Was ist eine nicht sexuelle Erziehung?

4 Antworten

Bei der Sexualpädagogik gibt es 3 Grundrichtungen der Sexualerziehung:

  1. Skeptisch-gefahrenorientiert: Die Gefahrenseiten der Sexualität werden betont. Sexualität wird versucht, so lange wie möglich von den Kindern fernzuhalten. Verfrühter Kontakt mit dieser Sexualität wird als Gefahr für sittliche Entwicklung und Reife betrachtet. Das grundsätzliche Anliegen ist nicht generell schlecht: die Wahrung von Unschuld und Harmonie der Kinderwelt sowie die Hinführung zu Sexualität in festen Bindungen in Ehe und Familie.
  2. Pragmatisch-aufklärend: Hier geht es vor allem darum, den Kindern altersgemäß die "technischen" Aspekte von Sexualität zu vermitteln. Den Kindern wird Sexualität zugestanden und dem kindlichen Interesse mit Vermittlung von Information begegnet. Im Vordergrund stehen biologische Fakten. Es wird sich auf die Aufklärung beschränkt und das Rationale mitunter überbetont. Emotionale Aspekte werden außen vor gelassen.
  3. Emanzipatorisch: Hier wird Sexualität als Lebensenergie verstanden, die in allen Lebensaltern intensive körperliche, emotionale und soziale Erfahrungen ermöglicht und deren Entwicklung positiv begleitet werden muss. Sexuelle Bedürfnisse werden bejaht. Die sexuelle Selbstbestimmung gilt als höchstes Ideal, Ziel ist eine “sexuelle Mündigkeit”. 

In Reinform gibt es diese "Konzepte" eher selten. Meistens ist es eine Mischung. Eine "nicht-sexuelle" Erziehung gibt es nicht. Höchstens eine skeptisch-gefahrenorientierte Erziehung, die Sexualität so lange wie möglich von den Kindern fernhält. Aber selbst das vermittelt den Kindern ja ein gewisses Verständnis für Sexualität.

Womöglich schreibst Du gerade Deine Arbeit. Im Fach Ethik. 

Für mich ist eine nicht sexuelle Erziehung eine Erziehung im Sinne des Grundgesetzes. Das nennen wir ja auch mittlerweile gerne unsere Verfassung. Schaue da auf jeden Fall noch nach Was ich wohl gemeint haben mag. 

Dass wir irgendwann abhängig davon wann genau es die Natur für die einzelne Person vorgesehen hat zu sexuellen Wesen werden versteht sich. Ob es diesbezüglich unbedingt einer Erziehung bedarf darf infrage gestellt werden wenn ansonsten soziale Kompetenz zu erlangen gefördert wird. 

Immerhin gibt es zunehmend Menschen die davon ausgehen dass die zuständigen Ministerien mit ihrer Umstellung des Sexualkundeunterrichts Pädophilie fördern. 

Für mich wäre das eine nicht sexualisierte Erziehung- also dass alle Körperfunktionen als völlig normal empfunden und auch hinterfragt werden können, ohne dass die sexuellen Funktionen sexualisiert werden.

Im Sinne von neutrale Berichterstattung ohne Anspielungen auf die fragende Person. Und ohne anzügliche, hinterfragende oder unterstellende Antworten.

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