was ist eine Staatsauffassung

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1 Antwort

Eine Staatsauffassung bezeichnet einfach ein bestimmtes Verständis davon, was und wie ein Staat sein sollte.
Hier mal eine Erläuterung:
Quelle: http://www.123recht.net/article.asp?a=204&p=8&ccheck=1
Man unterscheidet zwischen der organischen und der instrumentellen Staatsauffassung.

Die organische Staatsauffassung betrachtet den Staat selbst, das "Gehirn", als höchsten Zweck allen Handelns. Das Wohl der Gesellschaft stellt dabei das allgemeine Staatsziel dar, individuelle Interessen treten in den Hintergrund. Der Bürger wird bloß als eine Art Mittel zum Zweck angesehen. Bekannte Vertreter dieser Auffassung waren Platon, Hegel oder Marx. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Pflichten der Bürger, nicht auf seinen Rechten. Als klassisches Beispiel für eine derartige Staatsauffassung kann das Dritte Reich genannt werden. Während der NS-Zeit stand das Wohl und die Macht des deutschen Volkes (mal völlig wertfrei betrachtet) über allem anderen, der Einzelne musste sich dementsprechend unterordnen. Bei der instrumentellen Staatsauffassung wird umgekehrt der Staat als Mittel zum Zweck betrachtet. Er ist als eine Art Institution eingesetzt, um die individuellen Probleme der Bürger lösen zu helfen bzw. für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu sorgen. Man spricht auch von einer Principal-Agent-Beziehung: Der Staat, der für das Allgemeinwohl sorgen soll, dient dem Principal, den hier der Bürger darstellt, als Agent. Es besteht allerdings die Gefahr des Machtmissbrauchs, wenn der Staat die Wünsche seiner Bürger missachtet und eigene Interessen verfolgt. In diesem Fall besteht ein Principal-Agent-Problem.

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