Was ist Weltethos? (Vortrag)

2 Antworten

Das Projekt Weltethos ist ein Versuch, die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen zu beschreiben und ein gemeinsames Ethos, ein knappes Regelwerk aus den Grundforderungen aufzustellen, welche von allen akzeptiert werden können. Alle großen Religionen sagen ,, Du sollst nicht Morden, Du sollst nicht lügen, du sollst nicht die Ehe brechen, Du sollst nicht stehlen.

Es ist wichtig, das es bekannt ist, und das alle großen Religionen diese Gemeinsamkeiten haben, und das uns diese Gemeinsamkeiten, verbinden, und die Unterschiede uns Trennen, Aber wir wollen Gemeinsamkeiten, denn nur dann sind wir stark, denn alle wollen Frieden, niemand will Krieg. Wer Gemeinsamkeiten hat, der läst sich nicht so schnell zum Krieg aufstacheln, Der läst sich nocht so schnell blenden.

Das Internet ist voll davon. Z.B. das da:

http://www.internetloge.de/arst/Weltethos.pdf

Dann hier eine Kritik von "bible-only dot org": Schon die Adresse zeigt Abgrenzung an und Alleinseeligmachungsanspruch, woran das "Illusorische" des Projekts Weltethos erkennbar wird (mein Kommentar in eckigen Klammern):

" 1) Die großen Weltreligionen sind weder gleich noch gleichwertig. [Da wird gleich zu Beginn eine Wertung gesetzt.]

Die Menschen unterschiedlicher Religionen beten nicht den gleichen Gott an [Was korrekt ist und bereits der Hauptgrund von "wir sind besser"]. Es gibt kein gemeinsames Weltethos der Nächstenliebe, der Toleranz und der Gewaltlosigkeit in den großen Weltreligionen [Damit wird dem Projekt von Anfang an die Grundlage entzogen.]. Zwar lassen sich in allen Weltreligionen immer wieder die gleichen Tugendkataloge (Nichttöten, Nichtverletzen, Nichtlügen usw.) finden, doch in ihrem (oftmals geheimgehaltenen) Kern unterscheiden sich die Lehren und Praktiken der großen Weltreligionen voneinander [Die Unterstellung des "Geheimen" enthält im Kern die Unterstellung der Lüge bei anderen. Damit wird auch jedes Vertrauen entzogen.]. Allein das strikt biblisch fundierte Christentum ist eine Religion der uneingeschränkten Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit [Alleinstellungsanspruch der biblich Radikalen. Das schließt sogar die Weltreligion der Katholiken aus. Das ist ein Fedehandschuh und keine Friedensangebot]. Jesus Christus verbietet Mord, Hass und Gewalt in jeder Form und aus jedem Grund, und er verbietet uns, unsere Mitmenschen zu richten und zu verurteilen [Was sie selbst inhaltlich gerade tun! Außerdem sind sie gegenüber der eigenen Geschichte blind! Dass ihr eigener Glaube mit Alleinstellungsmerkmal eine Kampfansage ist und kein Friedenszweig entgeht ihnen offensichtlich]. Gott allein hat das Recht zu richten und zu urteilen. Die außerchristlichen Religionen (namentlich Islam, Hinduismus und Buddhismus; siehe dort) enthalten — offen und verdeckt — Lehren und Praktiken des Diffamierens (Frevler, Lügner), des Hassens, des Bekämpfens und des Tötens im Namen des Glaubens [Mir ist nicht bekannt, dass die genannten Religionen die Kreuzzüge begonnen hätten, ohne Unterlass Ketzer verfolgt und verbrannt hätten. Es waren auch die Evangelikalen, die ihre gewaltsame Mission mit dem weltweiten kriegerischen Imperialismus verknüpft haben. Wer so anderen von vornherein den Fedehandschuh hinwirft ist wahrhaftig ein Ausbund des Friedens.].

2) Der Fehler von Küng besteht darin, dass er nicht korrekt zwischen hermeneutischen und normativen Verfahren unterscheidet.

