Was ist Freiheit in Ethik?

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2 Antworten

Das ist sicher nicht in jedem ethischen System dasselbe; es gibt ja auch in der Ethik einen Diskurs unterschiedlicher Vorstellungen, und gerade im Hinblick auf die Willensfreiheit sind sie besonders kontrovers.

Unter Freiheit wird oft verstanden die Freiheit, das zu tun, was ich will. Das ist die sogenannte äußere Freiheit. Ob sie gegeben ist hängt von vielen Faktoren ab, die weitgehend nicht Gegenstand von Ethik sind. Im allgemeinen setzt diese Freiheit eine Wahlmöglichkeit voraus, und je mehr Wahlmöglichkeiten ich habe, desto größer ist auch meine Freiheit. 

Ein Sonderfall ist der, dass ich gar keine Wahlmöglichkeit habe, sondern zu eine bestimmten Handlungsweise gezwungen bin, die ich aber zugleich auch will. Dieser Fall ist genau genommen der häufigste. Ich passe also meinen Willen der Notwendigkeit an. In diesem Sinne lehrte Schiller, Freiheit sei die Einsicht in die Notwendigkeit. 

Ich halte diese Auffassung für gefährlich; denn das Notwendige ist ja oft nicht das Gute. Wenn ich meinen Willen an das Schlechte anpasse, versäume ich, es das Schlechte zu nennen und bringe keinen guten Willen, sondern einen schlechten hervor.

Eine Lösung wäre es, zu sagen: Wenn ich keine Wahl habe, kann ich das, was man einen "Willen" nennt, gar nicht hervorbringen, keinen guten zwar, aber auch keinen schlechten. Ich kann nicht fliegen wollen, aber ich kann auch nicht nicht fliegen wollen. Ein Grundsatz des Römischen Rechts lautete: Wo keine Fähigkeit ist, ist auch keine Verantwortung. Von Freiheit kann man hier eben auch nicht sprechen.

Noch viel schwieriger ist das Problem der inneren Freiheit. Es ist das Problem, ob ich überhaupt die Freiheit habe, etwas zu wollen oder nicht zu wollen, wenn ich eine Wahl habe. Wer ist das Ich in dieser Frage ? Ist es das Ich, wie es Sigmund Freud beschrieben hat, das im Kampf steht mit dem Es und dem Über-Ich ?  Oder ist es meine ganze Persönlichkeit, das Selbst, im dem das Unbewusste eingeschlossen ist. 

Der Fall ist möglich und gar nicht sehr selten, dass das Unbewusste das Ich beeinflusst, etwas zu wollen, was der Vernunft und dem Bewussten widerspricht. Man kann in diesem Fall nicht sagen, der Mensch sei fremdbestimmt, denn sein Unbewusstes ist ja Teil seiner selbst, seines Selbst. Und doch sagt man zu Recht, er habe nicht die innere Freiheit, einen Guten Willen hervorzubringen. Auch in diesem Fall würde ich den oben genannten Rechtsgrundsatz gelten lassen..

Hallo.
Ethik und Freiheit

Unter den Begriffen werden wohl viele Bücher schreiben

Was ist Freiheit das was wir im Rechtsstaat sehen. ich meine schon

Aber Ethik ist freie Willensbildung. Da Stößt man als das Menschliche Verstehen. Das ist in jedem Kulturkreis wieder verschieden.

Seine Bedeutung hat wohl alles. ob in der Freiheit oder der Ethik.

Bley 1914

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