Was ist Mujahedin und kalifat und wo ist der unterschied? (religion)

9 Antworten

Mujahedin sind Sittenwächter :( kalifat ist eine Region in der die Herrschaft, das Amt oder das Reich eines Kalifen, also eines „Nachfolgers“ oder „Stellvertreters ...eines imaginären Herrschers"..

man sollte texte gegeneinander lesen können. es stehen unmengen an sites die man nur vergleichen muss, um sich ein urteil bilden zu können.

Hi! Ein Kalifat ist eine Staatsform, Mujahedin sind "Gotteskrieger" - beides sind, möchte ich sagen, Formen einer Geiteskrankheit. Lg

Was soll das? Was war zum Beispiel an den historischen Kalifaten "Geisteskrankheit"?

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@earnest

Ein Kalif ist der "Stellvertreter Gottes auf Erden" - und so etwas fällt für mich eben unter Geisteskrankheit ... Nichts hat mehr Unglück über die Menschheit gebracht als alle diese religiösen oder ideologischen Wahnvorstellungen.

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@whynot63

Ja, dann litten anscheinend in Europa - auch der Papst bezeichnete sich als "Stellvertreter Gottes"! - zeitweise alle Herrschenden wie auch Millionen von Beherrschten an Geisteskrankheit...

Auch wenn ich Deine Ablehnung von religiös und ideologisch begründeter Herrschaft im Grundsatz teile - Du machst es Dir zu einfach.

Hast Du Dich zum Beispiel mal informiert, wie "modern" und tolerant das Kalifat von Cordoba in seiner Blütezeit war? Da kommst Du aus dem Staunen nicht mehr raus. Nix mit "religiösen oder ideologischen Wahnvorstellungen".

Gruß, earnest

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@earnest

Das mag schon sein, es gibt ja immer Ausnahmen. Aber im großen und ganzen gesehen sind Religionen (vor allem die monotheistischen) und Ideologien eben (für mich) Wahnsinn. Was dadurch alles angerichtet wurde, sucht seinesgleichen. Von den Hexenverbrennungen über die Nazis bis (gerade wieder aktuell) zu den Islamisten. Das ist für mich krank.

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@earnest

Fortschrittlich, aber modern ?. Dieses Adejektiv würde ich im Zusammenhang mit dem Emirat von Cordoba nicht verwenden, weil es nicht stimmt. Cordoba oder Corduba, in römischen Zeiten, hat von architektonischen Leistungen profitiert, übernommen und ausgebaut.

Die sogenannte Toleranz von Cordoba ist ein Ammenmärchen, wird immer wieder kolportiert, stimmt trotzdem nicht. Gerade in diesem Kleinfürstentum oder Emirat gab es schreckliche Juden-und Christemassaker. Zum Islam konvertierte Christen wurden nach Marokko deportiert.

Eher erlebte Granada, in seiner Spätzeit, bevor es endgültig von den kastilisch-aragonesischen Truppen eingenommen wurde, so eine ART Toleranz. Aber das war aus der Not geboren und hatte keine gesetzliche Grundlage und lag allein im Interess des jeweiligen Emirs.

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@arevo

Hi arevo.
Als Nicht-Fachmann für die Geschichte von al-Andalus habe ich nach Deinem Beitrag natürlich noch einmal nachgegraben, ob mich denn meine Erinnerung derart getäuscht hat und ob ich vielleicht bei einer Andalusienreise den Schilderungen eines ansonsten nüchternen und äußerst fachkundigen Reiseleiters aufgesessen bin.

Nein das denke ich nicht. Ich habe auch nichts zurückzunehmen. Begriffe wie "fortschrittlich, modern, tolerant", die ich für die Zeiten von Emirat und Kalifat in Cordoba benutzt habe, sind natürlich nicht 1:1 mit der heutigen Auffassung der Begriffe kompatibel. Sie müssen, wie eigentlich immer bei geschichtlichen Betrachtungen, vor dem Hintergrund ihrer Zeit gesehen werden, also zum Beispiel im direkten Vergleich mit dem damalige "Resteuropa". Nicht ohne Grund wanderten Christen und Juden in Andalusien ein.

Ja, in der Spätphase erlebte insbesondere Granada in der Tat "so eine Art Toleranz" - Deine Einschränkung orientiert sich aber an heutigen Maßstäben. Wiederum im Vergleich mit Resteuropa könnte man das deutlich positiver formulieren.

Warum Granada toleranter war, ist für mich auch keine in diesem Zusammenhang entscheidende Frage. Egal, ob "aus der Not geboren", egal, ob gesetzliche Grundlage oder nicht, egal, ob persönliches Interesse des Emirs: Es gab relative Toleranz. Das ist der entscheidende Punkt.

Und ja, es gab in Granada nach einer toleranten Phase auch grausame Judenverfolgung und -vertreibung. (Da ist Andalusien aber leider kein Sonderfall europäischer Geschichte.) Damit ist die vorherige Zeit relativer Toleranz und kultureller Blüte aber nicht weggewischt. Sie als "Ammenmärchen" zu bezeichnen - das geht dann doch zu weit, finde ich.

Vielleicht können wir uns auf eine Formulierung einigen:
"Die Behandlung der religiösen Minderheiten des Kalifats wird in der Forschung und in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert." (wiki "al-Andalus")

Und das ist kein Wunder, angesichts der aktuellen Fundamentalismus-Diskussion - und angesichts aktueller Ereignisse! Hier wirft die Gegenwart einen großen Schatten auf die Vergangenheit.

Gruß, earnest

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@earnest

Auf Deine vorgeschlagene Formulöierung möchte ich mich auf keinen Fall einlassen. Zu vage, zu ungenau und zu verharmlosend.