Hätte er gefordert, alle Religionen sollten eine Kultur der Gewaltlosigkeit und Toleranz entwickeln, wie sie die Bibel entfaltet [Hier ist natürlich nur die von ihnen interpretierte Bibel gemeint. D.h. entweder alle beugen sich unserem Urteil, oder alle anderen sind verdammt und erst gar nicht des Friedens und der Gewaltlosigkeit würdig. In diesen Vorbehalten drückt sich die eigene versteckte Überheblichkeit und Gewaltbereitschaft aus. Frieden und Gewaltlosigkeit nur zu unseren Bedingungen!], dann [...und nur dann...] wäre dies ein Beitrag zum Weltfrieden [Auf gut Deutsch: Frieden nur zu unseren Bedingungen, weil wir die einzig göttlich beglaubigten GUTEN auf dieser Welt sind - wobei wir es sind, die diese Beglaubigung ausstellen.]. Wer dagegen die oben erwähnten religiösen Lehren und Praktiken des Fernen Ostens und des Islam unter Hinweis auf eine politisch gewollte religiöse Toleranz fördert und verbreitet, der darf sich nicht wundern, wenn sich auch in unserem Land Hass und Gewalt ausbreiten [D.h. um des Friedens willen Krieg allen anderen! Eine interessante Logik!]. Denn in der Tat lässt sich in den Texten aller nichtchristlichen Religionen ein gemeinsamer Kern entdecken: Es ist nicht die von Küng postulierte "Kultur der Gewaltlosigkeit und Toleranz", sondern das gerade Gegenteil: die "Kultur der Intoleranz und Gewalt", in der das Kämpfen und Töten für die jeweilige Gottheit Mittel und Wege zur Erlösung und zum Heil sind [Interessant, dass sie bei anderen entdecken, was sie selbst gerade vorführen. Aber HEILIGE dürfen das!]. Vor diesem Hintergrund ist grenzenlose und blinde religiöse Toleranz gleichbedeutend mit der Akzeptanz und Verbreitung intoleranter, menschenverachtender und gewaltfördernder Ideologien. Die politische Lehre von der umfassenden und grenzenlosen Toleranz konsequent zu Ende gedacht würde bedeuten: das Morden und Töten von Nichtmuslimen, das Morden und Töten für Allah, Krisna oder tantrische Gottheiten (im Rahmen tantrischer Opferrituale) zu erlauben. Alles andere würde gegen deren Schriften und Glauben verstoßen, alles andere wäre "intolerant" [Der ganze Abschnitt ist eine einzige Kriegserklärung an alle Andergläubigen. Als praktisches Beispiel belegt er, wo im Kern die Illusion des Projekt "Weltethos" steckt. Religiöse mit Missionsauftrag sind per se nicht friedlich.]"

"3) Der Gott der Bibel möchte, dass alle Menschen von der Sündenschuld erlöst werden und ewiges Leben haben.

Der Gott der Bibel möchte, dass die frohmachende Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus allen Menschen mitgeteilt wird. Ob sie diese (gute) Nachricht annehmen oder ablehnen, das steht im freien Willen jedes einzelnen Menschen. Christen sind nur befugt, das "Schwert des Wortes" zu benutzen — und sonst nichts. [D.h. der Gott, wie sie ihn aus der Bibel interpretieren. Die vordergründig gute Absicht ist das Zuckerbrot und hinterm Rücken ist der Dolch des "NUR UNSER HEIL ODER KEINES" versteckt.] Die Lehren und Praktiken aller nichtchristlichen Religionen umfassen – wie schon erwähnt — andere Mittel: List und Tücke, Lug und Betrug, Kampf und Gewalt, Morden und Töten, Opferrituale und Magie [D.h. es kann überhaupt keine Verständigung mit Lügnern und Betrügern geben und die Wahrheit und Ehrlichkeit haben nur wir gepachtet!]. Der Islam bekehrt — wenn die Zeit reif ist – unter Umständen auch mit dem Schwert, das hat die Geschichte hinreichend bewiesen. Abtrünnigen und Kritikern droht er mit Mord, wie das Beispiel Sulman Rushdie zeigt. Die Formeln von der Gleichwertigkeit und Toleranz vermischen die Formen des Kampfes — den Kampf mit dem Schwert und den Kampf mit dem Wort (Gottes). Schlimmer noch: Religionen, die das Kämpfen und Töten rechtfertigen, die die Bekehrung mit dem Schwert predigen, müssen in Zukunft toleriert werden; während das bibeltreue Christentum, das jede Form der Gewalt ablehnt, mit dem Vorwurf des ">Fundamentalismus" diskreditiert und diskriminiert wird. Wer aber den Menschen das Wort als "Waffe" im Glaubenskampf, den "Kampf" mit Worten und Argumenten verbieten will, ist nicht tolerant, sondern Wegbereiter einer neuen, unheilvollen Diktatur. Vor allem dann, wenn es weiterhin gelingt, die Ablehnung und Kritik religiöser Lehren und Praktiken mit der Diskriminierung einer Glaubensgemeinschaft und/oder einer Person gleichzusetzen und zu einem Straftatbestand zu erheben." [Das ist IGNORANZ und INTOLERANZ in schlimmster Form. NUR WIR sind die Guten, vor allen anderen muss man mindestens auf der Hut sein. Man wundert sich über die Abgestumpftheit, weil spätestens beim Kontrolllesten würde jedem einigermaßen selbstkritischen Menschen auffallen, dass man sich selbst ausschließlich zu HEILIGEN erklärt und alle anderen zu TEUFELN. Jeder einigermaßen weniger bornierte Mensch wird erkennen, dass man selbst damit dem Frieden am meisten im Wege steht und offen das Kriegsbeil schwingt.]

Wenn man das gelesen hat, ahnt man, warum das Projekt WELTETHOS zur Wirkungslosigkeit verdammt ist. Man ahnt, dass Bornierte dieser Klasse wohl in allen Religionen anzutreffen ist, die für sich die Pflicht der Missionierung tragen.

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