Was ist, wenn man beruhigungstabletten einnimmt und beim fahren von der polizei angehalten wird

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7 Antworten

Hallo iN33DADRENALiN,

gerade bei Tabletten ist diesbezüglich eine pauschale Aussage zu Treffen nicht möglich.

Zum rechtlichen Aspekt:


§ 316 Trunkenheit im Verkehr

Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.


Der eben beschriebene Paragraph stellt anders als es die Überschrift vermuten lässt, nicht nur das Fahren unter Alkoholeinfluss unter Strafe, sondern auch das Führen von Fahrzeugen, wenn man z.B. durch Tabletten nicht in der Lage ist das Fahrzeug sicher zu führen.

Das bedeutet im Klartext, es kommt nun da drauf an, ob Du durch das Medikament noch in der Lage bist das Fahrzeug sicher zu führen.

Nicht jedes Medikament führt auch zur Einschränkung der Fahrsicherheit. Wenn Du schon merkst, dass Dich das Beruhigungsmittel in den Reaktionen oder sonst wie einschränkt, darfst Du auf gar keinen Fall ein Fahrzeug führen.

Aber manchmal merkt man auch gar nicht selber, dass einen das Medikament, welches man einnimmt, in der Fahrsicherheit beeinträchtigt.

Deshalb ist es sinnvoller, nicht hier im Forum die Frage zu stellen, sondern dieses ist eine Frage an Deine Apotheke oder an Deinem behandelnden Arzt.

Wenn der Dir der Apotheker oder Arzt sagt, mit dem Medikament darfst Du nicht fahren, ist die Sache klar. Hände weg vom Steuer.

Im Umkehrschluss. Sagt Dein Arzt und der Apotheker, dass dieses Medikament nicht zur Fahruntüchtigkeit führt und Du stellst auch selber keine Einschränkung fest, bist Du auf der sicheren Seite und darfst auch Auto fahren.

In allen anderen Fällen, spielst Du nicht nur mit Deinem Führerschein, sondern auch mit Deiner und der Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmen und im Falle eines von Dir verschuldeten Unfalles kann Dich die Versicherung bis zu 5000 Euro in Regress nehmen. Selbst wenn Du den Unfall nicht verschuldest, kann es passieren, dass die gegnerische Versicherung die Leistung verweigert oder zumindest stark kürzt.

Achja, nicht zu vergessen, dass Du dann eine Strafverfahren am Hals hast, welches wiederum dazu führen kann, dass Du vorbestraft bist, was wiederum dazu führen kann, dass Deine Chancen auf einen Arbeitsplatz eingeschränkt werden.

Das zu rechtlichen Seite.

Von der logischen Seite. Wenn Du keinen Unfall baust und auch sonst nicht auffällig fährst, wird Dich die Polizei nicht anhalten und noch weniger Dein Blut auf Medikamente untersuchen lassen.

Schöne Grüße
TheGrow

Hallo

dazu schauen wir in den § 14 FeV, dort steht:

(1) Zur Vorbereitung von Entscheidungen über die Erteilung oder die Verlängerung der Fahrerlaubnis oder über die Anordnung von Beschränkungen oder Auflagen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde an, daß ein ärztliches Gutachten (§ 11 Absatz 2 Satz 3) beizubringen ist, wenn Tatsachen die Annahme begründen, daß

  1. mißbräuchliche Einnahme von psychoaktiv wirkenden Arzneimitteln oder anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen vorliegt.

http://www.fahrerlaubnisrecht.de/FeV/FeV14.htm

solltest du also deine Medikamente missbräuchlich einnehmen (du nimmst also die dreifache Menge als angeordnet) kann ein äG angeordnet werden.

keine MPU

Es gibt Beruhigungsmittel und Beruhigungsmittel. Lies die Packungsbeilage. Da steht dann drin, ob Fahren oder Bedienen von Maschinen dann noch erlaubt ist.

Wenn nicht, dann solltest du damit auch nicht fahren. Sollte etwas passieren kann es dann passieren, daß du die Schuld bekommst, auch wenn nach der Situation der Unfallgegner schuld wäre. Außerdem bekommst du dann auch eine Strafe wegen Fahren unter Medikamenteneinfluß.

Aber bei einer normalen Verkehrskontrolle sollten Polizisten das eigentlich nicht feststellen können.

wenn es ein Beruhigungsmittel mit "benzodiazepinen" als Wirkstoff ist, dann wird das sehr wohl auf einem Schnelltest angezeigt, denn solltest Du zB. " Dia's" nehmen, laß besser das Fahrzeug stehen. Maschinen unf Fahrzeuge sind Tabu. Es kommt dann auf Deine eventuelle " Vorgeschichte" an, WIE das gewertet wird. Einer, der schon mit dem BtmG ( Betäubungsmittelgesetz) in Kontakt gekommen ist- wird dann- an Ort und Stelle- eben bei der Kontrolle- schon mal anders behandelt, als ein Älterer Herr, der unbescholten ist. Das ist leider so, habe es am eigenen Leeib erfahren müssen. Wenn Du diesbezüglich nie aufgefallen bist, wirst Du auch keine Post von der Führerscheinstelle bekommen. Wenn es allerdings als " Beikonsum" gewertet wird, wird es Eng

Die Frage sollte nicht sein, was passiert, wenn dich die Polizei anhält, sondern: Was passiert, wenn ich andere Menschen verletze, weil ich nicht den Anforderungen der "Fahrtüchtigkeit" entspreche? Willst du dann damit leben? Wie wirst du dann damit leben? (Hinter Gittern?)

Frag den Apotheker deines Vertrauens und/oder deinen (behandelnden) Arzt... Alles andere ist nicht nur dumm, sondern geimeingefährlich! Und das wollen wir ja nicht... ;)

Das sind doch normale Medikamente ?!

Nix passiert, weil es die Polizei gar nicht merkt und es nicht nachgewiesen werden kann.

penabu 02.07.2013, 06:24

Ich nehme Zellers Beruhigungsdrages auf natürlicher Basis.

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magni64 02.07.2013, 06:29

Es wird bei "Schnelltests" nicht entdeckt. Aber bei Blutuntersuchungen kann es durchaus leicht nachgewiesen werden.

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TheGrow 02.07.2013, 10:27
@magni64

Aber bei Blutuntersuchungen kann es durchaus leicht nachgewiesen werden.>

Das ist so nicht ganz korrekt.

In der Regel, wird das Blut nur auf Drogen und auf Alkohol untersucht. Ist dieses der Fall, werden die Medikamente im Blut gar nicht entdeckt.

Selbst, wenn man vermutet, dass Medikamente im Blut sein könnten, ist der Nachweis nicht so einfach. Man muss schon genau auf das ein spezielles Medikament oder noch besser gesagt auf einen bestimmten Wirkstoff testen um diesen auch zu finden.

Es funktioniert nicht, dass man Blut entnimmt, in den Spektrographen steckt und der sagt einen, "Ah, der gute Mann, hat 2 Tabletten des Beruhigungsmittels XYZ genommen"

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