Warum sollen wir in Europa Angst haben , eingeschüchert sein und wie das Kaninchen auf die Schlange, um einen bekannten Metapher zu gebrauchen, nur um uns um die offene Diskussion herumdrücken zu können.

Warum Granada toleranter war als Cordoba relativ gesehen, ist ganz leicht zu erklären und hängt mit dem Islam zusammen. War er politisch und wirtschaftlch schwach, äußert sich dies meistens in einer sogenannten " TOLERANZ ". Und umgekehrt.

Zudem gibt es im Arabischen nicht einmal ein vergleichbares Wort wie TOLERANZ. In den islamischen Emiraten in al-Andalus gab es nur den Dhimmi-Status, das ist die einzige Form der Toleranz, die der Islam kennt und bis dato akzeptiert.

Und auf Wikipedia ist kein Verlass und daher keine verläßliche für Quelle für mich.Ich bevorzuge lieber englischsprache und anderssprachige Quellen und die sprechen eine ganz andere Sprache. Deutlicher und klarer.

Ich habe soviele Quellen und Berichte, verharmlosende und kritische, studiert, dass ich zu keiner anderen Schlußfolgerung kommen kann.

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@arevo

Hi.
Ich habe den Eindruck, daß sich hier zwei Diskussionsebenen zeigen, die sich überlagern und von denen die eine die andere beeinflußt. Ganz wie ich gesagt habe: Hier wirft offenbar die Gegenwart einen ganz großen Schatten auf die Vergangenheit. (Nur so kann ich Deinen zweiten Absatz verstehen.)

Da ist einmal die Beurteilung von Emirat/Kalifat in Andalusien. Diese historische Epoche kann man beurteilen, so meine Auffassung, wenn man die Verhältnisse in Resteuropa zu jener Zeit in die Betrachtung einbezieht. Oder man kann das historische Kalifat aus heutiger Sicht, unter dem Eindruck des sich leider abzeichenden heftigen Aufeinandertreffens zweier Kulturen ("clash of cultures") betrachten.

Und nun zu Deinem zweiten Absatz. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, scheinst Du zu vermuten, eine relativ positive Einschätzung des historischen Kalifats könne oder würde zu Angstlähmung bei der Diskussion heutiger Ausformungen des Islam führen.

Diese Befürchtung teile ich nicht. Das sind zwei Paar Schuhe. Warum sollte man nicht dem Islam von heute - und besonders dessen fundamentalistischen, radikalen Ausprägungen - die fehlende Gleichberechtigung von Nicht-Muslimen, die praktizierte Intoleranz ankreiden? Warum nicht die Scharia für uns ablehnen, die untergeordnete Rolle der Frau kritisieren, die Vorstellung vom Paradies absurd finden, welche Selbstmordattentätern als sogenannten "Märtyrern" direkten Zugang zu Freuden gewährt, die ihnen im Leben bisher versagt geblieben sind. Warum nicht Entsetzen empfinden und äußern gegenüber den grauenhaften Exzessen testosterongesteuerter, fehlgeleiteter junger Männer in arabischen Hauptstädten?

Das alles erscheint wie Mittelalter, finsterstes Mittelalter. Vor diesem Hintergrund erscheint demgegenüber jemand wie Rahman III. geradezu als strahlende Lichtgestalt.

Freundliche Grüße,
earnest

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@earnest

Es handelt sich tatsächlich un zwei unterschiedliche Diskussionsebenen.

Man kann, wie in den Naturwissenschaften üblich, das Objekt des Interesse, den verbliebenen Teil al-andalus analysieren; zuerst einmal ohne Bezug zu den anderen Staaten Euopas. D.h.man beschreibt zuerst einmal den Zustand,wie er sich dem Betrachter, und dem, der das Obejekt analysiert, darstellt.

Dann wird der Bezug hergestellt zum restlichen Teil der islamischen Welt Abbasidendynastie etc.)., dann der zu den das Emirat umgebenden christlichen Staaten. Dann beginnt die Zusammenfügung , Interprettation,Bewertung und Schlußfolgerung.

Nicht die positive Betrachtung des Kalifats von Cordaba bzw.Emirats von Granada könnte die Diskussion lähmen, sondern dass man aufgrund der aktuellen Ereignisse in der islamischen Welt und in anderen Ländern versucht, einer Debatte, nicht nur Diskussion, die die ganz bereit die gesamte Bevölkerung erfaßt, auszuweichen, um nicht die Natur des Islam erkennen zu müssen. Dieser Abdar-Rahmann III war sicher eine großartige Erscheinung und ein Glück für Cordoba, aber im Grund nur ein singuläres Phänomen, was sich dann auch bald zeigte.

Lieber earnest, Du hast meinen weiteren Absatz total mißverstanden.Ich hoffe, Du verstehst mein Deutsch oder habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt ?.

Wir hatten schon zuviele Lichtgestalten in der europäischen Geschichte.Der Bedarf dafür ist gedeckt. Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich einen weitere benötigen. Und wie gesagt, auf WIKIPEDIA IST AUCH KEIN VERLASS MEHR.

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@arevo

Hi arevo.

Mir sind jetzt zu viele Fässer auf engstem Raum geöffnet, zu viele Ebenen vermischt:

-Beurteilungskriterien und Beurteilung Emirat/Kalifat Cordoba/Granada
-Toleranz im Islam?
-Aktuelle Ereignisse im Zusammenhang mit dem Mohammed-Film
-Generelle Einschätzung Islam heute
-"Schockstarre im Westen" gegenüber Islam?
-"Lichtgestalten" in der Geschichte
-Glaubwürdigkeit von Wiki

Deswegen verabschiede ich mich aus der Diskussion.

Freundliche Grüße,
earnest

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