"Was ist Mut?" Erklärung für einen Sechsjährigen gesucht.

Pawel - (Angst, Kinder, Geschichte)

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

 

 

Mit einer abstrakten Erklärung des Begriffes Mut wäre der Junge in dem Alter wahrscheinlich überfordert. Aber die beste Erklärung liefert dir doch die Situation, die ihr gemeinsam erlebt habt und die hast du ja schon selber formuliert:

... Ich fände es keineswegs mutig sondern leichtsinnig, mich mit drei Leuten, also einer Überzahl, anzulegen ohne DICH vorher in Sicherheit zu wissen - fände ich leichtsinnig nur wegen eines Fahrrads DEINE GESUNDHEIT zu riskieren. Warum sollten denn drei Leute, die ein Kinderfahrrad stehlen, den Angreifenden und auch den Fahrradbesitzer nicht angreifen ? Und man weiß ja auch gar nicht, ob die nicht sogar ein Messer in der Tasche haben ! Es ist also mutiger, die klügere Entscheidung zu treffen als sich vor anderen Leuten als "Held"  beweisen zu wollen.

 Auch dass Angst ein ganz natürlicher Selbstschutz ist, wofür man sich nicht schämen muss, kannst du ihm in dem Zusammenhang gut erklären. Ohne Angst in Gefahrensituationen würden wir alle wie die Deppen in jedes tiefe Loch springen ohne über die Folgen nachzudenken.

In kindgerechten Worten versteht ein 6 jähriger das ganz sicher !  Damit hast du ihm doch schon den Unterschied zwischen Mut und Leichtsinn auf eine optimale Weise erklärt, weil das ganz einfach der Wahrheit entspricht.

Und dann kannst du ihm auch noch erklären, dass die Situation ganz anders wäre wenn es darum ginge, einen Menschen zu verteidigen anstatt eine Sache !  Auch dann wird dir seine Sicherheit ja am allerwichtigsten sein, also erkläre ihm, dass er dann, falls ihr mal in solch eine Situation geraten solltet, ganz schnell weglaufen und Hilfe holen soll !  Denn wenn ein Mensch angegriffen würde wäre es feige, dem nicht zu helfen, - deshalb würdest du dann auch deine Angst überwinden und eingreifen. Und dann wäre es mutig, da klug von ihm, schnell Verstärkung zu holen (andere Leute ansprechen, nach Hilfe rufen, Handy ausleihen usw.)!

Dass er auf sein neues Fahrrad bis zum Wochenende warten muss weil du deinen Arbeitsplatz nicht riskieren kannst, begreift der Junge doch mit Sicherheit auch wenn er ein aufgewecktes Kerlchen ist: ohne Arbeit reicht das Geld nicht mehr für ein neues Fahrrad…;)  Ganz einfach. Ich denke, du verunsicherst das Kind nur dann, wenn du jedesmal meinst, dich für dein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Die Tatsachen sprechen doch für sich !  Die Logik ist doch am glaubwürdigsten !

Klare Worte, die der Wahrheit entsprechen und auf Situationen bezogen sind, begreift ein Kind  in dem Alter auf jeden Fall besser als eine philosophische Definition des Wertes Mut. Euch hat ja das Leben eine Lektion erteilt, aus der das Kind eine Menge lernen kann: In jeder Lage nach Herz und Verstand zu handeln ohne sich in dem Moment um die Meinung anderer Leute zu kümmern, das ist Mut !

 

UNSERE GESUNDHEIT muss es oben nat. heißen, denn dass du für einen ersetzbaren Gegenstand selber auch keine Prügel oder Schlimmeres einstecken willst ist auch verständlich ! Deine Angst hast du ja schon zugegeben, da wäre es unglaubwürdig, die im Nachhinein untern Tisch fallen zu lassen.

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@veritas55

Auch dass es dich Mut gekostet hat, deine Angst zuzugeben kannst du ihm erzählen, denn zu einer Schwäche zu stehen können Kinder in dem Alter schon sehr gut als Mut begreifen.

