Was ist eure Meinung, dass in Köln der islamische Gebetsruf erlaubt wurde?

27 Antworten

Steht mir nicht zu, über dieses Pilotprojekt zu urteilen lebe noch nicht mal dort. Denke mir meinen Teil, gerade auch in Bezug auf den Inhalt des Rufes, gleiche es ab mit dem GG, andere Religionen werden nicht als minderwertig betrachtet, erkenne die Ironie daran, und behalte meine Gedanken für mich. Der international prayer room im evangelischen Zentrum meiner Stadt ist da schon 'bunter' :) Anbiedern an den Islam, nur weil er sich als 'darüber stehend' betrachtet, werde ich mich nicht, nee, lass mal. :)

Von Experte Kajjo bestätigt

Nein, natürlich sollte es nicht überall so sein, und auch nicht in Köln. Mit welchem Recht darf man alle Bürger marktschreierisch zum islamischen Gebet auffordern?

Und weil jetzt unweigerlich die Frage nach Kirchenglocken kommt: Dieses Gelaeut sollte meiner Meinung nach nicht verboten, aber eingeschränkt werden. So könnten die Glocken zu liturgischen Anlässen an Sonn- und Feiertagen laeuten, aber nicht vor 10 Uhr morgens. Daneben koennten sie ihre ursprünglichen Zwecke als Ankuender bestimmter Ereignisse behalten: Todesfall/Begraebnisse, Hochzeiten, Naturkatastrophen (Feuerausbruch, Sturm, Lawinen...).

Warum ich Glockengelaeut nicht gänzlich verbieten würde? Weil es erstens harmonisch klingt, im Gegensatz zum ohrenverletzenden Gekraechze der Muezzins. Weil es zweitens rein instrumental ist und keinen Text enthält. Es informiert, aber befiehlt nicht. Und weil es drittens in bestimmten Situationen von Nutzen sein kann (Ankündigung von Gefahr). Allerdings sollte es, wie gesagt, eingeschränkt werden und duerfte nicht als Instrument der Schikane missbraucht werden. Das Urteil gegen den Linzer, der vergeblich gegen permanentes nächtliches Kirchengelaeut klagte (viertelstuendlich!), ist in meinen Augen ein Skandal. Das ist einfach Tortur des wehrlosen Bürgers. Und das soll christlich sein??

Was man in islamischen Ländern als Christ tun darf oder nicht, sollte für uns hingegen keine Rolle spielen. Wir wollen uns diese Länder ja nicht zum Vorbild nehmen.

Zunächst sei gesagt, dass es sich um einen Versuch handelt, da der Gebetsruf in Deutschland neu ist. Medien berichten:

Das Projekt läuft nach Angaben der Stadt zunächst für zwei Jahre. Der islamische Gebetsruf darf auf Antrag in der Zeit von 12 bis 15 Uhr und maximal fünf Minuten lang zu hören sein. Abhängig von der Lage der Moschee soll auch die Lautstärke begrenzt werden. Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Reker erklärte, das Projekt sei ein Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz und ein Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit.

Selbstverständlich gibt es daran Kritik. Medien berichten:

Viele werden das als weiteren Beleg für die schleichende Islamisierung der Stadt und auch anderer Orte in Deutschland ansehen. Und diese Frage darf gestellt werden. Denn Ängste werden nicht dadurch beseitigt, dass man über ihre Ursachen schweigt. Umgekehrt gehört in einer multiethnischen Gesellschaft auch dazu, sich gegenseitig mit Toleranz zu begegnen. Wenn mehr als elf Prozent der Bewohner einer Stadt muslimisch sind, kann und darf, ja muss diese Religion auch im öffentlichen Raum stattfinden.

Fakt ist, dass in Deutschland Tausende Muslime leben. Der Islam gehört genauso zu Deutschland wie das Christentum. Insofern sollte eine Religion gegenüber einer anderen nicht bevorzugt behandelt werden.

Wenn Glockengeläut erlaubt ist, sollte auch der Gebetsruf durch den Muezzin erlaubt sein:

Durch die Migration ist inzwischen aber eine weitere Religion in unsere Regionen gekommen. Und wir sollten das akzeptieren und die Gebräuche und Wertvorstellungen dieser Religion zulassen, sofern sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Und die beinhaltet auch, dass Moscheen an zentralen Plätzen stehen und der Ruf des Muezzins erschallt.

