Was ist moralisch verwerflicher?

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11 Antworten

Dass kommt immer ganz auf die Situation an.

Jemand dickes fragt dich ob er dick ist, was sagst du ?

Hier würde ich ihm schon die Wahrheit sagen, aber ihn deswegen nicht runtermachen. Ich würde klarstellen, dass ich es nicht schlimm finde dass die Person dick ist und anderes wesentlich wichtiger ist um eine Person zu beurteilen.

Jemand macht seine Zukunft von dir abhängig, denn er will etwas
studieren, was wie du zumindest weiß zu kompliziert ist, und er fragt
dich ob du meinst ob er es schafft oder nicht. Was machst du ?

Zusagen "Du schaffst dass locker" wäre unter umständen fatal wenn man glaubt dass die Person starke Probleme mit dem Stoff hätte. Ich würde darauf hinweisen dass ich gehört habe, dass der Studiengang schwer ist und die Person einiges investieren müsste um es zuschaffen. Ich würde somit aber auch nicht sagen "Du schafst es nicht". Denn wenn die Person sich reinhängt und lernt ist nichts ausgesclossen.

Wenn es natürlich absolut abwägig ist und die Person auch allternative Vorstellungen hat, würde ich ihr aber eher hierzuraten.

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Ich würde sagen, es könnte im Einzelfall vielleicht Ausnahmen geben, aber ich finde Lügen moralisch eigentlich verwerflicher als eine unangenehme Wahrheit zu sagen. In beiden von dir geschilderten Fällen wäre ich auf jeden Fall für Ehrlichkeit. Denn der Dicke weiß ohnehin schon selbst, dass er dick ist, wenn er eine Waage, einen Spiegel oder etwas Körpergefühl besitzt, da schadest du überhaupt nicht. Allerdings würdest du hier mit einer Lüge auch keinen allzu großen Schaden anrichten, wenn diese Person nicht gerade von deiner Antwort abhängig macht, ob er versucht abzunehmen, oder nicht.
Etwas anderes ist es bei jemandem, mit dem man in einer Beziehung ist, aber das muss jeder in seiner eigenen Beziehung klären, wie viel Ehrlichkeit geht, oder eben nicht.

Im zweiten Fall würde eine Lüge vielleicht das Leben dieser Person zerstören und wäre deshalb noch viel schlimmer, als im ersten Fall, auch wenn es da vielleicht auch mehr weh tut.

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Ich denke wer dick ist der weiß das selbst-da würde ich nicht lügen und sagen: "Du  bist schlank"

Das wäre ja Hohn.

Man kann jedoch diplomatisch vorgehen und sagen: "Warum fragst Du, haben andere was negatives zu Dir gesagt? Die Hauptsache  ist Du fühlst Dich wohl ,keiner  muss mager aussehen."

Bezüglich des Studierens,

wenn ich weiß der Mensch ist schlecht in Mathe und will ausgerechnet Mathematik studieren dann wäre ich ehrlich und würde das ihm sagen

Nicht "Du bist zu dumm"

Sondern: "Du hast mir doch mal gesagt Du hattest Probleme mit Mathe in der Schule-ich an Deiner Stelle würde ein Fach wählen das mir Spaß macht

Ich würde ihm auch von mir erzählen, das ich auch keinen Beruf machen würde wo Fähigkeiten gefragt sind ,die mir schwerfallen

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Moralisch betrachtet ist m. E. die Wahrheit immer die beste Antwort (Fall 1). Das diese auch weh tun kann, ist völlig legitim im moralischen Sinne. 

Beim Studium kann man die Sache nicht so einfach pauschalisieren. Solange man hier nicht unangemessen abwertend à la "Das schaffst du niemals."; "Das brauchst du gar nicht erst anzufangen" etc. reagiert, dann ist jede Antwort wohl die richtige. Wenn ich merke, dass diese Person das Studium wirklich machen möchte, so ist zumindest der Wille da. Und dieser ist meist so stark, dass das Studium dann auch mit genügend Eifer gemeistert werden kann. 

In letzterem Fall ist die Antwort jedoch eine subjektive persönliche Einschätzung. Mit Moral hat dies also eher weniger zu tun (ausgenommen natürlich die o. g. abwertende Äußerung).

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Man sollte sich auch immer vor Augen halten, dass unwahre Aussagen über existierende Tatsachen (z.B.: wenn eine Person einfach nicht singen kann - objektiv gesehen also keinen einzigen Ton trifft etc.) häufig zu falschen Hoffnungen führen können. Das ist m. E. besonders unangenehm für die betroffene Person.

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Ehrlich sein: "Ich habe den Eindruck, dass dir das Studium nicht liegen wird."

Dass ein Studium "zu kompliziert" sein kann, spielt keine Rolle. Wenn man Bock drauf hat, ist nichts zu kompliziert. Wenn man aber keine Motivation hat, ist der simpelste *** "zu kompliziert".

Letztendlich muss derjenige sowieso selbst entscheiden und trägt auch allein die Verantwortung dafür.

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Wenn du eine Meinung hast, sage sie. Sage sie nicht verletzend und eiere nicht um das Thema herum. Eine Meinung ist keine Entscheidung und trifft diese für niemanden.

Wenn du schlechte Gerüche absonderst: Willst du es wissen oder willst du, dass die Leute dich weiter stinkend durch die Gegend laufen lassen und dir beteuern, dass da nichts sei?

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Ich halte nicht viel von (not)lügen. Die beschönigen nur etwas was nicht schön ist.

Es kommt immer drauf an, wie dus aussprichst. Fragt mich jemand ob er/sie dick ist, sag ich nicht: "ja, du bist fett" sondern drücks etwas vorsichtiger aus.

Beim Thema studieren kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich einigen Matheschwachen Kollegen von einem Ingenieurstudium abgeraten hab, indem ich denen direkt ins gesicht gesagt hab, dass man mit schwachen Mathematikkenntnissen gleich einpacken kann.

Was bringts mir/denen wenn ich lüge und jemandem etwas schön rede?

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Ich plädiere immer für Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Immer. Formuliere es diplomatisch und nicht verletzend.

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Es gibt nicht nur schwarz und weiß.
In deinem "Fall" gibt es noch die Notlüge, und man kann immer nach Möglichkeiten suchen, die eigene ehrliche Meinung so zu formulieren, dass sie den anderen nicht verletzt.

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die wahrheit auf eine respektvolle art sagen, das will gekonnt sein

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Bei jemandem der dick ist kannst du ruhig mit ja antworten aber bei dem Studium kann man nur spekulieren. Man muss Tatsachen von Vermutungen unterscheiden

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