Was ist eurer Meinung nach die "perfekte Staatsform"?

Das Ergebnis basiert auf 32 Abstimmungen

Demokratie 63%
Diktatur(egal welche Art) 16%
Monarchie 9%
Aristokratie 6%
Theokratie(egal welcher Gott) 6%

24 Antworten

Das ich jetzt keine Wahl getroffen habe, liegt daran, dass die von Dir zur Wahl gestellten Begriffe alles andere als eindeutig sind und sich teilweise stark überschneiden.

Sicher, ist, auch Demokratie hat ihre Mängel, und ist so letztlich ein schlechtes System - aber eben noch immer das beste aller schlechten Systeme.

Generell der Nachteil einer fortgeschrittenen Demokratie: Es herrscht in der Bevölkerung vielfach das St. Florians Prinzip: Jeder möchte möglichst viele Vorteile genießen, aber bitte nicht unter den Nachteilen einer Verbesserung für viele leiden. Beispiele: Jeder möchte es nicht zu weit zur nächsten Autobahn haben, um schnell reisen zu können. Diese wird dann aber zwangsläufig auch an Wohngebieten vorbei führen, und die klagen eben gegen den Lärm, der dadurch für sie steigt. Das gleiche gilt für Flughäfen, auch hier beschweren sich die Menschen, die ganz selbstverständlich jedes Jahr in Urlaub fliegen müssen über eine zu weite anreise mit anderen Verkehrsmitteln... Oder auch nur im Kleinen. Hier bei mir soll ein Supermarkt erneuert werden. Dieser rückt dabei aber näher an ein Wohngebiet heran. Die meisten Bewohner im Wohngebiet freuen sich darauf, aber es gibt dann eben auch Anwohner, die mehr Lärm erwarten müssen (während genau so viele eben vom Ortswechsel in Sachen Lärm Gewinner sind) Der Bau hätte dieses Jahr längst erfolgt sein, aber die benachteiligte klagten dagegen...

Theokratie: Nun, was ist dies anderes als eine Aristokratische Diktatur der Priester? Das einzige, sie haben durch die gläubige Bevölkerung einen großen Rückhalt. Aber das ist bei weltlichen Diktaturen oft auch nicht anders, denn auch hier errichtet die Partei der Machtinhaber durch Propaganda ein Glaubensgebäude. Wenn man es genau nimmt, ist selbst der Kommunismus eine Religion, nur dass hier das Wort Gott vermieden wird.

Monarchie: Das kann jetzt alles sein, eine wirklich gute Demokratie, bei der der Monarch einfach nur noch der höchste Repräsentant ist. Bestenfalls operieren sie dann noch als letzte Sicherung, bei der sie die Aufgabe haben, die Demokratie dadurch zu schützen, indem sie - unabhängig von der Tagespolitik dann die Bestellungsurkunden der neu gewählten Staatsmänner unterschreiben müssen, und das, besteht die Gefahr eines Abgleitens in eine Diktatur auch verhindern können - sofern sie sich eben an diese Rolle auch halten...

Aristokratie: Nun, schaue ich mir an, aus welchen Familien viele der besten Politiker in der Geschichte unseres Langes stammten, zeigt sich, dass letztlich die Demokratie immer immer wieder aristokratische Züge hat, einfach weil die Kinder aus Familien höheren Standes oft eben auch eine höhere Bildung bekommen konnten, hierdurch eben sich innerhalb der zur Wahl stehenden Parteien schon mehr Vertrauen genießen, und so hier eben öfter Kandidaten zu höheren Ämtern bekommen - bis sie letztlich dem Volk zur Wahl einer demokratischen Regierung angeboten werden. Ich erinnere hier nur beispielhaft an die Familie von Weizsäcker.

