was ist "genetische veranlagung"?

3 Antworten

Eine bestimmte Eigenschaft ist schon im Erbgut verankert! Das bedeutet, man kann sie nicht durch den Lebenswandel oder besondere Maßnahmen ausschließen. Z.B. ist es halt bei manchen Menschen durch Veranlagung bedingt, dass sie schon zunehmen, wenn sie nur das Wort "süß" hören. Sie müssen halt durch Sport und Ernährung dagegenwirken!

Doris Paas hat das schon sehr ausführlich und zutreffend beschrieben: "Veranlagung", das sind alle Eigenschaften eines Organismus, die in den Erbanlagen (Genen) jeder Zelle des Organismus angelegt sind. Diese Veranlagung muß jedoch erst entwickelt, ausgefüllt werden. Etwa hat jeder Beine, Muskeln, Sehnen, die Fähigkeit des Gehens und Laufens ist Teil der Veranlagung. Daß aber aus einem Menschen ein Läufer wird, dazu braucht es Übung.

Vor 150 Jahren gab es auch die (heute widerlegte) Ansicht, daß auch erworbene Eigenschaften vererbt werden könnten, nach dem Forscher Lamarck Lamarckismus genannt. Diese fasche Theorie wurde auch nach ihrer Widerlegung bewußt von Leuten vertreten, die gerne wollten, daß jeder Mensch aus Lernen fast beliebig zusammengebastelt werden könne. Sogar heute bezeichnen solche Leute die Geschlechterrolle (Mann oder Frau) als bloß "sozial erlernt". Dieses Durscheinander von Halbverstandenem nennen sie dann "gender mainstreaming", damit keiner versteht, was gemeint ist. Dabei ist genau bekannt, wie aus den Erbmerkmalen schon bei der verschmelzung von Ei und Samenzelle das Geschlecht festgelegt wird.

Gene sind Erbanlagen - und diese sind grundsätzlich nicht veränderbar. Genetische Veranlagungen bleiben das ganze Leben bestehen (oder zeigen sich im Laufe des Lebens) und sind nicht beeinflussbar.

Beispielsweise ist die Augenfarbe genetisch verankert: hast du blaue Augen, kannst du diese nicht in Braun abändern.

Es gibt für jedes Merkmal (wie z.B. die Augenfarbe) vereinfacht ausgedrückt jeweils zwei Erbanlagen, eine von deinem Vater und eine von deiner Mutter. Hierbei kann es verschiedene Wege für das Erscheinungsbild geben: manche Merkmale werden vorrangig (dominant) vererbt, andere nachrangig (rezessiv). Es gibt auch Merkmale, die gleichrangig vererbt werden.

Ein Beispiel: dunkle Haare werden dominant vererbt. Hat ein Elternteil dunkle Haare und der andere helle, dann haben die Kinder (meist) dunkle Haare. Bestimmte Blutkrankheiten, wie beispielsweise die Bluterkrankheit, werden rezessiv vererbt. Hier reicht eine Anlage von einem Elternteil nicht aus, damit die Erkrankung bei den Kindern auftritt. Es müssen die Anlagen von beiden Elternteilen jeweils das Krankheitsmerkmal aufweisen, damit das Kind ein Bluter ist.

Andere Merkmale werden gleichrangig vererbt. Hier fällt mir der Versuch des Entdeckers der Vererbungslehre Mendel ein: bei einer bestimmten Blumensorte wird die Blütenfarbe gleichrangig vererbt: aus roten und weißen Elternpflanzen entstehen rosablühende Nachkommen.

Erbanlagen können sich spontan ändern, dies nennt man Mutation. Eine solche Änderung ist dann wiederum in den Erbanlagen verankert und wird weiter vererbt.

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Sehr gut und Usermäßig zugeschnitten DH

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