Was ist eine gute Einstellung bei Diabetes II?

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3 Antworten

Hallo robi187.

Es gibt bei allen Formen des Diabetes und auch bei allen nicht-Diabetikern - ja bei allen Menschen Indikatoren, anhand derer feststellbar ist, ob jemand gefährdet bzw. bereits akut betroffen ist von der Krankheit Diabetes mellitus.

Hierzu gehören verschiedene direkte Indikatoren und wenn man bereits Diabetiker ist, kann es weitere Indikatoren geben, die man im Auge behalten sollte, weil sie Aufschluss über Bestehen und Entwicklung von Folgeerkrankungen geben können. 

Blutzuckerparameter sind in aller Regel der Blutzuckerwert als Momentanaufnahme, den jeder Diabetiker und jeder Mensch messen kann mit einem Gerät aus der Apotheke. Die Werte hierzu werden typischerweise in 2 Skalen gemessen. Hier gibt es Zielwerte, die man haben soll. 

"Milligramm pro Deziliter" (mg/dl) 60 - 140 (enger: 80 - 120)

"Millimol pro Liter" (mmol/l) 3,3 - 7,8 (enger: 4,4 - 6,7)

Bei Typ2-Diabetikern stellt sich der absolute Insulinmangel oft erst nach einiger Zeit ein und man bekommt die Werte allein mit Tabletten manchmal nicht mehr in den Griff. Dann muss zusätzlich Insulin gespritzt werden und dann wird auch regelmäßiger gemessen werden.

Der Langzeitwert nennt sich HbA1c-Wert (Glycohämoglobin) und ist der Anteil von zuckerangereichertem Hämoglobin im Verhältnis zum gesamten Hämoglobin. (roter Blutfarbstoff)...in Prozent oder mmol/l. (wieder 2 skalen...)

Der HbA1c-Wert gibt an, wie viele Traubenzucker-Moleküle an den roten Blutkörperchen angedockt haben – je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr. Da die roten Blutkörperchen eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen haben, spiegelt der HbA1c den durchschnittlichen Zuckergehalt im Blut in den vergangenen 8 bis 12 Wochen wider.

Gängig ist hier der %-Wert, der ohne Insulin Spritzen unterhalb von 6,5 liegen soll. Bei insulinpflichtigen Diabetikern eher unterhalb von 7,5, aber jeweils wieder mit dem Patienten-individuell zu vereinbaren.

Nach vielen Studien hat sich dieser HbA1c-Wert bisher als der einzige erwiesen, der statistisch signifikante Aussagen zwischen Indikator und der Entwicklung von Folgeerkrankungen machen kann. 

(Statistik: es sei darauf hingewiesen, dass der HbA1c-Wert nicht ursächlich mit Folgeerkrankungen zusammen hängt, denn er widerspiegelt nur den akuten Blutglucosewert, der über den Zeitraum der vergangenen 6-12 Wochen geherrscht haben kann. Er berücksichtigt jedoch nicht eine etwaige Überzuckerung oder Unterzuckerung. Wenn der Wert immer - jedoch gleichmäßig um normalwerte verteilt zwischen  Überzuckerung und Unterzuckerung geschwankt hat, war der Momentanwert eigentlich fast nie normal, der HbA1C-Wert jedoch zeigt als Querschnitt aller Werte einen möglichen Normalwert. Daher ist es wichtig, beides zu kontrollieren. Statistik ist keine Wissenschaft, in der diskrete Werte vorausgesagt werden können und ebensowenig widerspiegelt ein Durchschnittswert einen langanhaltenden Zustand.)

Gut eingestellt heißt, dass dieser Wert in einem individuell zwischen Arzt und Patient festgelegten Zielkorridor liegt UND dass je nach Therapie die aktuellen Blutzuckerwerte nahe von Normwerten für die entsprechenden Situationen herrschen. 

Da bei vielen Leuten die Gefahr besteht, zum Erreichen eines allgemein als gesund anzusehenden Blutzuckerspiegels mit Unterzuckerungen zu erkaufen, kann dieser Zielkorridor von den Normwerten abweichen. Ziel ist es erst einmal, den Patienten dahingehend zu schulen, ihn auf die Anzeichen von Unterzuckerungen aufmerksam zu machen und sein persönliches Umfeld wenn möglich mit einzubeziehen, damit auch in solchen Fällen richtig reagiert werden kann. 

Unterzuckerungen können sehr gefährlich sein, denn die Muskeln brauchen Zucker, um Arbeit verrichten zu können und der stets aktivste Muskel im Körper, das Herz, braucht permanent Energie. Wenn es diese nicht aus Zucker bekommen kann, dann wird es schnell sehr kritisch. Auch Nervenzellen sind auf diese Form der Energie angewiesen. 

Je nach Folgeerkrankungen ist also zu unterscheiden, was "gut eingestellt" bedeutet. Einzig auf die Diabetes beschränkte Zielwerte sind in der Regel der HbA1c-Wert unter Beachtung möglicher weiterer Messwerte wie dem aktuellen Blutzucker vor oder nach den Mahlzeiten sowie ggf. abends/Nachts.

Da der Körper mittels der sog. Gluconeogenese auch Glucose aus nicht-Kohlehydraten herstellen kann, wie beispielsweise aus fett, ist auch dieser Nachtwert unabhängig von einer etwaigen vorangegangenen Mahlzeit wesentlich. Dieser Vorgang verursacht in aller Regel zwar keine akuten Blutzuckerspitzen, kann jedoch langfristig durchaus den durchschnittlichen Blutzuckerwert nach oben bringen, was bei Insulinmangel zu einer Stoffwechselentgleisung führen kann. Unter anderem wird mit sog. Basal-Insulin gegen einen Anstieg des Blutzuckers durch die Gluconeogenese gewirkt.

Grüße

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Kommentar von robi187
11.07.2016, 09:50

danke für die info. das problem ist das die wert sehr hoch sind trotz spritzen. aber der bekannte der schlambert auch sehr.

das letze mal als ich es sah hatte er ca350 gemessen. nach dem essen

aber er meinte sonst seihen es nur ca 180

das hört sich ja schon nach stoffwechselentgleisung an?

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Eine gute Einstellung bei Diabetes beutet, dass der Betroffene mit Medikamenten ob Tbl. oder Insulin, so eingestellt wurde, dass der BZ im Normbereich liegt.

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Kommentar von Delveng
10.07.2016, 10:29

@Griesuh,

als Diabetiker Typ II bin ich nicht Insulinpflichtig. Meine Ehefrau als Typ I ist Insulinpflichtig.

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Bei einem HbA1c Wert von 5,5.

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Kommentar von robi187
10.07.2016, 10:44

mit dem HbA1c wert kann man nichts anfangen wenn man selbst messen muss?

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