Was ist Gentechnik und wieso ist es so verwerflich?

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9 Antworten

Gentechnik tut das künstlich, was die Natur ohnehin ständig tut oder tun könnte.

Der wesentliche Unterschied ist, daß es in der Natur ungewiß ist, ob etwas verändert wird oder nicht und wenn ja, wann es geschieht. Auch läßt sich die Natur mit so etwas sehr viel Zeit und es geschieht immer nur an einer Stelle und nicht weltweit.

Die Gentechnik (wo es Nutzpflanzen betrifft) ist kommerziell orientiert und verändert mit ihren Methoden und den daraus entstehenden kommerziellen Folgen die Natur großflächig und plötzlich, so daß der Rest der betreffenden Lebensgemeinschaften keine Chance haben, sich allmählich und verträglich anzupassen.

Weiterhin bleibt es ungewiß, ob die Natur das jemals hervorgebracht hätte, was die Gentechnik tut. Die Abläufe werden dadurch zu einer allgemeinen ungewissen Gefahr.

Durch Gentechnik im Nutzpflanzenbereich wird nichts besser, es wird nur anders und allenfalls "besser" aus der Betrachtung des Gewinnstrebens solcher Firmen, die davon profitieren. Tatsächlich hat sich gezeigt, daß viele gentechnisch veränderte Pflanzen auf die eine oder andere Weise sowohl für die Menschen als auch für die Lebensgemeinschaften der jeweiligen Umgebung höchst schädlich sind oder sein können.

Obendrein sind solche Veränderungen nicht umkehrbar, nachdem solche Pflanzen in die Natur eingebracht wurden.

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Gentechnische Arbeiten sind herstellen, züchten, lagern von Genveränderten Organismen. Genveränderung kann bedeuten, das man Gene repariert, zum Beispiel bei Menschen mit Gendefekt. Es kann bedeuten das man neue Gene ausprobiert oder Gene aus einem Organismus raus nimmt (zum Beispiel das für Leuchtendes Protein) und einem anderen Organismus einpflanzt (zum Beispiel um dann leuchtende Zellen unter dem mikroskop zu untersuchen). Man bereicert Reis um ein Gen für fehlende Vitamine, stellt Spinnenseideprotein für die faserherstellung in Kartoffeln her oder Antikröper / Medikamente in Ziegen, die es dann mit der Milch abgeben. Sehr verbreitet sind Pflanzen denen z.B. ein Insektengift-Gen und ein Resistenzgen gegen ein bestimmtes Pflanzenvernichtungsmittel eingepflanzt wird. Da tauchen dann weniger Schädlinge auf und man bekommt Unkraut einfacher kaputt. Es wird an Stechmücken gearbeitet, die ein gen dabei haben, das geeignet ist, alle Stechmücken auszurotten (und damit z.B. Malaria in den griff zu bekommen).

Das funktioniert nicht immer wie gedacht z.B. sind viele Maisschädlinge mittlerweile gegen das Gift immun und man muß neue Pflanzen entwickeln, so wie man früher neue Insektengifte entwickelt hat. Es besteht ein gewisses Risiko beim herstellen und der schweren Abschätzbarkeit von Langzeitfolgen. Was wir mal "freigelassen" haben ist quasi unmöglich wieder einzufangen, siehe GVO Leinsamen Skandal. Wenn dann wirtschaftlicher Druck auf ein Unternehmen und schwer abschätzbare Folgen zusammen kommen ist das sicher nicht ohne Risiko. Da sind wir vielleicht etwas zu leichtsinnig.

Aber verwerflich? Verstehe ich nicht warum es das sein sollte. Es ist *die* Technologie der Zukunft was den Kampf gegen Krankheiten angeht.

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Kommentar von Agronom
20.10.2016, 00:33

Das funktioniert nicht immer wie gedacht z.B. sind viele Maisschädlinge mittlerweile gegen das Gift immun...

Das kann man so nicht behaupten, denn Resistenzentwicklungen sind kein unerwartetes "Phänomen", wie es gern dargestellt wird, sondern der natürliche Lauf. Vielleicht is es den Leuten im "Marketing & Sales" nicht bekannt, aber denen, welche diese Pflanzen entwickelt haben, war es schon vorher bewusst. Man macht sich dabei nur natürliche Mechanismen gezielt zunutze und dass die Natur nicht statisch ist, weiß man schon lange.

Bei Resistenzzüchtungen, egal ob gentechnsich oder durch Kreuzungen, ist die Frage nicht ob diese Resistenz gebrochen wird sonder nur wann.

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Hallo 1900minga,

Viele Menschen sind einfach der Meinung, dass das ethisch verwerflich ist, da sie meinen, dass ein Mensch in sowas nicht eingreifen sollte und es "gegen die Natur" ist.

