Was ist Passivhaus nach EnEV?

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5 Antworten

Die Berechnung des Passivhausstandards ist eine Berechnung mit den konkreten individuellen Gegebenheiten. Z.B. Wetter Daten des Ortes, Exakte Orientierung Exakter Wert der Luftdichtheitsprüfung, usw. Parallel dazu wird am Ende ein Energieeinsparnachweis nach EnEV erstellt, mit den pauschalen Annahmen die dort vorgegeben werden, z.B. Standard Klima Deutschland, Standard Nutzung und Personenzahl, pauschale Flächenberechnung, etc. Die Werte im EnEV-Nachweis sind ungenauer. (bzw. falsch) Ich denke,die Formulierung ist so gedacht daß beide Nachweise vorgelegt werden müssen.

So wurde es mir dann auch erklärt, als ich einen Energieberater gefragt habe. Wobei jetzt noch zu klären ist, ob wirklich beides vorgelegt werden muss oder nur die berechnung ungenauer sein darf.

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Geht es hier zufällig um das Neubaugebiet in Knielingen? Ich bin gerade selbst über die Klausel gestolpert. Ich denke auch, dass die Klausel eigentlich nicht wirksam sein kann, denn sie enthält keine sinnvolle Vorgabe (wie schon erwähnt wurde, enthält die EnEV keine Aussage zum Passivhaus). In mehreren Gesprächen mit Volkswohnung und Stadtwerken hat sich auch herausgestellt, dass viele die Unterschiede in den Verordnungen etc. nicht kennen und verwechseln. Als letzte Aussage bekam ich, dass man auch ohne Passivhausstandard-Zertifizierung auf die Nahwärme verzichten kann, wenn man durch andere regenerative Energiequellen einen analogen Verbrauch aus nicht regenerativen Energien herstellt (in meinem Fall Planen wir in Richtung Energie-Plus, was ja erstmal nichts über EnEV oder PHPP Zertifizierung aussagt). Mich würde auch interessieren inwieweit Nahwärme tatsächlich günstiger ist. Laut der Seite http://www.heizungsvergleich.de/ schneidet hier eigentlich die Sole WP mit Erdkollektor deutlich besser ab. Die Wärmepumpe würde hauptsächlich mit der Solarenergie aus der Photovoltaikanlage bedient werden. Wir haben hier aber noch keine Gepräche mit Energieberatern geführt. Bezüglich Nahwärme hat mich noch ein früherer TV Beitrag aufgeschreckt: Dort wurde in dem gezeigten Fall deutlich zuviel abgerechnet (aber man hat hier wohl weniger Einfluss, wieviel Wärme man zugeleitet bekommt) und viel Energie ist zudem durch schlechte Dämmung verloren gegangen.

Die Klausel ist selbst ziemlich durcheinander und erschliesst sich nicht gleich auf den ersten Blick. Ich interpretiere es mittlerweile so: Wenn Du ein Passivhaus gebaut hast, das nach der aktuellen EnEV (Achtung, das ist dann, wenn das Haus steht, wahrscheinlich die EnEV2012) gebaut hast, bist du vom Anschlusszwang befreit.

Den Passivhausstandard kann man etwa so verstehen:

  • Jahresheizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a)
  • Heizlast ≤ 10 W/m²
  • Luftdichtigkeit n50 ≤ 0,60/h
  • Primärenergiebedarf ≤ 120 kWh/(m²a)

Wenn du ein Pasivhaus nach PHPP berechnest, werden Faktoren wie geografische lage, Klimazone, Ausrichtung des Hauses, südliche Fensterflächen, anzahl der Personen mit in die Berechnung einbezogen.

Wenn du die obigen Werte nach der EnEV berechnest, werden (so wie ich es verstanden habe) Durchschnittswerte genommen. Wenn du also im warmen Süden bist, hast du es etwas einfacher als im kalten Norden. Auch sonst ist die EnEV wohl nicht so streng wie PHPP in der Berechnung.