Dafür hab ich sogar ein Beispiel:  meine Mutter hat mir ein einziges Mal eine Ohrfeige gegeben als ich fünf war. Anschließend hat sie sich unter Tränen für ihre Schwäche/den Ausraster bei mir entschuldigt und das habe ich damals schon als sehr mutig empfunden, obwohl mir das Wort noch nie jemand definiert hatte. Die Authenzität hat mir einfach imponiert - ich habe gespürt, dass es ihr nicht leicht fiel, den Fehler zuzugeben, ihr die Aufrichtigkeit aber wichtiger war !  Das war eine sehr wichtige und schöne Erfahrung, die ich nie vergessen habe, auch wenn ich das erst viel später bewußt als Mut einordnen konnte.

 

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Ich habe die Frage, die dargestellte Situation und die bisherigen Antworten jetzt mehrfach gelesen. Zuerst also zum geschilderten Tathergang.

Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, wieso drei Jugendliche das Fahrrad eines Sechsjährigen rauben - was sollten sie denn damit? Sie könnten es weder selbst verwenden, noch hätte es einen nennenswerten Wiederverkaufswert. Dass dies in Begleitung eines männlichen, erwachsenen Begleiters passiert, halte ich auch für sehr unwahrscheinlich und ungewöhnlich.

Zur Entscheidung des Vaters. Ich denke, dass ein festes Auftreten des Vaters diese Handlung u.U. unterbunden hätte. Wir leben in keinem Bürgerkriegsgebiet und die Wirkung von Widerstand auf Straftäter kann die Durchführung der Tat vereiteln. Da reicht oft schon das körpersprachliche Signal, nicht weichen zu werden.

Trotzdem war die Entscheidung vornehmlich von Vernunft getragen. Kein verantwortungsvoller Vater wird es vor seinem kleinen Sohn zu einer vermeidbaren körperlichen Konfrontation kommen lassen wollen, ob nun eine relative Erfolgsaussicht besteht oder nicht. Solcherlei Erlebnisse wirken auf Kinder mit Sicherheit langfristig und vermitteln unabhängig von der Berechtigung des Zurwehrsetzens das Signal, dass Gewalt eine Konfliktlösungsoption sei.

Als Mut könnte man konkret hier also die (Selbst-)Beherrschung des Vaters auffassen, der auch angesichts der Demütigung abwägend einen gangbaren Weg zu beschreiten bereit und fähig ist.

Das ist jetzt allerdings wieder keine kindgerechte Version - habe versucht, die Tatsituation nachzuvollziehen und den Vater zu verstehen...

Sollte es dem Mann tatsächlich an Mut gefehlt haben, wie er es "Raven" (was ist das für ein Name?!) gegenüber äußert, wäre auch das nur zu menschlich und entsprechend keine Schande, zumal er ja nicht die Verteidigung des Kindes, sondern die eines Konsumartikels verweigerte.

Mut ist: das Richtige tun, obwohl es vielleicht feig oder spießig auf andere wirkt. Mut ist nicht: blindes Heldentum, denn das ist oft purer Leichtsinn. Mut ist auch: sich trauen, anders zu sein, Verantwortung zu übernehmen.

 

Natürlich ist es absolut richtig, sich nicht mit den Fahrraddieben anzulegen, wenn das Kind dabei ist, Kind geht vor Besitz. Und selbstverständlich ist es auch richtig, nicht wegen eines neuen Fahrrads die Arbeitsstelle aufs Spiel zu setzen (und damit den Unterhalt für die Familie).

Die Situation würde ich genauso bewerten - daher die Frage nach einer "korrigierenden", kindgerechten Definition. 

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@lichtschatten

Also meine Kinder hätten die Erklärung schon so verstanden, sorry.

In dem Fall kannst Du nur kurz definieren, was Mut ist, und dann Beispiele bringen, das Kind entscheiden lassen, ob etwas mutig oder dumm ist, und notfalls diskutieren. (zB: "ist nicht mutig, Arbeit zu schwänzen, wegen des neuen Fahrrades, aber was hast du von einem neuen Fahrrad, wenn ihr Euch dieses und jenes nicht mehr leisten könnt, weil dein Vater erwischt wird?")

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