Was ist ungewöhnlich an dem Gedicht ,,September " von Hermann Hesse?

2 Antworten

z.B. die PERSONIFIZIERUNG des Gartens und des Sommers: Ein Garten kann (in nüchterner Sprache) nicht trauern, und ein Sommer kann auch nicht  lächeln,Augen schließen usw. - Die Antwort ist doch ganz einfach!.

Hermann Hesse schreibt inspirativ, also nicht mit dem Verstand. Es läßt sich nicht erklären, da diese sogenannten Einfälle direkt ins Bewußtsein gelangen. Im allgemeinen erklärt diese Stimme im Kopf dem Menschen das, was er wahrnimmt. Kreativität stammt nur aus dem Bereich außerhalb des Denkens.

Hesse ist das wahrnehmende Bewußtsein, also nicht mehr die Person, welche einen Namen bekommen hatte, und welche eine Geschichte erlebt hat bis zum heutigen Tag der Niederschrift dieser Gedanken, welche im Grunde nicht aus dieser Welt sind.

Bewußtsein wird sich selbst bewußt, nachdem es sich beim Gang in die Materie selbst vergessen mußte, um sich nun durch all die gemachten Erfahrungen selbst bewußt werden zu können. Hesse tritt symbolisch beiseite, um dem Bewußtsein zu gestatten, sich selbst zu erklären.

Säen – Blüte – Ernte – Tod – daß sind die Stufen, welche jeder Mensch zu gehen hat. Ein Jeder geht alleine, umgeben von ebenfalls alleine Gehenden. Es ist im Grunde nur ein einziges Bewußtsein, welches sich in Millionen und Abermillionen Formen manifestiert hat, um sich durch jede einzelne Form selbst bewußt werden zu können.

Und so beginnt die Reise in das Reich des Denkens nach dem Verlassen des Paradieses, um durch den Gang dieser Gedankenfelder wieder in einem Paradies anzukommen. Doch dieses Mal ist sich der Mensch des Paradieses bewußt, was er zuvor nicht war, als er vom Baum der Erkenntnis essen durfte.

Doch aß er auch noch vom Baum von Gut und Böse, was ihm nun diese Desillusionierung eingebracht hatte. Hermann Hesse geht in die Illusion hinein, und durch sie hindurch, um sie zu überwinden, nicht um sie zu vernichten, was eine Unmöglichkeit darstellt.

Sommer ist Erntezeit. Gegen Ende des Sommers kündigt sich der Herbst an mit kühlen Nächten und frühen Nebelfeldern. Was sich noch bis zur Wärmezeit nach außen hin bewegt hatte, beginnt nun, in sich zu kehren. Diese Auswärtsbewegung kam zum Stillstand in den hohen Tagen der glühenden Hitze.

Doch wie jede Pflanze blüht, so kehrt sie nun heim ins Reich der Ruhe. Nach erfolgter Aktivität sehnt sich alles nach innerer Ruhe. Der Zenit ist überschritten, die Frucht wurde geerntet, und nun kann sie genossen werden im Zustand der Ruhe. Stille breitet sich über die Natur aus, um sich auf den Tod vorzubereiten.

Die Sicht wird immer klarer, wenn Bäume und Sträucher ihr Laub abwerfen, um die Sicht nicht mehr zu behindern. Der Mensch sieht nun weiter und ohne Hindernisse sein Dasein. Die Natur kehrt sich um, die Wärme im Äußeren wandert nun nach innen, und die Kälte kommt zum Vorschein.

Herzliche Grüße

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