Was ist genau der Unterschied zwischen natürlichen Aminosäuren aus Pflanzen und Tieren und im Labor hergestellten Aminosäuren, z.B. gentechnisch hergestellt?

4 Antworten

Warum liest Du nicht erstmal etwas über Aminosäuren auf Seiten wie Wiki oder Prof Blume, dann könntest Du konkret fragen und nicht Annahmen mit Aussagen durcheinanderwürfeln.

Kurz zusammengefasst:

  • Jede Aminosäure, also auch eine biogene Aminonsäure (typischerweise α-L-Aminosäuren, also die, die in der Proteinsynthese die wesentliche Rolle spielen ) wird durch ihre Molekularstruktur definiert und es ist völlig egal ob sie aus Viechern, Pflanzen oder Mikroorganismen extrahiert oder teil- oder vollsynthetisch im Labor hergestellt wurde.
  • "Gentechnisch" in diesem Sinn heißt lediglich, dass irgendwelche Organismen (in der Regel Mikroorganismen) gentechnisch verändert wurden um bestimmte Stoffe (Aminosäuren oder bestimmte Proteine) vermehrt herzustellen. Die Aminosäuren unterscheiden sich in nichts von "natürlich" oder synthetisch hergestellten.
  • Aminosäuren werden in der Regel durch die Verstoffwechslung von Proteinen im Körper zur Verfügung gestellt, wenn sie nicht in der Zelle biologisch synthetisiert werden. Keine Ahnung was Du mit "an Mineralien gebunden" meinst. Wenn Aminsäuren als Salz vorliegen (e.g. Natriumglutamat) oder in anderer Weise gebunden sind, müssen sie halt erst in eine nutzbare Form metabolisiert werden. Der Anteil daran dürfte aber eher klein sein. Reine Aminosäuren werden natürlich einfacher (energieeffizienter & direkter) verstoffwechselt.
  • "L" steht nicht für "natürlich" sondern für die eine Form eines durch ein Chiraltätszentrum definierte Stereoisomerie. In der Natur hat sich aus welchem Grund auch immer die "L"-Form in der Proteinsynthese durchgesetzt. Allerdings kommt auch die D-Form in den verschiedensten biologischen Prozessen vor und scheint insbesondere bei Steuerungsaufgaben (wenn schon nicht in der Proteinsynthese) eine Rolle zu spielen. Warum sich die L-Form in der Proteinsynthese durchgesetzt hat weiß man nicht, aber es war vermutlich nur ein Zufall der zu einem leichten Unterschied in der Ausgangskonzentration geführt hat was letztlich zu einer Festlegung auf die eine Form geführt hat (Selbstreplikation funktioniert nur im homochiralen Umfeld).

Die "L-Form" ist eigentlich nur eine stereochemische Einordnung.
Am Beispiel Glucose: hier ist die stereochemische Konfiguration des letzten chiralen C-Atoms der Kette namensgebend. Stichwort "Tatütata": die funktionelle Gruppe des letzten chiralen C zeigt (in der Fischerprojektion) nach rechts -> die Substituenten sind, wenn man sie nach ihrer Priorität ordnet, "rechtsherum" -> D-Glucose (D kommt von lat. "Dexter" = rechts). Wird das Molekül der D-Glucose gespiegelt, so erhält man L-Glucose (diese beiden Formen sind NICHT durch Drehen ineinander überführbar, Stichwort Enantiomere).
Nur, weil die Natur (in Bezug auf den Organismus) offenbar bei Aminosäuren die L-Form bevorzugt, heißt das aber doch nicht, dass diese L-Form nicht auch im Labor synthetisiert werden kann? Oder habe ich deine letzte Aussage missverstanden?

Alle Aminosäuren, zumindest in Supplementen müssen hergestellt werden. Allerdings werden Produkte meistens nur noch aus Produkten pflanzlichen Ursprungs hergestellt und nicht mehr tierischen Ursprungs. Einen informativen Artikel findest du auf der Seite von Frankenpost.de

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