Was ist konkret mit der Phrase "Die Ersten werden die Letzten bzw. die Letzten werden die Ersten sein." gemeint?

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9 Antworten

Der Herr Jesus kennt die Herzen der Menschen. Wo sich jemand in den Vordergrund schieben will, nur um von den Leuten gelobt und geachtet zu werden, die werden die Letzten sein.

Diejenigen, die den letzten Platz einnehmen, weil es ihnen genügt nur ihrem Herrn zu gefallen, die werden die Ersten sein.

"Ihr seid es, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist (das, was zählt) bei den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott." Lukas 16,15

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Jesus kehrt mit seiner Aussage die geltende Ordnung um. Er löst Selbstverständlichkeiten auf. Die, die jetzt vorne sind, können sich nicht sicher sein, dass sie die ersten sein werden. Es klingt wie eine Warnung, sich nicht in Selbstsicherheit zu wiegen. Und für die, die hinten stehen, die Armen, die Verlassenen, die Außenstehenden, klingt es wie eine Verheißung: Die Letzten werden die Ersten sein.

Jesus deutet damit an, dass die Gerechtigkeit Gottes andere Maßstäbe ansetzt, einer anderen Logik und anderen Kriterien  folgt. Dies zeigt Jesus -  mit der Geschichte von den Arbeitern im Weinberg: Ein Gutsbesitzer lässt am Morgen Arbeiter anwerben und vereinbart mit ihnen ihren Lohn. Am Mittag schickt er seinen Verwalter erneut, Arbeiter anzuwerben. Sie kommen und vereinbaren mit ihm ihren Lohn. Am Abend, lässt er nochmals Arbeiter anwerben, vereinbart mit ihnen ihren Lohn und sie arbeiten eine Stunde.

Nach Arbeitsende bekommen die Arbeiter ihren vereinbarten Lohn ausgezahlt. Zunächst diejenigen, die eine Stunde gearbeitet haben. Als die Tagesarbeiter sehen, dass die Kurzarbeiter das gleiche Geld erhalten, wie sie für sich vereinbart hatten, sind sie gespannt, weil sie hoffen: Wenn die Kurzarbeiter schon so viel kriegen, dann kriegen wir bestimmt mehr, denn wir haben ja auch mehr gearbeitet. Die Enttäuschung ist riesengroß: Sie erhalten die gleiche Summe wie die anderen, obwohl sie mehr gearbeitet haben. Wie ungerecht! Und sie beschweren sich und wollen mehr. Der Gutsbesitzer lässt sich nicht erweichen: „Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“

Was für ein Trost, dass Gott am Ende nur auf mich schaut und mich nicht mit anderen vergleicht. Was für ein Trost, dass ich in all meinem Unvermögen eine Chance erhalte. Die Letzten werden die Ersten sein.

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Frage dich doch, wer waren zur Zeit Jesus die "Ersten"?

Doch mit Sicherheit, die Vertreter der beiden jüdischen Strömungen. Die Pharisäer und die Sadduzäer. Außerdem die Priester in Jerusalem. der ja einmal im Jahr in das Heiligste ging um Kontakt mit Gott aufzunehmen!

Doch die Priester nahmen die Leute finanziell aus! Sie schröpften sie mit illegalen Methoden. Und die Schriftgelehrten erfanden eigene Lehrmeinungen und hielten sich kaum an Gottes Wort!

Lieber ersonnen sie eigene Lebensvorschriften!

Wer sein Nutztier am Sabbat vor dem Tod rettete oder die Hände nicht fast bis zur Schulter wusch, wurde von ihnen ausgestoßen oder konnte sogar umgebracht werden!

Wie hätten diese Menschen also die Lehre eines gütigen Gottes selbst annehmen können?

Somit hörten nur die letzten, das einfache Volk Jesu zu. Sie waren von den ersten geschunden worden. Sie wollten Gottes Wort wirklich annehmen!

Deshalb besuchten sie Jesus Predigten, folgten ihm nach und bereuten ihre Sünden. Sie gingen definitiv den ersten Schritt auf Gott zu. Somit wurden sie zu den Ersten in einem langen Lauf!

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Hier noch eine ganz andere Interpretation:

Das Volk Israel war das erste, dem sich Gott offenbart hat, wird aber das letzte sein, das eines Tages Jesus Christus als seinen Erlöser anerkennen wird.

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Der Kommentar der MacArthur-Studienbibel zu Matthäus 20,16 ist sehr interessant: "die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten. Anders gesagt: Am Ende sind alle gleich. Gleichgültig wie lange der einzelne Arbeiter gearbeitet hatte, erhielt jeder einen vollen Tageslohn. Ebenso wird der Schächer am Kreuz den vollen Segen des Himmels genießen, und zwar zusammen mit denen, die ihr ganzes Leben Christus gedient haben. So ist die Gnade Gottes."

Im Walvoord-Bibelkommentar steht dazu: "Jesus wollte damit sagen, daß einzig und allein Gott, der "Hausherr" in dem Gleichnis, darüber entscheidet, wer welche Belohnung erhält. Er ist derjenige, vor dem abgerechnet wird. Viele, die jetzt besondere Positionen einnehmen, werden sich eines Tages zurückgesetzt sehen. Viele, die heute meist hinten rangieren, werden sich plötzlich ganz vorn wiederfinden: "So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein." (Diese Aussage unterstützt auch das, was Jesus in Mt 19,28-30 sagte.) Am Schluß wird nur noch die Bewertung Gottes zählen."

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Genau das.

Wer zuletzt in "Gottes Kirche" kommt, hat die selbe Chance bei Gott als wäre er der "erste" gewesen.

Damit kann aber auch der "erste" in dieser Gemeinde der "Letzte" sein, wenn sein Leben kein Wachstum zeigt (Eph.4,15).

Bei unserem Vater kommt es nicht auf den Zeitpunkt an, sondern auf die Einstellung (Hebr.4,7).

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Ich denke, die Aussage ist so vielseitig und tiefgründig interpretierbar, dass gar nichts "konkret" gemeint ist.

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Es gibt sicher mehrere Bedeutungen.

Eine spielt darauf an, dass es (fast) nie zu spät ist, umzukehren und sich zu Jesus, zu Gott zu bekehren.

Niemand ist mehr wert, weil er schon seit seinem 14. Lebensjahr Christ ist und ein anderer erst seit der Rente.

Siehe dazu auch das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg, Matth. 20,1-16

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Erstmal ist dies keine Phrase 

Zweitens sagte dies Jesus persönlich, dass diejenigen die in der jeweiligen Gesellschaft gern oben sein wollen - in Jesu Königreich untere Stellungen bekommen.und diejenigen die heute chancenlos sind, dort, wenn sie eine guten Charakter haben, durchaus  führende Aufgaben bekommen können.

Wer wird heute immer zuerst genannt? Bürgermeister..Pfarrer..Ehrentitel..Minister usw.

Und im Mittelalter? Könige..Fürsten...Adel und Geistliche..genau diese Geilheit auf Stolz und Ansehen wird ihnen zu Fall......

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