Was ist für jemanden der einen schweren Schlaganfall hat am schlimmsten zu ertragen?

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7 Antworten

Ein Bekannter von mir (68 Jahre) erlitt dieses Jahr nicht nur einen Schlaganfall sondern drei. Er ist gerade wieder auf den Weg sich zu erholen, Ziel ist dass er wieder in seine eigene Wohnung kann.

Er ist geistig voll da, das Schlimme ist genau das für ihn: Dass er es komplett mitkriegt, zur Zeit nahezu vollständig auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.

da gibt es keine pauschale antwort. am besten den betroffenen fragen, wenns irgendetwas dient.

es gibt patienten, die ihre einschränkungen nicht mitkriegen. aber das ist nicht so häufig der fall.

Schlaganfall ist nicht gleich Schlaganfall.

Je nach dem, welche Hirnregion betroffen ist, kommen die unterschiedlichsten Symptome zustande.

- Halbseitenlähmung

- Lähmung eines Körperteils

- Lähmung aller Gliedmaßen (spastitsch, also unvollständig dann)

- Sprachstörungen

- Schluckstörungen

- geistige Störungen wie Konzentrationsschwäche

- Pusher-Syndrom: Verschieben der Körperachse

- Neglect-Syndrom: Ignorieren einer Körperhelfe

...

Alles kann auftreten, nichts muss. Vieles ist auch mit Therapie wieder trainierbar und wiederherstellbar. Defizite können aber bleiben.

Vergessen darf man nicht, dass der Schlaganfallpatient in der Regel keine geistigen Einschränkungen hat. Selbst Leute mit Sprachstörungen haben nur ein Problem damit, das Wort zu bilden oder das richtige zu finden. Sie sind nicht dümmer oder so.

Lähmung aller Gliedmaßen würde bedeuten, dass bd. Hirnhälften gleichzeitig betroffen sind...

Je nach betroffenem Areal kann es auch mentale Einschränkungen geben. Auch psychische Veränderungen/ Persönlichkeitsveränderungen sind möglich. Manche entwickeln auch eine Epilepsie. 

Schlaganfall- Patienten, die sich äußern konnten, haben oft beklagt, dass sie abhängig sind von Hilfspersonen. Ich glaube, das ist für viele Betroffenen ein großes Problem: Die Selbständigkeit verloren zu haben. 

Nele

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@Nele235

Ja, aber auch bei einer Tetraplegie gibt es meistens eine stärker und eine schwächer betroffene Seite.

So sagt man das auch in der Fachsprache: die stärker und schwächer betroffene Seite, denn es betrifft immer beide Seiten des Gehirns/ Körpers.

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Jeder Schlaganfall verläuft ianders und jeder Mensch erträgt solche Leiden und Einschränkungen auf seine eigene Weise und hat andere prioritäten die er sich gesetzt hat.

Deshalb ist eine pauschale Antwort hier nicht möglich.

Ich für mich fände es unerträglich auf Grund eines solchen Ereignisses bettlägerig zu sein.

Ich könnte mir vorstellen, dass die plötzliche Abhängigkeit in sehr vielen oder manchmal sogar allen Lebensbereichen eine große Belastung ist. Vor allem dann, wenn man bis vor dem Schlaganfall noch vollkommen selbstständig war, evtl. sogar noch im Berufsleben stand.

Das ist wahrscheinlich eine Mischung aus allem.Schlimm genug!

alles hören aber nicht mehr antworten zu können.

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