Was ist eine Hochleistungskuh und was hat das mit Pansen- Azidose zu tun?

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1 Antwort

"Wo mehr rauskommen soll, muß mehr reingefüllt werden!"


Die subakute Pansenazidose ist ein typisches Problem der modernen
Hochleistungskuh. Bis zu 25% der Früh- und Hochlaktierenden Kühen können
betroffen sein. Dann führen Folgeerkrankungen wie Klauenrehe und
Fruchtbarkeitsprobleme zu großen wirtschaftlichen Verlusten. Die akute
Pansenazidose kommt viel seltener vor, ist dafür aber lebensbedrohlich.“

Tips für Dich:


Die Kühe sollten die maximale Trockenmasseaufnahme (TMA) nicht später als 10 Wochen

   
nach der Kalbung erreichen.




* Die Kühe sollten zum Zeitpunkt der höchsten Futteraufnahme mindestens 4 % ihrer

   
Lebendmasse (LM) aufnehmen.




   Bsp.: 600 kg LM = 24 kg TM




* Bei 3maligem Melken je Tag fressen die Kühe etwa 5-6 % mehr an TM als bei 2maligem

   
Melken.




* Bei richtiger Fütterung ergibt sich die geschätzte TMA aus




   TMA (kg) = A x 0.02 (kg LM) + 0.3(kg FCM/Tag) + B (kg LMZ/Tag)



   A (Laktationstage, LT) = 1.0 - 0.2 x ((80 - LT)/80), FCM (4 % fettkorrigierte Milch)


      = kg Milch x (0.4 + Fett % x 0.15), B (LM-Veränderung) = 1.0 bei LM-Zunahme und 0

          bei LM-Abnahme




       Bsp.: TMA für 613 kg LM, 45 kg Milch, 3.6 % Fett, 70 LT und LM-Abnahme


                 TMA = ((1.0 - 0.2(80-70)/80)) x 0.02 x 613 + 0.3((45 x (0.4 + 3.6 x 0.15)) + 0

                          
= 0.975 x 12.26 + 12.69 + 0

                          

= 24.64 kg TMA je Tag




* Je kg erwartete Milchleistung sollten die Kühe mindestens 0.5 kg TM fressen. Geringerer


    Verzehr verursacht übermäßige Verluste an Körperkondition und Neigung zu


    Stoffwechselstörungen.




* Da Kühe gewöhnlich nach dem Melken fressen wollen, muß frisches Futter auf den Krippen


   
oder dem Futtertisch sein, um eine hohe TMA anzuregen. Hochleistungskühe fressen bis


   
zu 12mal pro Tag, im Durchschnitt etwa 23 Minuten/Mahl. Passen Sie ihr Fütterungsregime


    dem Freßverhalten ihrer Kühe an.






* 5 - 7 Tage vor dem Kalben sinkt die Futteraufnahme um ca. 30 %. In den ersten


   
3 Wochen nach dem Kalben steigern die meisten Kühe rasch die TMA um


    1.36 - 2.72 kg/Tag (3-6 pounds).


   
Die Erhöhung der Gesamtaufnahme an Energie und Protein bei Kühen vor dem


   
Kalben scheint mit einer verbesserten Futteraufnahme und Leistung nach dem


   
Kalben einherzugehen.




* Wenn möglich, sollte eine Färsengruppe gehalten werden. Erstkalbinnen verbringen


   
10 bis 15 % mehr Zeit beim Fressen, wenn sie getrennt von Altkühen gehalten werden.




* Der beste Trockensubstanzgehalt der Gesamtration liegt zwischen 50 und 75 %.


   
Feuchtere oder trockenere Rationen begrenzen den Verzehr. Bei starker Silagefütterung


   
sinkt die TM-Aufnahme um 0,02 % der LM je % Feuchteanstieg über 50 % Feuchte in der


   
Gesamtmischung, weil feuchtes Futter langsamer fermentiert.




   

Bsp.: 60 % Rationsfeuchte minus 50 % oberer Grenzwert = 10 x 0,02 % x 1350 lbs.


   

   

   

(613 kg) Kuh = 2,7 lbs. (1,2 kg) weniger TMA/Tag.




   
Das verursacht einen Abfall von 5-6 lbs. (2,3-3,1 kg) Milch/Tag.





* Ist ein TMR-Mischwagen mit Waage vorhanden, sollte zur Einwaage der richtigen Menge


   
an Silagetrockenmasse wöchentlich die Trockensubstanz der Silage bestimmt werden.


   
Die Anfertigung einer Tabelle, um die erforderliche Silagemenge in Abhängigkeit vom


   
TS - Gehalt schneller zu ermitteln, ist dabei hilfreich.




* Liegt die TMA unter dem Normalwert, prüfe zunächst die Nicht-Faser- Kohlehydrate (NFC)


   
und die Faserlänge in der Ration sowie die Wasseraufnahme und ob Schimmelbefall vorliegt.




* Bei Temperaturen über 24 ºC (75 ºF) sinkt die Futteraufnahme um 3,3 % je 2,2 ºF Anstieg


   

über 75 ºF. Stress beginnt vor allem bei Temp.über 80 ºF (27 ºC) und einer rel. Luftfeuchte


   
über 80 % bzw. wenn die Summe beider Zahlen 140 übersteigt. Alle 15 m sollte eine saubere


   
Tränkstelle am Futtertisch sein. Je Liter Milch benötigt die Kuh etwa 4 l Wasser. Tränken


   
regelmäßig auf Kriechströme untersuchen. Bei hoher Keimzahl des Wassers dieses


   
evtl. chloren.




* Futtertischgestaltung. Die Kühe verbringen mehr Zeit beim Fressen, vergeuden weniger


   
Futter und bilden mehr Speichel zum Pansen abpuffern, wenn sie eine Freßposition wie


   
auf der Weide einnehmen können, d.h. Kopf unten.





* Bei heißem Wetter mindestens 60 % der Ration nachts füttern.





* Der pH-Wert der Silage sollte bei Mais und GPS <4,2 und bei Leguminosen <5,0 liegen.


    Silagen mit höherem pH-Wert neigen stärker zu Verderb und schlechter Haltbarkeit.




* Futter mit Schimmelbefall über 10.000 c.f.u. (koloniebildenden Einheiten) je Gramm können


   
Verdauungsstörungen verursachen. Schimmel bedeutet nicht automatisch das


   
Vorhandensein vonMykotoxinen. Wenn gefährliche Schimmelpilzpopulationen im Futter


   
festgestellt worden sind, sollte auf Mykotoxine untersucht werden.




* Das Futter muß den Kühen mindestens 20 Std./Tag zugänglich sein. Versuche die


   
Fütterung in weniger als 3 Stdn./Tag zu erledigen.





* Biete der Kuh 60-75 cm Troglänge und säubere die Krippen täglich, besonders bei heißem


   
Wetter.





* Ermutige die Kühe durch öfteres Heranschieben des Futters zum Fressen, denn dann gehen


   
sie routinemäßig zum Fressen und beleuchte den Stall in den Abendstunden


   
(+ Dämmerbeleuchtung auch nachts).





* Das Einkommen ist gegenüber den Futterkosten ein profitableres Maß als die Futterkosten


   
je 100 pounds (45,36 kg) Milch.

Schönen Gruß von Tante "Google"!




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