Was ist los (Astrazeneca)?

5 Antworten

Es hat relativ viele Fälle von schweren Nebenwirkungen gegeben - verglichen mit herkömmlichen Impfstoffen.

In absoluten Zahlen ist das trotzdem nur minimal, nichtmal zwei Dutzend pro eine Million. Da normale Impfungen aber wesentlich ungefährlicher sind, ist es relativ gesehen eben wesentlich gefährlicher.

Jens Spahn hat nun die Impfung mit AstraZeneca vorläufig ausgesetzt (es geht aber schon Montag wieder weiter), um zu überprüfen, ob da alles im Lot ist. Ergebnis: nix bedenkliches.

Das Problem daran ist, dass der AstraZeneca-Stoff in der öffentlichen Wahrnehmung sowieso nicht so gut dasteht wie z.B. der von Biontech (obwohl es immer noch ein sehr guter Impfstoff ist). Durch den Impfstoff hat Spahn dieses Bild nun befeuert. Der Impfstoff ist nicht so effektiv wie der von Biontech und es drohen schwere Nebenwirkungen? Nein danke.

Gerade jetzt in dieser Zeit (ich hasse diese Phrase wie die Pest) kommt es aber darauf an, möglichst viel und schnell zu impfen - das ist (offiziell) der einzige Weg aus der Krise.

Spahn hat also den Bemühungen, die Krise zu beenden, Steine in den Weg gelegt. Warum? Ich vermute, weil er hochgradig überfordert ist.

Erstmal der Hintergrund:

AstraZeneca ist ein Pharmakonzern welcher u.a. einen Impfstoff gegen Covid-19 (besser bekannt als "Corona") zusammen mit der Universität Oxford entwickelt hat. Dieser Impfstoff ist inzwischen u.a. in der EU und damit auch in Deutschland zugelassen. In Deutschland wurden damit zunächst nur Menschen unter 65 Jahren geimpft, also besonders medizinisches Personal, Erzieher und Lehrer und Personen aus bestimmten Risikogruppen für eine schwere Erkrankung.

Nur Menschen unter 65 Jahren, da die Daten aus den Untersuchungen über die Wirksamkeit der Impfung in der Gruppe über 65 Jahren keinen Rückschluss auf die Wirksamkeit zugelassen haben. Es gab schlicht in der Impf-gruppe und der Kontroll-Gruppe gleichviele Erkrankungen (je eine). Daher war die Zulassung zunächst auf Menschen unter 65 Jahren begrenzt. Dies wurde erst kürzlich aufgehoben, nachdem zusätzliche Daten nachgeliefert wurden.

Aktuelles:

Es gab zunächst in Österreich 2 Fälle in denen Krankenpflegerinnen wenige Tage nach der Impfung mit AstraZeneca schwer erkrankt sind mit Thrombosen und mindestens eine davon ist daran gestorben. EineThrombose ist eine Verstopfung in der Blutbahn.

Der Fall ist durch die Medien gegangen und hat für Verunsicherung gesorgt. Danach sind weitere ähnliche Fälle in anderen Ländern und in Deutschland aufgetreten. Es sind nur wenige Fälle, ca 30 in Deutschland, auf viele tausende Impfungen mit AstraZeneca.

Um zu untersuchen was es mit diesen Fällen auf sich hat, hat die europäische Behörde für Arzneimittel (EMA) eine Untersuchung begonnen. Auch das deutsche Paul ehrlich Institut, welches in Deutschland für die Prüfung und Untersuchung von allem was mit Impfungen zutun hat.

Im mehreren Ländern, auch in Deutschland, wurde daraufhin die Impfung mit AstraZeneca vorläufig unterbrochen um weitere Untersuchungen abzuwarten.

Gestern wurde dann beschlossen in Deutschland die Impfungen fortzusetzen und es wird auf Thrombosen als mögliche Nebenwirkung hingewiesen und die Sache weiter untersucht.

Laut dem NDR hat ein Team von Forschern herausgefunden wo dran es liegt und ein Medikament vorgeschlagen welches die Thrombosen ggf auflöst.

Es sind vereinzelt Thrombosen aufgetreten. Die Impfungen wurden deswegen eingestellt, mittlerweile wurde aber entschieden, dass mit dem Impfstoff weiter geimpft wird.

Ja kann Thrombose im Kopf verursachen, Forscher haben herausgefunden warum und gibt nun Gegenmittel was das auflöst, geht aber nur, wenn es soweit ist. 😅

Es gab bei 20.000.000 Impfungen 18 Fälle einer schweren Nebenwirkung (Hauptsächlich Frauen).

Aktuell wird diese sehr niedrige Wahrscheinlichkeit als wesentlich weniger gefählich angesehen, als Leute nicht zu impfen (weil die dann COVID-Probleme bekommen können).

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