Zu Deiner Frage: ja es handelt sich um Karlsruhe. Wenn Du Dich mit mir austauschen willst: ocelot AT web PUNKT de

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Ich wohne seit 12 Jahren zu viert in einem Passivhaus. Die heizkosten bewegten sich je nach Winter zwischen 120 und 190 Euro. Die Mehrkosten gegenüber einem Normalhaus wAren rund 8%. Der gefühlte höhere Komfort im Winter (kalter Fussboden, Zugluft, kalte Fensterscheiben, Luftqualität) liegt bei 200%. Wie sich der Energiepreis entwickeln wird lässt mich kalt. ABER: nicht jeder Architekt, nicht jede Baufirma, nicht jeder Handwerker kanns. Die Passivhauszertifizierung empfehle ich daher wärmstens. Aber auch diese wird nicht vor allen am Bau leider üblichen Problemen schützen.

Die Bedingungen für ein Passivhaus sind ebenso wie die Standarts KFW 70, 55, usw. sind eindeutig geregelt. Ein Passivhaus z.B. darf einen maximalen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden, einen Primärenergiebedarf von 120 kWh/(m2*a) nicht überschreiten. Weiterhin ist eine gewisse Luftdichtigkeit mit Blowerdoor nachzuweisen. Dies alles berechnet und weist ein dafür zugelassener Energieberater aus. Ohne diesen Nachweis keine Zertifizierung und kein KFW-Darlehen und kein Bonus für Passivhäuser. Ich baue seit Jahren fast nur noch Passivhäuser und die Kunden sind sehr glücklich damit.

Für mich scheint das eigentlich klar formuliert:

"Verpflichtung zum Anschluss ans bestehende Fernwärme netz" - oder - "Passivhausstandard entsprechend der gültigen EnEV" - das ist im Moment die EnEV2009. Ihr könnt euren Architekten fragen, ob sich der Passivhausstandard für euch lohnt. Die Nutzung der Fermwärme und Bau des Hauses nach normalen Standard veglichen mit Mehrkosten für Passivhausstandard, Einspaarungen durch Energieverbrauch plus günstige KFA Kredite.

Allerdings wäre die Nichtnutzung eines bestehenden Fernwärmenetzes ökologisch nicht sinnvoll.

viele Grüße

nun ja, wenn ich die aktuelle EnEV 2009 nach dem Wort "passiv" durchsuche, gibt es keine Treffer, die mit Passivhaus etwas zu tun haben. Was soll also der Passivhausstandard sein?

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@janfred1401

jo sage ich doch: ich sehe nicht, dass das Passivhausstandard inerhalb der ENEV geregelt wäre. Wie ist die Klausel also rechtlich wirksam auszulegen?

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@ocelotnochmal

niedriger als EnEV2009 Standard wäre niedrigenergiehaus. Nochmal niedriger ist das Passivhaus. Wenn bei euch im Bebauungsplan die Fernwärme vorgegeben ist - oder - Passivhausstandard. Wie es da rechtlich aussieht? Ich denke ist ist gut definiert, auch wenn es nach EnEV eigentlich keinen Passivhausstandard gibt. Ist tatsächlich etwas verzwickt.

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Fernwärmenetze sind nicht grundsätzlich ökologisch. Im Gegenteil: bei ökologischer Lebensweise bräuchte man sie gar nicht.

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@Nachvordenker

absolut auch meine Meinung. Aber ein bestehendes Fernwärmenetz nicht zu nutzen macht kaum Sinn. Obwohl ein Passiv- oder Null energiehaus natürlich autark oder fast autark ist.

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@janfred1401

kann ich mich nur anschliessen. Allerdings: egal, welche Wärmeversorgung vorliegt und wie ökologisch sie auch immer sein mag. An der Verbrauchsminimierung (Passivhaus) sollte niemand gehindert werden, da es aus meiner Sicht das ökologischste Konzept überhaupt ist (die sogenannte "graue Energie" mal aussen vor gelassen)

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