Doch in Wirklichkeit haben die meisten Menschen wahrscheinlich Angst, dass es zu sehr eskalieren wird und man dieses Wissen über solche Veränderungen missbrauchen könnte, es ist also eine reine Frage der Philosophie.

Viele Grüße 

MrDog 

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Kommentar von matmatmat
19.10.2016, 23:11

Ja, da ist was dran. Viele der Leute die "gegen Gene im Essen" demonstrieren haben einfach eine Diffuse Angst und keine Ahnung das quasi jede Apfelsorte die sie heute im Supermarkt bekommen durch vom Menschen gemachte Mutationen (z.B. durch Bestrahlen von Apfelkernen) gemacht wurde.

Eskalieren kann es wie jede Technologie. Feuer kann dein Essen garen oder Du kannst deinem Nachbarn damit die Hütte anzünden. Je fortschrittlicher unsere Technologie wird, desto Fortschrittlicher muß auch unsere Ethik werden.

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Es kann giftig werden, es kann Insekten abschrecken und sie ihrer Nahrungsgrundlage berauben, es kann andere Pflanzen infizieren, der komplette Biokreislauf kann zu einem Rad des Todes für alles Lebende werden. Aber Gentechnik bezieht sich nicht nur auf Pflanzen sondern eigentlich auf alles, was Gene hat.

Nun, bisher wurden Züchtungen und Kreuzungen betrieben, aber da man nun Zugriff auf die Gene und ihre Elemente hat, fängt man an, daran herumzupfuschen. An sich nichts dagegen zu sagen, aber das gleich in der praktisch freien Natur auszusetzen ist langfristig gesehen so etwas wie der Islamische Staat der blöden Wissenschaftler.

Sie waren erfolgreich darin, die Natur im Großen Maßstab zu schädigen und machen nun im Kleinen weiter.

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Kommentar von matmatmat
19.10.2016, 23:14

An Genen pfuschen wir schon rum, seit wir wissen wie man Mutationen erzeugt...

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Ob nun größeres und besser aussehendes Gemüse wirklich das  ist, was wir brauchen, sei mal dahingestellt.

Wer außer den Saatgutfirmen, die gentechnisch verändertes Saatgut vertreiben hat denn nun wirklich Vorteile von den neuen Sorten?

Was ist die Hauptanwendung für gentechnisch veränderte Sorten? Wenn ich mich nicht irre, ist das die Herbizidresistenz.

Alte Sorten werden vielleicht gerettet und in Genbanken aufbewahrt, für die Allgemeinheit sind sie aber verloren. Denk bitte mal darüber nach, was das für ein Riesenverlust ist.

Wem gehören eigentlich unsere Nutzpflanzen, bzw. das Saatgut?  Was hältst  du davon, dich strafbar zu machen, wenn du Samen von selbstgezogenen Pflanzen zur Aussaat verwendest oder Stecklinge ziehst?

Etliche Zielsetzungen der Gentechnik sind sicher nicht verwerflich. Die Herstellung von Humaninsulin ist für viele Diabetiker ein Segen. Aber bei der genetischen Veränderung von Pflanzen und Tieren gibt es etliche mögliche Nebenwirkungen, die wo nicht abzuschätzen sind. Die können im gesundheitlichen oder ökologischen Bereich entstehen, ganz bestimmt sind sie im wirtschaftlichen Bereich vorhanden.

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Kommentar von Agronom
20.10.2016, 12:39

Dabei muss man immer darauf achten, ob man nun die aktuellen Produkte zur Bewertung heranzieht oder eben das Potenzial.

Sicher ist, wenn man sich auf das aktuell großflächeig genutzte Angebot beschränkt, so kann man dem nicht allzu viel positives abgewinnen. Dass die meist genutzten Traits Herbizidresistenz und Insektenresistenz darstellen ist einfach dem Umstand geschuldet, dass dies die ersten marktreifen Eigenschaften waren, die meisten anderen Anwendungen sind einfach komplexer und benötigen daher mehr Entwicklungszeit.

Betrachtet man aber die Möglichkeiten, welche teilweise auch schon marktreif sind oder sich noch in der Entwicklung befinden, wie Phytophtora-Resistente Kartoffeln oder mit Mikronährstoffen angereicherter Reis, so kann man schon auch für den Landwirt und Konsumenten eindeutige Vorteile feststellen.

Große Konzerne, die in diesem Bereich ausschließlich vertreten sind, haben diesen Stand auch schlicht der Kosten wegen. Kleinere Züchter haben einfach nicht das Kapital für die bisher großen Investitionen, die dafür nötig sind. Hier ist aber ein klarer Trend, dass die Entwicklung von gv-Sorten stetig günstiger wird, eine große finanzielle Hürde, das Zulassungsverfahren, belibt aber bisher bestehen.

