünscht sind. Ich möchte Dich und auch die hier Antwortenden bitten, Rücksicht darauf zu nehmen. Die Beiträge werden sonst gelöscht.

Bitte schaut diesbezüglich doch noch einmal in unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy.

Vielen Dank für Euer Verständnis.

Herzliche Grüße,

Karina vom gutefrage.net-Support

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin mir sehr sicher, dass es wesentlich wichtiger ist, wie man lebt als dass man glaubt.

Jetzt werden einige sagen: "Klaro sagt die annakonda das, sie glaubt ja auch nicht. Wäre ja schön dumm von ihr, dann was anderes zu behaupten."

Aber ich habe mir durchaus einige Gedanken gemacht, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen:

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Zum einen wäre da die Pascalsche Wette.

Valentin, du kennst sie, aber für die, die nicht wissen, was die Pascalsche Wette besagt, eine kurze Zusammenfassung:

Blaise Pascal formulierte das berühmte Argument, es sei stets die bessere Wahl, an Gott zu glauben. Denn im Falle der Existenz Gottes sei man damit auf der sicheren Seite, im gegenteiligen Fall sei es sowieso egal.

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Ich würde diese Wette für meine Ausführungen gern umdrehen und nenne das mal ganz flapsig die annakondasche Wette. Diese besagt, dass es stets die bessere Wahl ist, nicht an Gott zu glauben. Denn wenn Gott nicht existiert, wovon man ja als Ungläubiger ausgeht, dann hat man keine Lebenszeit mit Beten, Kirchgängen, Beichten und Angst vor der Hölle vergeudet.

Man konnte sein Leben ausfüllen ohne dem Zwang zu unterliegen, einem Gott gefallen zu wollen. Das heißt auch, dass man Gedankenfreiheit genossen hat und sich mit der Natur und z.B. der Evolution beschäftigen kann, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber einem Gott haben zu müssen.

Sollte es dann doch einen Gott geben, gilt für das Leben das gleiche. Einzig was nach dem Tod auf einen wartet, ist der Unterschied. Da befürchte ich allerdings nach einem derart geführten Leben – immer davon ausgehend, dass dieses Leben nach den gängigen Moral- und Wertvorstellungen geführt wird – keine Probleme mit einem Gott. Die Gründe hiefür werde ich jetzt näher erläutern.

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Gott wird unter den Menschen als gut angesehen. Menschen, die an ihn glauben, folgen seinen Anweisungen, auch wenn diese ihnen sinnlos oder gar falsch vorkommen, denn die Wege des Herrn sind unergründlich.

Menschen, die nicht an diesen Gott glauben, sind frei von jeder Wertvorstellung, da sie annehmen, dass er nicht existiert.

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Gott hat also insgesamt eindeutig eine positive Ausstrahlung.

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Ein guter Gott würde ein Leben nach der annakondaschen Wette geführt nicht verurteilen können, denn solch ein Leben ist sicherlich wertvoller für die Menschheit, als das eines Missionars, der mit aller Gewalt versucht, das Christentum zu verbreiten.

Ein wahrhaft guter Gott würde auf das Leben schauen, auf den Umgang mit den Mitmenschen, auf die wirkliche Nächstenliebe und auf ein reines Herz. Und nicht auf die Kirchgänge, die abgelegten Beichten oder die Anzahl der Gebete oder der missionierten Personen.

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Wenn man sich allerdings die Bibel anschaut, dann muss man berechtigte Zweifel gegen die Güte dieses Gottes erheben. Dort wirkt er oft wie ein dummes eifersüchtiges Kind.

Sollte es tatsächlich den in der Bibel dargestellten Gott geben, dann würde man als Atheist wohl in der Hölle landen.

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Doch Moment mal…kann das sein? Ist Gott nicht allmächtig und allwissend? Wie kann ein allwissender Gott dumm sein? Das ist ja ein Widerspruch.

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Wenn man jedoch die Bibel für bare Münze nimmt, dann muss man davon ausgehen, dass Gott dumm ist. Denn – und an dieser Stelle möchte ich gerne Forrest Gump zitieren - "Dumm ist der, der Dummes tut!"

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Das heißt im Klartext: Der Gott der Bibel handelt böse und dumm.

Ergo ist er dumm.

Gott ist jedoch allwissend, kann demnach nicht dumm sein.

Daraus folgt: Der biblische Gott kann nicht existieren.