Und letztlich muss jede Demokratie auch ein wenig eine Diktatur auf Zeit mit Einschänkungen sein, einfach um Dinge zum Vorteil vieler auch gegen die Rechte einzelner durchsetzen zu können. Nur so konnte unser Land nach dem Krieg auch so schnell wieder zu einer führenden Wirtschaftmacht aufsteigen.

Somit würde ich wohl aus meiner Lebenserfahrung mein Kreus bei einem Punkt: "Ein Mix aus allem" setzen, denn selbst wenn ich mich nicht als gläubigen Menschen sehe, haben die Menschen, die vor teils Jahrtausenden die Bücher der Religionen verfasst haben, dort sinnvolle Leitlinien hinein geschieben, diese zu beachten auch in einer Demokratie deren Erfolg erhöht. Letztlich haben wir ja auch einen "König auf Zeit" - den Bundespräsidenten - und gerade hier füllten diese Rolle Menschen aus Aristokratischen Kreisen selbst im Rückblick oft am besten aus,

Ich halte es da ganz mit Aristotelēs: Die Monarchie ist die perfekte Staatsform, wenn der Monarch perfekt ist. Mit einem üblen Monarchen wird sie aber sofort zur schreck­­lich­sten denkbaren Staatsform.

Die Demokratie ist dagegen robust: Selbst mit gutem politischen Personal ist sie ein Krampf, mit schlechtem Personal ein üblerer Krampf, aber selbst dann steigt sie bei weitem nicht in die Tiefen einer entarteten Monarchie, weil sich die üblen Charakter­züge der einzelnen Politiker teilweise gegenseitig neutralisieren.

Da ich an das Schlechte im Politiker glaube, ist die Demokratie die beste Lösung. Naja, eigentlich die zweitbeste, aber die Tyrannis mit mir als Tyrannen scheidet leider aus anderen Gründen aus.

Woher ich das weiß:Hobby – Angelesenes Wissen über Sprach­geschich­te und Grammatik
Demokratie

Die Willensbildung durch zivilisierten Wettstreit von Gruppen (Parteien, Kampagnen, usw.) ist noch die gerechteste Art. Allerdings müssten die Demokraten auch ein minimales Wissen haben, um die zu entscheidenden Dinge auch beurteilen zu können. Da hapert es in Deutschland sehr, wo die Wahlentscheidung bei vielen nach Äußerlichkeiten oder Wahlgeschenken gefällt wird. Außerdem ist in Deutschland nicht klar, ob nicht in Wirklichkeit eine Minderheit von Reichen und Mächtigen die Politik steuert. Dann hätten wir eigentlich eine Oligarchie.

Demokratie

Demokratie, aber am allerbesten in der Kombination mit starken Minderheitenrechten, garantiert von einem soliden Rechtsstaat, es kann schließlich nicht sein, dass die Mehrheit ständig der Minderheit derart penetrant ihren Willen aufzwingt, dass letztere sich unwohl fühlt in dem betreffenden Staat.

Was auch dazu gehört, ist ein gutes Bildungssystem und eine freie und investigativ recherchierende Presse, denn eine Demokratie ist eben nur so schlau wie ihre Bürger, und wenn die Bürger nicht schlau sowie gut informiert sind, kann eine Demokratie leider auch "in die Hose gehn"...

Demokratie

Grundsätzlich ist die Demokratie die beste Staatsform, die wir bisher entwickelt haben.

Sie ist flexibel, verhindert die Konzentration der Macht in den Händen einzelner Institutionen, sie gibt dem Volk Partizipationsmöglichkeiten, und sie ist reformfähig. Das alles trifft in dem selben Ausmaß auf kaum eine andere Staatsform zu.

Wobei es natürlich auch drauf ankommt, wie Demokratie definiert wird. Reicht es aus, das Volk alle vier (oder vielleicht bald fünf) Jahre an die Urnen zu pfeifen? Oder muss man sich vielleicht fragen, ob die Demokratie im 21. Jahrhundert neue Akzente setzen und mutiger werden sollte?

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