Was ist eine Staatsschuldenkrise?

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5 Antworten

Eine Staatsschuldenkrise kommt dann zustande, wenn die internationalen Anleger, Banken oder private Investoren, dem Land auf die Dauer nicht mehr zutrauen, in seiner ökonomische Potenz im Vergleich mit anderen Staaten gut dazustehen. Genauer:

Jeder Staat hat genommen und nimmt weiterhin Geld auf dem Kapitalmarkt auf, um seine Aufgaben zu finanzieren. Er will seine Steuern nicht erhöhen, weil der Staat Wert legt auf die internationale Konkurrenzfähigkeit seiner Unternehmen und Banken. Gleichzeitig hat er einen Bedarf der Finanzierung der Staatsaufgaben, die durch Steuern nicht oder nur kontraproduktiv zu finanzieren sind. Er will also seinen Unternehmen und Banken nicht mehr Steuerlast zumuten, um sie international zu stützen. Diese Finanzierung macht er so, dass er Staatsschuldenpapiere auflegt, die jeder kaufen kann. Sie sind ausgelegt auf bis zu 15 Jahren, vielleicht auch mehr. In den Papieren wird versprochen, nach z.B. 5 Jahren den geliehenen Betrag mit Zinsen zurückzubezahlen. Dies funktioniert so lange, wie er seine auslaufenden Verträge mit neuen Staatspapieren finanzieren kann. D.h., er verspricht neue Verzinsung von Anlagen und ist darauf angewiesen, dass die Anleger diese wieder kaufen. Wenn dies nicht der Fall ist, braucht der Staat, bei dem das stattfindet, tatsächlich seine Steuergelder, um die auslaufenden Zahlungsversprechen der abgelaufenen Staatspapiere zurückzuzahlen. Nun hat er aber gerade weil die Steuern nicht genug waren, auf dem Kapitalmarkt Geld aufgenommen. Also werden die Mittel aus Steuern noch knapper als schon vorher und er kann bei entsprechender Menge der neuen Nichtkäufe der Staatspapiere zuletzt auch die laufenden Kosten des Staatsapparates, also z.B. Gehaltszahlungen für Staatsangestellte, versprochene Zuschüsse zu Wärmedämmung, Ersatzlieferungen für Militär, Renovierung von Straßen u.v.a.m. nicht mehr bezahlen. Normalerweise kann er das doch bezahlen, indem der  Staat, der die Hoheit über sein eigenes Geld hat, dieses einfach "druckt" oder heutzutage per Schöpfung und Überweisung an Banken in den Umlauf bringt. Diese Geldschwemme seiner Währung entwertet das eigene Geld und macht es für die Konzerne und kleinere Betriebe schwer, da bedeutet teuer, notwendige Dinge, Maschinen oder auch Öl im Ausland zu kaufen. In Europa ist das noch ein anderer Fall. Da hat jedes Land die Geldhoheit an Brüssel abgegeben und so unterliegt die Schöpfung von Geld andern Kalkulationen, die nicht mit dem Geldbedarf des einzelnen immer noch souverän wirtschaftenden Einzelstaat zusammenfallen.

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Eine Staatsschuldenkrise ist meist ein langer Prozess, der in der Zahlungsunfähigkeit eines Landes enden kann. Eine Staatsschuldenkrise entsteht durch eine Abfolge von Jahren, in denen die Ausgaben des Staates die Einnahmen um mehr als die echten Investitionen übersteigen. In der Regel bedeutet dies, dass die Zinslast nicht mehr aus den zunehmenden Einnahmen einer Wirtschaftssteigerung gezahlt werden können. Sie schnüren dann immer mehr die Handlungsfähigkeit des Staates ein. Kurz vor der Zahlungsunfähigkeit werden dann in der Regel Schulden aufgenommen, um neue Schulden und die Zinsen zahlen zu können.

Grund für eine solche Entwicklung sind allgemein gesprochen meist gesetzlich verankerte, teils auch mit Wahlversprechen festgezurrte Ausgabenverpflichtungen, hinter denen die Einnahmen hinterherhinken. Es ist eine Fehlorientierung durch die Politik, die ihrem Volk keinen reinen Wein einschenken wollen, dass die Begünstigung durch Staatsausgaben eigentlich mit Einnahmensteigerungen des Staates verbunden sein müssten, seien es Steuern oder sonstige Abgaben. Es ist die Angst der Politik, abgewählt zu werden, wenn Leistungen gekürzt werden. Es ist oft auch eine einseitige Begünstigung kleiner Bevölkerungsteile zum Nachteil der Allgemeinheit, sprich die Selbstbedienung von Seilschaften.

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Kommentar von Schnoofy
12.11.2015, 11:42

Das hast Du mit wenigen Worten simpel und anschaulich erklärt.

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Also beispielsweise gibt es den Fiskalpakt. Jedes Land, dass diesen Vertrag unterschrieben hat, muss dafür sorgen, dass es nicht mehr im Haushaltsplan ausgibt, als einnimmt. Dazu gibt es noch einen Freiraum von 5%.
Du solltest also als Staat versuchen, 5% deines Einkommens zu sparen um bei anderen Krisen noch ein paar Geldreserven zu haben (Euro Rettungsschirm).

Wenn du das nicht tust, kann es zu einer Inflation kommen und du hast immer mehr Schulden, die sich immer und immer mehr anhäufen. Diese kannst du irgendwann nicht mehr zurückzahlen.

So ungefähr ist es halt in Griechenland, weil Griechenland zur Zeit genau das beste Beispiel dafür ist.

Gruß A.

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Staatsschuldenkrise

Der Staatsbankrott ist die faktische Einstellung fälliger Zahlungen oder die förmliche Erklärung einer Regierung, fällige Forderungen nicht mehr oder nur noch teilweise erfüllen zu können. Die Begriffe Bankrott und Insolvenz werden in diesem Zusammenhang synonym gebraucht. ...http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsschuldenkrise

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Kommentar von fritzkopf
12.11.2015, 10:37

Danke

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Wenn der Staat die Zinszahlungen für seine Schulden nicht mehr bedienen kann.

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