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So bleiben also nur die 2 bereits beschrieben Möglichkeiten, bei denen ein nach der annakondaschen Wette geführtes Leben keine Probleme bringen würde, sondern im Gegenteil zum größtmöglichen Nutzen des einmaligen Geschenkes, genannt Leben, führen würde.

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Außerdem gibt es mindestens einen weiteren Grund, der gegen die Existenz eines Gottes spricht, der Ungläubige geradewegs in die Hölle befördern würde:

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Da wären die vielen unterschiedlichen Religionen und somit keine Chancengleichheit, da man in das entsprechende Leben zufällig hineingeboren wird. Was soll einer machen, der sein Leben lang nichts von Religion gehört hat? Er hat vielleicht ein wunderbar ehrliches und friedliches Leben geführt…und er soll in der Hölle landen, weil ihm niemand von Gott erzählt hat?

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Würde es einen Gott geben, der so etwas zulässt, dann sollte man wohl heilfroh darüber sein, nicht bei ihm im Himmel zu landen.

Hallo Annakonda, mich würde mal interessieren, was genau an "Gott aus der Bibel" Du so dumm findest. Wahrscheinlich Dinge aus dem alten Testament? Sexuelle Beschränkungen? Und das Neue Testament und was Jesus sagte, ist das auch dumm? Und findest Du auch die psychologische Autosuggestion, Meditieren und Willenskraft dumm? Denn ich sehe da Parallelen und Verwandschaften zum Beten, das Du als Zeitverschwendung ablehnst.

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@Ohmygod

Hey ho mein Freund!

Natürlich musste ich die ganze Sache etwas überspitzt ausdrücken, ansonsten hätte ich das Zitat nicht so gut einbauen können.

Dumm ist eigentlich nicht ganz das richtige Wort. Eher grausam und seinem Namen nicht immer gerecht werdend. es stehen viele tolle Dinge in der Bibel, aber eben auch viele schreckliche Dinge. Das wollte ich eigentlich nur damit ausdrücken.

Ich will damit Gott nicht völlig ausschließen, aber in meinen Augen kann es den in der Bibel beschriebenen Gott nicht geben. Wenn es jedoch etwas Göttliches gibt, dann will dieses Etwas bestimmt nicht nur blinden Glauben. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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@nitnelav

Heya, meine Freundin! Na, da stimmen wir doch dann wohl einigermaßen überein (siehe meine Antwort). Wobei ich halt nur glaube, daß die Bibel eben auch genug Hinweise darauf enthält, daß man eben nicht nur blind irgendwelche geschriebenen Dinge glauben soll, sondern auch nach seinem Gewissen handeln. Und ich glaube auch an positive Seiten und Kräfte des Glaubens. Was aber zum Beispiel den Umgang mit wissenschaftlichen Experimenten und Erkenntnissen betrifft, bin ich absolut für die "Annakondasche Wette": Man DARF dabei nicht glauben oder wollen sondern muß allein das Ergebnis anschauen - es mündet sonst in Mißbrauch, Fälschung und Betrug sich und Anderen gegenüber. Einzig und allein das, was man dann mit den Ergebnissen anfängt, hängt von subjektiven Entscheidungen ab.

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Anna, was für eine wunderbare, ausgewogene und durchdachte Antwort. Du verdienst mehr als den einen Daumen, den ich hier geben darf, dafür.

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@holodeck

Herzlichen Dank allen für ihre Antworten, sehr viele davon habe ich als sehr hilfreich empfunden und es ist deshalb auch nicht leicht, die hilfreichste Antwort zu benennen. Manchmal lässt man das ja auch noch offen, weil man sich nicht entscheiden kann. In diesem Fall habe ich mich aber doch entschieden. Für mich die durchdachteste, kreativste und wunderbarste Antwort ist die von Annakonda. Ich danke Dir, man merkt Deiner Antwort förmlich an, wie viel Spaß Dir die Beantwortung gemacht hast, und mir hat sie sehr,sehr geholfen.

Ich möchte mich weiterhin besonders bedanken bei Buchfink, Holodeck, Angel, Salzundlicht, Gritti, Ohmygod, Johmarie und Snoop27, deren Antworten für mich gleich dahinter an zweiter Stelle sind und die mir sehr gut gefallen haben.

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Ich denke, jeder Betroffene sieht das anders, jeder auf seine besondere Art, da wir doch alle in höchst unterschiedlichen Umständen (Kultur, Religion, geografische Lage, Familiengeschichte, Anzahl von ev. Geschwistern, also jeder von uns mit seinem ganz persönlichen Weltbild aufwächst.

Wie sollte man denn da irgendetwas verallgemeinern (können)?

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