Was ist falsch daran konservative Familien Werte zu fördern?

6 Antworten

Nichts gegen Familienfreundlichkeit, aber es sollte einem schon aufgefallen sein, dass Salvini stramm rechts ist. Und ich rede nicht von konservativ, sondern wirklich von stramm rechts.

Das klingt sehr danach, dass Frauen wieder Kinder kriegen sollen, um die Nation Italien zu stärken, und das erinnert doch stark an eine sehr unselige Zeit in Europas Geschichte. "Schnackseln fürs Vaterland" kommt heute als Parole aber nicht bei allen gut an (ok, er hat es nicht so ausgedrückt - im Grunde läuft es darauf hinaus).

Menschen bekommen Kinder, wenn sie das selber wollen - nicht, weil der Staat es so möchte (zumindest sollte es so sein, meiner Ansicht nach). Und es liegt nicht primär an den Finanzen, sondern an der Lebensplanung, und da hat der Bürger selber das Sagen, nicht der Staat.

Nichts gegen Förderung von Familien, aber mich stört es, wenn sich Menschen so massiv in das Leben anderer Leute einmischen, nur um eine eigene Idee durchzusetzen. Ich finde, dass es Sachen gibt, die andere nichts angehen. Wenn Menschen keine Kinder möchten, solltest du dies respektieren.

Naja, Menschen sind nunmal soziale Wesen, und Nicht-Kinderkriegen ist genauso eine kulturelle Sache wie Viele-Kinderkriegen.

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@Steffile

Das stimmt. Ich wollte ja auch nicht Reklame für das Nicht-Kinderkriegen machen, ich wollte nur sagen, dass man den Leuten die Freiheit lassen sollte.

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Ich möchte - mit Verlaub - weder in einem Italien Salvinis noch in einem Brasilien Bolsonaros leben, auch ein Polen unter Duda und Mazowiecki wäre für mich kein ertrebenswertes Land zum Wohnen.

In Ländern, wo die Frauen mit Gewalt wieder an den Herd getrieben werden sollen, damit die Männer wieder ihre gewohnte Vorherrschaft einnehmen können, geht es genau in die Richtung, die derzeit in vielen Ländern eingeschlagen wird. Es wird Nationalismus propagiert, die Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts, die Ablehnung von Menschen anderer Nationalität oder Ethnie und das ganze Programm.

Dass in Italien und Brasilien überdies gigantische Verbrecherkartelle das öffentliche Leben beeinflussen und die Korruption riesige Ausmaße hat, möchte ich nur am Rande erwähnen. Das einzige, was sie uns voraus haben, ist viel Sonne und Wärme. Aber es liegt in der Wärme auch wesentlich mehr Müll herum als bei uns.

Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten ueberhaupt, und sicher macht es Sinn das Kinderkriegen zu foerdern, aus persoenlichen und aus wirtschaftlichen Gruenden, und am besten noch ohne rechte Ideologie dahinter.

Ich glaube aber nicht dass finanzielle Anreize allein genuegen. Ich lebe zufaellig in Israel, und die laecherlichen 30 Euro pro Monat Kindergeld sind sicher nicht der Grund fuer die hoechste Geburtenrate unter den OECD Laendern.

Eher eine gute Infrastruktur, die es Frauen ermoeglicht, Arbeit und Kinder zu balancieren, nicht zu vergessen eine Kultur die Kinder liebt und Familie ueber alles stellt.

Ich gebe dir 100% recht. Frankreich hat eine der höchsten Geburtenraten Europas, Kindergeld gibt's erst ab dem zweiten Kind. Aber Kinder und Berufstätigkeit sind gut vereinbar, die meisten Französinnen sind auch mit zwei oder drei Kindern berufstätig. Es ist dort gesellschaftlich nicht verpönt, seine Kinder einer Kinderkrippe oder einer Tagesmutter anzuvertrauen. Und es gibt Ganztagsschulen.

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