Was ist ein Mondkalender?

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Hallo HelperGermany,

der Begriff "Mondkalender" taucht in verschiedener Bedeutung auf.

Zunächst einmal wirklich als Kalender im Gegensatz zum Sonnenkalender:

Unser 365-Tage-Jahr richtet sich nach dem Lauf der Erde um die Sonne. Andere Kulturen richten ihren Kalender nach dem Lauf des Mondes aus und passen die Länge der Monate an die Vollmondphasen an. Da das Jahr in diesem "Mondkalender" dann kürzer ist als ein Sonnenjahr, wandern im Vergleich zu unserem Kalender die Termine durch unser Sonnenjahr durch. Der arabische Kalender ist so ein Mondkalender und entsprechend wandert der Termin für "Ramadan" durch unser Kalenderjahr.

Häufiger gebraucht wird der Begriff aber für esoterische Produkte, die zum Jahreswechsel in allen möglichen Buchhandlungen ausliegen. In Kalendern wir "Vom richtigen Zeitpunkt" von Frau Paungger, finden Mondgläubige tägliche Ratschläge, für welche Tätigkeiten der Einfluss des Mondes angeblich günstig ist - und für welche nicht. Meist werden diese Kalender beworben mit Verweis auf "altes Bauernwissen": Die Bauern hätten angeblich jahrhundertelang diese Erfahrungen gesammelt, die nun in die Kalender einfließen.

Dazu ist zu sagen, dass das alles nicht stimmt, sich aber gut verkauft, weil "Natur" und "Leben im Einklang mit der Natur" momentan doch sehr trendy ist - und vielen Kunden der schöne Mystizismus mehr wert ist als ein ehrliches Produkt...

Der Volkskundler Helmut Groschwitz hat sich lange mit der wahren Herkunft dieser Kalender beschäftigt. Es handelt sich in keiner Weise um traditionelles "Bauernwissen". Im Gegenteil haben die Zeichen in den Kalendern alchemistischen Hintergrund und weisen starke regionale Unterschiede auf, so dass sich etliche Kalenderangaben stark widersprechen, je nachdem, in welchen "Mondkalender" man blickt. Die Legende vom "alten Erfahrungswissen" stimmt schlicht nicht.

Studien belegen zudem immer wieder, dass die behaupteten Einflüsse der Mondphasen einfach nicht da sind. - Sie sind "gefühlter" Natur, weil man einfach aus der Erinnerung urteilt, nicht über saubere Statistik. Und man behält manche Dinge einfach leichter in Erinnerung. Zudem tragen Werbung und Allgegenwart der Behauptung solcher Einflüsse dazu bei, dass der Mythos vom Einfluss des Mondes auf alltägliche Dinge lebendig ist. Astrologen und Verkäufer der Mondkalender leben gut davon...

Seriöse Infps zum Thema findest Du hier in diesem Text

http://www.bross-burkhardt.de/resources/Mondkalender+und+Aussaattage+kritisch+betrachtet.pdf

oder hier in diesem Podcast:

http://www.gwup.org/images/stories/audio/Sendung3ohneMusik_MP3256K.mp3

Und auch der BR hat mal eine Sendung drüber gemacht, die sehr schön darstellt, dass von den behaupteten Effekten nichts übrigbleibt, wenn man sauber überprüft:

http://www.br.de/themen/wissen/mond-vollmond-mythen100.html

Natürlich fühlen sich manche Menschen "wohl" mit ihren Mondkalendern. Man vergisst weniger und schiebt weniger Tätigkeiten endlos auf, wenn man "Reminder" im Kalender hat. Regelmäßig geschnittenes Haar hat dann auch weniger Spliss, regelmäßig geputzte Fenster sind sauberer und regelmäßig gepflegte Pflänzchen wachsen besser. Mit dem Mond hat das dann allerdings nichts zu tun.

Bedenklich wird der Aberglaube, wo er den Menschen Ängste einredet: Dass es falsche Zeitpunkte gäbe für Operationen zum Beispiel. Wo Menschen dann mit unnötigen Ängsten ins Krankenhaus gehen, weil die Mondphase angeblich nicht passt, da hört die Sache auf, harmlos zu sein...

Grüße

Es gibt Menschen, die richten ihre Tätigkeiten nach den Mondphasen aus. Ob Bäumefällen oder Haarschneiden, manche Menschen glauben daran, wenn man den Einfluss, den der Mond auf die Erde hat, berücksichtigt, dann  hat das Auswirkungen auf das Ergebnis der Tätigkeit.

Hier ein Beispiel für Mondphasen geschlagenes Holz.

http://www.tischlerei-jochum.at/jochum/index.php?id=220&type=5

Ein Mondkalender ist weit mehr als einer, in dem steht, wann Vollmond oder Halbmond ist.

Gruß Matti

Klingt komisch, ist aber so: ein Mondkalender ist nach dem Mond ausgerichtet. Das heißt es geht dabei um die Mondphasen, vermutlich auch Mondauf- und -untergang, vielleicht sogar Ebbe und Flut oder zudem noch do manches Esoterische.

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