Was ist, wenn sich die CSU und CDU nicht einigen?

8 Antworten

CDU und CSU waren schon immer zwei unabhängige Parteien, die zu einem Großteil Übereinstimmung finden, sagen wir mal zu 85 - 90 %. Die restlichen 10 - 15 % waren schon immer Streitthemen zwischen diesen Parteien.

Der damalige CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß schrieb auch in den 80er Jahren seitenweise Briefe und beschwerte sich über dies und das. Auch beabsichtigte Herr Strauß damals schon die Abspaltung von der CSU und wollte sich bundesweit ausdehnen. Nachdem Herr Dr. Helmut Kohl ihm dann klar machte, dass die CDU dann auch nach Bayern kommt und ihm dann auch Stimmen wegnimmt und sie am Ende dann als Koalitionspartner wieder enden, ließ Strauß von diesem unkalkulierbaren Plan ab.

Kohl machte ihm nämich klar, dass die CDU dann nur einen Landesverband gründen müsse, während die CSU zehn Landesverbände hätte gründen müssen. Da fiel dann auch bei Herrn Strauß der Groschen der Klugheit.

Bisher haben sich CDU und CSU am Ende immer schon geeinigt. Jetzt muss man doch erst einmal die Parteitage und die Gespräche abwarten. Ich gehe ganz fest davon aus, dass es zu einer Jamaika-Koalition kommen wird, weil Neuwahlen keiner von diesen Parteien nutzen würde.

Ist es nicht so dass man in Bayern nur CSU und nicht die CDU wählen kann und dafür in den anderen Bundesländern nicht die CSU? Das würde dann geändert werden, dass man überall beide wählen kann?
Müsste es dann nicht Neuwahlen geben, schließlich gäbe es dann ja Stimmzettel

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@Titanium55

Nein, deswegen gäbe es keine Neuwahlen. Das würde dann bei der nächsten Wahl erst greifen.

Wenn sich jetzt Frau Petry mit anderen Abgeordneten innerhalb der Fraktion zu einer neuen Partei abspalten, gibt es ja auch keine Neuwahlen. Denn diese "neue Partei" hat ja keiner gewählt.

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CDU und CSU sind rechtlich eigenständige Parteien, die sich in der Vergangenheit lediglich dazu entschlossen haben, im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft zu bilden. Sie können sich natürlich auch dafür entscheiden, dies irgendwann mal nicht mehr zu tun. Damit wurde ja in jüngster Zeit immer mal wieder gedroht, insbesondere von der CSU.

Bei Frauke Petry ist es ein wenig anders. Sie war Mitglied der AfD und hat für die Partei ein Mandat geholt, sich dann aber entschlossen, kein AfD-Fraktionsmitglied (und später gar kein Afd-Mitglied) mehr zu sein.

Ist es nicht so dass man in Bayern nur CSU und nicht die CDU wählen kann und dafür in den anderen Bundesländern nicht die CSU? Das würde dann geändert werden, dass man überall beide wählen kann?

Müsste es dann nicht Neuwahlen geben, schließlich gäbe es dann ja Stimmzettel

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@Titanium55

Wieso sollte es Neuwahlen geben?

CDU und CSU sind Parteien, die sich beide freiwillig entschlossen haben, nur in bestimmten Bundesländern vertreten zu sein. Sollten sie diese räumliche Trennung irgendwann aufheben (wie es FJS schon 1976 wollte) müssten sie eben weitere Landesverbände gründen und mit Landeslisten an der nächsten regulären BTW antreten.

Vor kurzem wurde auch gerichtlich festgestellt, dass es keinen Anspruch gibt, die CDU in Bayern wählen zu können. http://www.br.de/puls/themen/welt/cdu-csu-bundesweit-waehlbar-100.html

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Die CSU liebt es nach außen auf den Topf zu schlagen. Das ist leeres Getöse, schmeichelt aber den bayerischen Wähler.

Die CSU funktioniert in Bayern seit Jahrzehnten als Partei, die alle Fäden in den verschiedensten Bereichen in der Hand hält. Diese Seilschaften gehen weit über normale Parteipolitik hinaus. Sie wären akut gefährdet, wenn die CDU in Bayern antreten würde.

Selbst wenn die CSU bundesweit mehr Stimmen als in Bayern bekommen würde, wäre es ein Verlust ihrer Macht in Bayern.

Das weiß auch die Führung der CDU. Sie hat die CSU in der Hand.

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