Was ist eine Verhältniswahl?

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In Systemen mit Verhältniswahl bekommen Parteien gemäß der Verteilung der Stimmen Sitze - also Mandate - in den Parlamenten. Damit steht das System im Gegensatz zu Mehrheitswahlen, bei denen die Partei mit den meisten Stimmen gewinnt und alle anderen Stimmen einfach verfallen. Die Verhältniswahl schützt also in besonderem Maße diejenigen, deren gewählten Parteien nicht an der Regierung beteiligt sind, indem diese die so genannte Opposition stellen.

In Deutschland gibt es eine modifizierte Version der Verhältniswahl: sowohl im Bund (Bundestag), als auch in den Ländern (13 Landtage, Hamburger und Bremer Bürgerschaft, Berliner Senat): Die personifizierte Verhältniswahl. Dabei bekommt jeder wahlberechtigte zwei Stimmen, die Erst- und Zweitstimme. Mit der Zweitstimme wird das Verhältnis bestimmt, in dem die Parteien im Parlament vertreten sind. Als Beispiel sei die Wahl in Schleswig-Holstein vom gestrigen Sonntag zu nennen. Die CDU erhielt beispielsweise 30,8% und 22 Sitze, die SPD 30,4% und ebenfalls 22 Sitze usw. Das ist das Verhältnis. In Deutschland dürfen aber nur Parteien mit über 5% ins Parlament einziehen ("Fünfprozenthürde"). Mit der Erststimme wird ein Abgeordneter aus jedem Wahlkreis direkt ins Parlament gewählt. Insofern ist diese Verhältniswahl personifiziert, da direkt Einfluss auf die im Parlament vertretenen Personen genommen werden kann.

danke :) jetzt habe ichs perfekt verstanden. wie macht man hilfreichste antwort?

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