Strafbar macht man sich auch immer, wenn man eingekauftes Saatgut für kommerzielle Zwecke nachbaut, das ist auch bei konventionellen Sorten über den Sortenschutz geregelt. Ein Innovationsschutz muss gegeben werden, sonst bleibt nur die verstaatlichung der Pflanzenzüchtung.

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Gentechnik ist die Veränderung des Erbgutes von Pflanzen und Tieren, damit wir mehr Nutzen davon haben.

Diese Technik betreibt die Menschheit seit tausenden von Jahren. Daran ist überhaupt nichts verwerflich.

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Kommentar von 1900minga
19.10.2016, 22:56

Hat dafür aber ein sehr schlechtes Image ;)

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Kommentar von billowe
19.10.2016, 23:03

Onkel... er mein eher Eugenik und dass was Monsanto macht und keine Zucht

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Gentechnik betreibt die Menschheit seit tausenden von Jahren. Da war es einfach nur "Züchtung" Mit den heutigen Methoden lässt sich da vieles sehr viel schneller bewerkstelligen. Das ist aber in der Tat nicht nicht ganz ohne Risiken. Ich habe viele Jahre in einem Labor gearbeitet, in dem solche Methoden angewendet werden. Und wenn ich da bedenke, welche Transfers da über alle möglichen Artengrenzen hinweg möglich sind, birgt das natürlich erhebliche Potentiale, aber eben auch Gefahren.

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Kommentar von OnkelSchorsch
19.10.2016, 23:28

Das Überqueren einer Straße birgt ebenfalls Gefahren.

Um Gefahren zu minimieren, gibt es Regeln und Vorschriften. So auch für Gentechnik. Gentechnik ist ein Segen für die Menschheit.

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Kommentar von Agronom
20.10.2016, 00:52

Da ist schon etwas dran, da sollte man sich langsam herantasten, aber bei Pflanzen gibt es auch für innerartliche Gentransfers schon ein riesiges Potenzial, besonders in den Bereichen Resistenzen/Toleranzen gegen abiotischen und biotischen Stress, welche zunehmend Bedeutung gewinnen.

Ebenfalls muss man aber auch bedenken, dass es in der Natur keine diskreten Arten gibt, das ist ja schlicht ein Modell des Menschen um das Leben zu ordnen.

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Gentechnik ist unheimlich viel verschiedenes.

Du beziehst dich offenbar auf die Pflanzenzüchtung.

Das ist nicht verwerflich. Die meisten Argumente der Gentechnikgegner sind nicht gut.

https://blog.psiram.com/tag/gentechnik/page/2/


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*******************************Disclaimer********************************************falls jemand kommt mit "psiram ist sooo unseriös, darf man nicht drauf verlinken:
Du musst aber auf der Seite des von mir verlinkten, von der Farmermafia gesponsorten Internetprangers aufpassen: Psiram-Autoren treiben gern  Mediziner in den Tod durch Cyber-Mobbing:

http://www.kritik-relativitaetstheorie.de/2014/04/internet-mobbing-mit-todesfolge-in-gedenken-an-claus-fritzsche/

außerdem sind das alles "Pseudoskeptiker", die keine Ahnung haben und die Herrschaft der verblendeten westlichen Schulwissenschaft durch Propaganda und Denkverbote zementieren wollen.


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Kommentar von matmatmat
19.10.2016, 23:56

Warum soll psiram unseriös sein? Man darf zwar nicht zugeben da zu schreiben, weil man sonst bedroht wird, aber so weit mir bekannt ist sind das durchaus intelligente Menschen die sogar Belege liefern für das was sie sagen...

Die meisten Argumente die man hört sind tatsächlich aus Angst und Unwissen geborener Unsinn. Ganz ohne Kritik ist Gentechnik - zu mindest wenn sie mit wirtschaftlichem Druck angewendet und das Produkt freigesetzt wird - jedoch auch unter Experten nicht.

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Anstatt die Pflanzen mit Giften zu besprühen, sorgt die Gentechnik dafür, dass die Pflanze das Gift selber produziert. So kann es nicht mehr abgewaschen werden.

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Kommentar von Agronom
20.10.2016, 00:45

Wenn man nur ein Produkt einer ganzen Technologie betrachtet, ist die Meinung natürlich schnell gebildet.

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Kommentar von billowe
20.10.2016, 19:49

Gentechnik ist für mich vor allem Eugenik und die Firma Monsanto. Beides hat einen mehr als schlechten Ruf.

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