Was ist gemeint mit "gescheiterte säkulare Befreiungsideologien im 19. Jh im vorderen und mittleren Orient"?

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3 Antworten

Der Islamismus, dem wir heute so viel Unglück verdanken, ist eine ziemlich junge Ideologie, die auf Menschen wie Said Qutb zurück geht. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert gab es sehr fortschrittliche Gelehrte im Islam, die gern Säkularismus durchgesetzt hätten. Sie scheiterten nicht zuletzt durch den westlichen Kolonialismus. Freiheitliche Gedanken wurden mit westlicher Unterdrückung und westlicher "Verderbtheit" (zügellosen Sitten etc) gleichgesetzt. Die Behauptung von Fanatikern wie Qutb und seinen Vorgängern lautete: es gehe islamischen Ländern so schlecht, weil sie ihre Religion vernachlässigten, sich von Allah abgewendet hätten und vom Westen auf einen sündigen Pfad geführt worden seien. Das Heilmittel dagegen sollte sehr strenge Religionsausübung und eine Verteufelung aller westlicher Sitten und Anschauungen sein.

Die Fanatiker haben momentan gewonnen.


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Kommentar von schnoerpfel
22.07.2016, 16:57

Dann erkläre, warum es eine junge Ideologie ist, wenn es solche Fanatiker doch bereits im Mittelalter gab.

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Hei, ginasimple, es sollte wohl heißen, dass versucht wurde, Religion und Staat ( = Regierung) voneinander zu trennen, und dies gescheitert ist. Oder: Es gab einmal eine panarabische Bewegung, die von der großen gemeinsamen Sache der Araber ausging (nicht vom Islam) und gescheitert ist - am Osmanischen Reich, an den Mandatsmächten nach dem ersten Weltkrieg, am partikularistischen arabischen Nationalismus. Oder so. Grüße!

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Es bedeutet, dass weltliche Herrscher Ideologien entwickelten, welche die Einwohner von irgendetwas (dem Westen?, religiösem Fanatismus?), befreien sollten und schließlich scheiterten.

MFG

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