Was ist eure Meinung zu Föderalismus im Schulsystem?

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2 Antworten

Wir sehen dieser Tage eklatant, wie sehr der Föderalismus im Schulsystem versagt hat. Nicht nur, dass Bundesländer untereinander konkurrieren, eine wirkliche Bestandsaufnahme des Bildungsdesasters innerhalb der Bundesrepublik ist kaum möglich. Komparative Studien der einzelnen Länder (insb. natürlich die PISA-Studie) laden zu gemeinsamen Kaffeesatzlesen ein, das immer neue hypermoderne pädagogische "Konzepte" auf den Plan ruft, von Leuten auf dem Reißbrett entworfen, die vor 10 Jahren noch heulend aus der Klasse gelaufen sind und den Karriereweg in Richtung der Behörden eingeschlagen haben, um bloß nicht ihr Leben in der harten schulischen Wirklichkeit zu verbringen.
Besonders eklatant ist in diesem Zusammenhang der Hamburger Senat, der jedes noch so abwegige "Konzept" einführt, das sich gerade erst ein wirklichkeitsallergischer Professor aus NRW ausgedacht hat.

Das Resultat ist eine zunehmende Verrohung und allgemeine Bildungslosigkeit in den meisten Ländern (mit Ausnahme Bayerns und Teilen Baden-Württembergs) und eine Bundespolitik, die keine anständige Bestandsaufnahme machen kann. Während bsplw. in NRW noch gekuschelt und geknuddelt wird, wird in Bayern gelernt und selbst der so gescholtene Frontalunterricht (pfui bah!) zeitigt bessere Ergebnisse, als die desaströsen "modernen" Ansätze.

Es bräuchte eine einheitliche Schulpolitik im Land, um wirklich eine qualitativ hochwertige Bildung in allen Ländern sicherzustellen. Bedauerlicherweise verleitet der Föderalismus nur regelmäßig zu Bildungsexperimenten, die dann in der nächsten Legislaturperiode (nachdem die alte Regierung abgelöst wurde), wieder eingestellt werden. In NRW z.B. sieht man das an den von der CDU unter enormen Verwaltungsaufwand eingeführten Kopfnoten, die kaum fünf Jahre später wieder von der SPD abgeschafft worden sind. Es braucht eine einheitliche, verlässliche Bildungspolitik in Deutschland und Änderungen, die auf transparenten Studien basieren und nicht nur auf den Vorstellungen, die irgendein theorieaffiner Professor schon lange mal für richtig gehalten hat.

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Beim Religionsunterricht mag das noch sinnvoll sein, das es hier Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Bei allen anderen Fächern aber fände ich es besser, wenn es bundesweit einheitlich wäre.

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