Was ist wenn man die nicht vergebbare Sünde begangen hat?

14 Antworten

Ich denke, dass es bei der Sünde gegen den Heiligen Geist darum geht, dass Menschen wie die Pharisäer die Wunder Jesu gesehen und miterlebt haben und eigentlich wussten, dass Jesus Christus der von den Propheten verheißene Messias ist und ihn trotzdem ablehnten und seine Wundertaten sogar dem Satan zuschrieben (vgl. Lukas 11,15 und Matthäus 12,24).

In Markus 3,28-30 wird dies deutlich: "Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einem ewigen Gericht verfallen. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist."

Eine recht gute Erklärung dafür findet sich beispielswiese hier: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=634

Hallo Edmundbauer,

habe auch gelesen, was Du 'getan' hast. Und Du bereust es sehr. Wahrscheinlich kamen Deine Worte auch eher 'aus dem Affekt' heraus. Das heißt, dass Du unendliche Wut wohl empfunden hast oder Enttäuschung oder ein anderes Gefühl von Hass, Angst, gefühlte Hilflosigkeit bzw. -Ohnmacht oder ähnliches. Mit anderen Worten: Dir ging es nicht gut.

Inzwischen siehst Du diese Situation anders, hast Dich beruhigt. Und Gott hat auch Dir 'Impulsivität' mit auf Dein Lebensweg gegeben. Nun hat er Deine Impulsivität abbekommen. Dennoch arbeitest Du an Dir und Deinem Sein. Und ja, Worte können gewiss verletzen. Trotzdem siehst Du es nun anders und möchtest es auch 'wieder gut machen' - aus reinem Herzen. Daher nehme ich stark an, dass Du Dich umsonst so quälst.

Bitte glaube an das, was Dir Kraft, Mut und Orientierung bringt. Glaube auch an Dich und Dein Sein. Aus Fehlern kann gelernt werden. Manchmal werden die gleichen Fehler öfter getan. Wenn Du Dich nun allerdings 'in deine Schuld' hineinsteigerst, so wirst Du auch wieder mehr Verzweiflung spüren. Dies ist somit 'der falsche Weg'. Der Gott, an den ich glaube, dieser richtet nicht. Verurteilt nicht. Und dieser kann auch etwas 'aushalten', solang es authentisch ist (also nicht boshaftig).

Eigene Wege finden. Egal, wie viel herumgeirrt wird. Aber bitte glaube genauso viel auch an Dich. Denn es ist Dein Leben. Du darfst die Welt erforschen und entdecken. Du darfst Sein, weil Du bist.

Hallo Edmundbauer,

ich kann gut verstehen, wenn Du tief beunruhigt bist. Wie in einem Deiner Kommentare zu lesen ist, denkst Du, Du habest die unvergebbare Sünde deswegen begangen, weil Du einmal gesagt hast, Gott sei der Teufel. Glaubst Du wirklich, das sei die Sünde gegen den heiligen Geist, von der Jesus Christus einmal sprach? Wahrscheinlich beziehst Du Dich auf folgende Aussage:

"Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden.  Zum Beispiel, wer irgendein Wort gegen den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden; wer immer aber gegen den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, nein, weder in diesem System der Dinge noch in dem kommenden" (Matthäus 12:31,32).

Hierbei geht es jedoch um eine willentliche und vorsätzliche Lästerung gegen den heiligen Geist, der einem bösen Herzen entspringt. Zweifellos ist die Äußerung, Gott sei der Teufel, eine Lästerung gegen Gott. Dabei wäre jedoch zu fragen, was in Deinem Fall der Beweggrund für Deine Äußerung war und inwieweit Dir die Sache  wirklich bewusst war. Immerhin hast Du Dich später davon ja distanziert und heute tut es Dir offenbar leid.

Der Apostel Paulus beispielsweise, war, wie er selbst sagte, einst ein "Lästerer", da er die ersten Christen verfolgt und dem Tod überliefert hatte. Darüber schrieb Paulus einmal:

"...obwohl ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein unverschämter Mensch war. Dennoch wurde mir Barmherzigkeit erwiesen, weil ich unwissend war und im Unglauben handelte" (1. Timotheus 1:13).

Rein menschlich gesehen, könnte man denken, Gott könne dem Paulus wegen des Ausmaßes seiner Sünden nicht mehr vergeben; dennoch tat er es, da ihm zum Zeitpunkt seiner Taten nicht bewusst war, wie schlimm das, was er getan hatte, in Wirklichkeit war. Nachdem ihm jedoch die Schwere seiner Sünde klar wurde und er von Herzen bereute, vergab Gott ihm bereitwillig. Paulus hatte also, obwohl er schwer gesündigt hatte, eindeutig nicht die unvergebbare Sünde begangen.

Gegen den heiligen Geist zu sündigen heißt, sich ihm willentlich zu widersetzen, und zwar aus dem Grund, weil das Herz durch und durch böse geworden ist, so dass es kein Zurück mehr gibt. Meinst Du wirklich, dass Du ein solch böses Herz hast? Beweist nicht allein Deine Reue, das dem nicht so ist?

Es gibt in der Bibel Beispiele von Personen, die sich der Sünde gegen den heiligen Geist schuldig gemacht haben. Dazu zählten z.B. die Pharisäer und Schriftgelehrten, als Gruppe gesehen. Obwohl sie mit eigenen Augen gesehen hatten, welche Wunder Jesus Christus durch Gottes Geist vollbracht hatte, widerstanden sie ihm und schmiedeten sogar Mordpläne gegen ihn. Ihr Herz hatte einen Grad von Bosheit erreicht, der keinen Gedanken an Reue mehr zuließ. Das gleiche kann von Judas Iskariot gesagt werden, der von Jesus als "Sohn der Vernichtung" bezeichnet wird (Johannes 17:12). Obwohl er als einer der 12 Apostel zu Jesu engsten Vertrauten gehört hatte und viele seiner Wunder aus nächster Nähe beobachtet hatte, war seine Habgier größer als die Liebe zu seinem Herrn. 30 Silberstücke reichten ihm, um ihn zu verraten. Sein Handeln entsprang einem durch und durch bösen Herzen.

Vor wenigen Tagen las ich einen Artikel, betitelt, "Was ist die unvergebbare Sünde?". Darin hieß es u.a. :

"Wer sein sündiges Verhalten hasst und sich wirklich ändern möchte, hat die unvergebbare Sünde nicht begangen. Gott kann selbst jemandem vergeben, der wiederholt in dasselbe sündige Verhaltensmuster zurückgefallen ist — vorausgesetzt, er hat sich Gott gegenüber nicht verschlossen (Sprüche 24:16).

Manche werden allerdings immer wieder von Schuldgefühlen gequält und denken deswegen, sie hätten sich der unvergebbaren Sünde schuldig gemacht. Die Bibel sagt aber, dass wir uns nicht immer auf unsere Gefühle verlassen können (Jeremia 17:9). Gott hat uns nicht das Recht gegeben, über jemanden ein Urteil zu fällen — nicht einmal über uns selbst (Römer 14:4, 12). Er kann uns vergeben, sogar wenn wir uns selbst nicht vergeben können (1. Johannes 3:19, 20)" (Quelle: jw.org - Bibel und Praxis - Fragen zur Bibel).


Du siehst also, das Thema "Unvergebbare Sünde" muss ein wenig differenzierter gesehen werden. Ich hoffe, dass Dir dieser biblische Aufschluss geholfen hat, die Dinge klarer zu sehen und wieder ruhiger schlafen zu können!

LG Philipp

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