Was ist ein Beispiel für einen naturalistischen Fehlschluss? (Ethik)

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Ich habe mal gehört, dass die Verachtung der Homosexualität durch die katholische Kirche so ein naturalistischer Fehlschluss ist.

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Ich hab dazu mal was für dich herausgesucht:

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"Ein naturalistischer Fehlschluss steckt beispielsweise in der katholischen Sexualmoral, da sie Homosexualität als angeblich „widernatürliches“ Verhalten verurteilt. Schon die Voraussetzung dieser Aussage ist falsch. Denn Homosexualität ist in der Natur weit verbreitet: Man findet sie bei Würmern, Möwen, Meerschweinchen oder Delphinen ebenso, wie bei unseren nächsten Verwandten, den Orang-Utans, Schimpansen oder Bonobos. Eine Verurteilung der Homosexualität wäre schon deshalb nicht schlüssig. Abgesehen davon wäre dieses Argument ein „naturalistischer Fehlschluss“. Aber dürfen wir aus dem natürlichen Vorhandensein nun schließen, dass die Homosexualität deshalb erlaubt sei? Keineswegs! Ob ein Verhalten „natürlich“ ist oder nicht, sagt nichts über seine ethische Legitimität aus. Diese Entscheidung bedarf einer eigenständigen Begründung, die nicht aus der Natur folgt."

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Quelle: http://www.bfg-bayern.de/ethik/Gymnasium/grundfragenphilethik.htm

Bsp: Du findest eine Fundsache, ein Portemonnaie meinetwegen. Dann sagst du dir, ok ich behalts, das macht ja jeder. Das ist ein naturalistischer Fehlsschluss. Dabei ist völlig irrelevant, ob das wirklich von allen gemacht wird oder nicht. Der Fehlschluss steckt darin aus einem vorhandenen Zustand auf eine ethische Aussage zu schließen.

Z. B. der Sozialdarvinismus ist ein naturalistischer Fehlschluss, da er aus der Evolutionstheorie, die eine Beschreibung der Entstehung der Arten ist, eine normative Theorie scheinbar ableitet, wonach Solidarität mit den Schwachen falsch sei. Der Fehler liegt darin, dass obwohl die Evolutionstheorie nicht sagt, ob die Evolution moralisch gut oder schlecht ist, der Sozialdarvinismus darauf aufbaut, dem ungestörten survival of the fittest einen moralischen Wert zuzusprechen.

Ein naturalistischer Fehlschluss steckt beispielsweise in der katholischen Sexualmoral, da sie Homosexualität als angeblich „widernatürliches“ Verhalten verurteilt. Schon die Voraussetzung dieser Aussage ist falsch. Denn Homosexualität ist in der Natur weit verbreitet: Man findet sie bei Würmern, Möwen, Meerschweinchen oder Delphinen ebenso, wie bei unseren nächsten Verwandten, den Orang-Utans, Schimpansen oder Bonobos. Eine Verurteilung der Homosexualität wäre schon deshalb nicht schlüssig. Abgesehen davon wäre dieses Argument ein „naturalistischer Fehlschluss“. Aber dürfen wir aus dem natürlichen Vorhandensein nun schließen, dass die Homosexualität deshalb erlaubt sei? Keineswegs! Ob ein Verhalten „natürlich“ ist oder nicht, sagt nichts über seine ethische Legitimität aus. Diese Entscheidung bedarf einer eigenständigen Begründung, die nicht aus der Natur folgt.

Der Unterschied zwischen naturalistischem Fehlschluss zu Humes Gesetz (Sein-Sollen-Fehlschluss) besteht vor allem darin, dass bei letzterem Humes Philosophie des Geistes (Trennung Vernunft/Wille) mitzuberücksichtigen ist.

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