Was ist Machtpolitisches Gleichgewicht (Definition, Kriterien)?

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1 Antwort

Ganz simpel ausgedrückt: Zwei oder mehr gleich/ähnlich starke ( nicht unbedingt Territorial gemeint) Gruppen können keine Handlung gegen eine Gegenpartei durchführen ohne selbst sehr starken negativen Konsequenzen ausgesetzt zu sein. Beide Gruppen wissen davon und verzichten wegen der erwarteten negativen Konsequenzen auf entsprechendes Verhalten.

Man denke z.B. an den Kalten Krieg mit der stetigen Drohung der atomaren Vernichtung/Gegenvernichtung, wo es nicht möglich war, dass eine Seite ohne unkalkulierbare Schäden die andere angreift. Gewissermaßen haben die Atomwaffen das machtpolitische Gleichgewicht hergestellt.

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randomguy1234 01.06.2016, 23:23

Meinst du, du könntest mir ein Beispiel zu dem damaligen Machtpolitischen Gleichgewicht in Europa um 1871-1890 nennen? Das wäre nämlich exakt mein Thema :)

Trotzdem erstmal vielen Dank!

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Vegas77 01.06.2016, 23:35
@randomguy1234

Keine Garantie auf Richtigkeit, aber ich schätze, dass es etwas mit der Bündnissituation in Europa zu tun hat. Also Abkommen zwischen Großmächten ( z.B. Deutsches Reich & Österreich Ungarn ) im Falle eines Angriffs durch eine andere Macht ebenfalls in den Krieg einzutreten. D.h., wenn nun irgendeine Großmacht angegriffen hätte, würde daraus direkt ein großer Krieg auf dem gesamten Kontinent entstehen ( was dann ja auch passiert ist).

Möglicherweise hat es auch etwas mit den Kolonien zu tun. Also, dass man die Länder mehr oder weniger aufteilen musste, da sonst die ein oder andere Großmacht verstimmt wäre. Gleichzeitig wurde auch auf dem damals vorhandenen Niveau wettgerüstet.

Gab da meines Wissens nach auch einige Situationen, die früher als 1914 zum 1.WK hätten führen können.

Aber da musst du dich am besten grob einlesen.

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randomguy1234 01.06.2016, 23:52
@Vegas77

Ok, vielen Dank.

Ich hatte mir nämlich die Frage gestellt inwiefern die damalige Außenpolitik zur Sicherung des machtpolitischen Gleichgewichts in Europa beigetragen hat. Und hatte mir dabei sowas als Antwort überlegt, wie "Dadurch, dass Deutschland den Frieden in Europa sichergestellt hat (Durch Bündnisse) würde es gar nicht erst zum Machtungleichgewicht kommen können"

Klingt das einigermaßen plausibel?

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