Selbstverständlich kommt es auf den Standort an. In Städten, in denen fast keine Muslime leben, ergäbe es wenig Sinn. Aber in manchen Städten (bzw. Stadtteilen) leben viele Muslime. Hier sollten Muslime auch ihre Religion ausüben können.

Wer mit dem Ruf des Muezzins ein Problem hat, sollte sich dringend unser Grundgesetz, speziell Art. 4 Abs. 2 GG, durchlesen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Halb Muslim, halb deutsch

Art. 4 Abs. 2GG:

,,Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

Und wer denkt an alle anderen Religionen, Agnostiker oder auch Atheisten die sich durch den Muezzinruf in ihrer Freuen Religionsausübung eingeschränkt fühlen…?

Und was wenn eine Religion fordert, dass man z.B. einen Menschen Opfern soll, soll der dann auch ungestört seine Religion ausüben?

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@Chris1004
Und was wenn eine Religion fordert, dass man z.B. einen Menschen Opfern soll, soll der dann auch ungestört seine Religion ausüben?

fordern darf eine Religion das sogar, solang es nicht umgesetzt wird kann diese Religion nicht verboten werden

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@Chris1004
Und wer denkt an alle anderen Religionen, Agnostiker oder auch Atheisten die sich durch den Muezzinruf in ihrer Freuen Religionsausübung eingeschränkt fühlen…?

An mich, der sich durch das Glockengeläute der nahen Kirche oft genug gestört fühlt denkt ja auch keiner, oder?

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@DerRoll

An mich genau so wenig, mich stört es genau so. Wobei mir das Glockenleuten dennoch lieber ist, als ein Unverständliches Geschrei.

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Ich meine, Religion bedeutet nicht, das Recht zu haben, andere über Gebühr zu belästigen, und Religion darf erst recht nicht ein Mittel sein, um Unfrieden zu stiften.

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Und ein Muslim, den man nicht brüllend dazu auffordert, kann seine Religion nicht ausüben?

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Diese ständigen Vergleiche mit unseren Kirchen empfinde ich als eine ganz grosse Unverschämtheit.

Sie gibt es in Deutschland seit wenigstens 1500 Jahre oder länger.

Egal ob die Gebetsruf erlaubt wird oder nicht, gibt es keinem Muslim das Recht unsere Traditionen zuhinterfragen.

Schon garnicht wenn man das liest:

https://www.islaminstitut.de/2016/fatwa-zu-der-frage-ob-kirchen-in-muslimischen-laendern-gebaut-werden-duerfen/

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@PrinzSaid

Dort lebten früher ja auch viele Christen, vor den Musimen.

Aber es geht nicht darum ob es noch ein paar Kirchen im Nahen Osten übrig geblieben sind, sonden um die Einstellung des Islam dazu und diese Überheblichkeit .

Die Muslime bauen Moscheen auf der ganzen Welt, weil Allah, Er sei erhoben, ihnen dies befohlen und ihnen dieses Recht erlaubt hat. Im Gegensatz dazu dürfen die Ungläubigen keine Kirchen bauen, denn Allah, Er sei erhoben, hat dies verboten und ihnen dieses Recht verweigert.

Auszug aus dieser Fatwa

https://www.islaminstitut.de/2016/fatwa-zu-der-frage-ob-kirchen-in-muslimischen-laendern-gebaut-werden-duerfen/

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Mich würde es nicht stören. Aber leider gibt es bei uns sogar Leute, die sich an den Kirchenglocken stören.

Es ist der gleiche Ruf, den Terroristen bei ihren Anschlägen rufen. Hat halt ein seltsames Geschmäckle. In der Schweiz kassierte ein Rufer auf der Straße ein Bußgeld, weil er den Passanten damit einen Schrecken einjagte.

Du verwechselt das etwas, die Terroristen rufen nur "Allahu akbar", der Gebetsruf dauert viel länger und hat noch viele andere Wörter.

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@joerosac

Ja stimmt, aber das "Allahu akbar" kennt mittlerweile jeder als den Schlachtruf der Islamisten, wird bei jeder Hinrichtung gebrüllt und der Rest ist auch Müll und diskriminierend für andere Religionen. Es, gibt schließlich jede Menge andere Religionen und Götter und Allah kann gar nicht der einzige sein. Ob er der größte ist mag dahingestellt sein, er wurde noch nie gesichtet um ihn zu vermessen.

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@joerosac

Nur erfolgt dieser Ruf in einer für uns unverständlichen Sprache....

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@Weinberg

Doch nicht für die, die diesem Glauben angehören, und für die ist er ja gedacht.

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