Was ist mit dem "Willen" bei der Beichte gemeint?

4 Antworten

Bei der Beichte ist neben der Gewissenserforschung, Reue und Bekenntnis auch der gute Vorsatz gefordert. Der gute Vorsatz ist der Wille, eine Sünde nicht mehr zu begehen. Der Wille ist dabei allein auf Gott gerichtet und nicht auf eigene Wünsche, Triebe und Begehrlichkeiten. Man muss den festen Vorsatz haben, Gott nicht mehr zu beleidigen. Ohne den Willen, von einer Sünde abzulassen,  wäre ja auch keine echte Reue möglich. Man kann nicht einerseits bereuen und andererseits an einer Sünde weiter festhalten wollen. Der Wille ist auch dann gegeben, wenn man zweifelt, ihn durchhalten zu können. Hier ist man auf die Gnade Gottes angewiesen.

  Auch die Reue ist  keine Sache des Gefühls ist (was sie natürlich auch sein kann), sondern eben vor allem eine Sache des Willens aufgrund einer Einsicht.  Es kann sein, dass man in einer schweren Sünde lebt und davon nicht lassen möchte. Dann ist das Begehren, der Wunsch zwar auf die Sünde gerichtet, der Wille aber ist auf das gerichtet, was Gott will und das ernsthafte Bemühen, von dem Tun der Sünde loskommen. Sonst würde die Beichte ja auch keinen Sinn machen.

Umgekehrt begeht man nur dann eine Sünde, wenn man eine klare Erkenntnis davon hat und trotzdem darin einwilligt. Aber auch hier kann es sein, dass der Wille geschwächt ist und man doch eben nicht so frei handelt. Deshalb soll man ja auch nie urteilen, ob und wann jemand schwer sündigt.

Was Sünde ist, sagt uns das Gewissen, was uns sensibel macht für das, was Jesus von uns erwartet und was auch die Weisungen der Kirche beachtet.

Unabhängig von der Beichte gilt das auch im normalen Alltag. Man muss unterscheiden zwischen "ich möchte" und "ich will". Wenn jemand einen Vorsatz dauernd bricht trotz besserer Einsicht, hat er keine Willenskraft.

Ist dann Willensschwäche in der konkreten Situation keine Todsünde, wenn man sonst im Allgemeinen (ohne Versuchungen) besser handeln möchte?

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@anonymos987654

objektiv gesehen ist es keine Todsünde. Da man aber die Situation nicht kennt und nie in einen Menschen hineinsehen kann, ist das subjektiv schwer zu beurteilen. Es ist z.B. ein Unterschied, ob man bewusst etwas plant oder ob man in eine Sache reingeschlittert ist, die man eigentlich nicht wollte.

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Ich würde sagen, man hat mehrere Willen. Man möchte, um zu deinem Beispiel zurückzukommen, abnehmen und gleichzeitig naschen. Nun werden die verschiedenen Willen gegeneinander abgewogen und der stärkere setzt sich durch! Wenn du Fernsehverbot hast, dann möchtest du fernsehen, gleichzeitig möchtest du aber auch nicht das Verbot brechen. Nun musst du dich entscheiden. Das heißt alles, was wir bewusst tun, entspricht dem Ergebnis der Addition aller Willen. Und somit entsteht ein gesamter Wille.

Das wäre meine Vorstellung

MfG BadBud

Ideal ist es (nach psychologischer Differenzierung) wenn man den Willen an den eigenen Idealen ausrichtet. Also nach seinen eigenen Idealen lebt. Ob das, was man dann getan hat, dem tatsächlichen Willen entspricht lässt sich kaum beantworten, weil wir nicht wissen ob der Wille frei oder unfrei ist.

also ist der Wille weder identisch mit den Idealen noch mit dem Tun?

wie kann man dann aber bestimmten, was der eigene Wille sei?

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@anonymos987654

Richtig. Der Wille ist weder identisch mit den Idealen noch mit dem Tun.

Du kannst bestimmen was der eigene Wille sei, indem du die Ideale, an denen sich dein Wille orientieren soll, definierst.

Wenn du z.B. erkennst, dass Selbstvertrauen für deinen Willen wichtig ist, musst du überlegen, wie man Selbstvertrauen erlangen kann. 

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