was ist ein assistensarzt für innere Medizin?

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5 Antworten

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Wolfgang (30) Assistenzarzt Innere Medizin

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Ich habe Humanmedizin studiert, nachdem ich zunächst Diplom-Biologe werden wollte. Doch nach einigen Semestern und Praktika habe ich gemerkt, daß Naturwissenschaft betreiben etwas sehr langwieriges und unkonkretes ist, neben den schlechten Berufsaussichten. Medizin schien mir eine Alternative, eine sinnvolle Tätigkeit auf hohem Niveau und mit konkreten Abläufen und faßbaren Ergebnissen bei naturwissenschaftlichem Hintergrund zu betreiben.

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Ich wollte klinisch tätiger Arzt werden, entweder Internist oder ein kleines operatives Fach machen, heute bin ich Assistenzarzt der Inneren Medizin.

Mein Beruf:

Als Stationsarzt im Krankenhaus bin ich für ca. 20 Patienten auf meiner Station verantwortlich. Im Rahmen meiner Arbeit erarbeite ich eigenverantwortlich mit Supervision durch Ober-/Chefarzt Diagnostik und Therapiepläne, um die Krankheiten meiner Patienten zu heilen oder zu bessern.

Mein typischer Arbeitstag:

Um 8 Uhr ist Morgenbesprechung. Es werden mit dem Diensthabenden aus der Nacht die Neuaufnahmen besprochen. Anschliessend werden mit der Sozialarbeiterin die Entgiftungspatienten durchgesprochen und vom Chef Neuigkeiten oder Fortbildungsmöglichkeiten vorgestellt.

Dann geht es auf Station, Befunde ordnen und zur Visite, das dauert bis ca. um 11. Jeder Patient wird besucht und untersucht, neue Laborwerte und Untersuchungsergebnisse angeschaut und das weitere Vorgehen aufgeschrieben. Danach schnelles Mittagessen. Im weiteren Verlauf des Tages Briefe schreiben, Entlassungen vorbereiten, Ultraschalluntersuchungen, Belastungs-EKGs etc. machen. Um 1 Uhr ist Röntgenbesprechung, wo die neu gelaufenen Röntgen und CT-Bilder vorgestellt werden. Nachmittags meist einige Angehörigengespräche.

Um 4 Uhr Übergabe an den Dienstarzt, der bis um nächsten Morgen die Stellung hält, um 5 ist offiziell Feierabend. Meistens schafft man es, gegen 6 Uhr zu gehen, an manchen Tagen bleibt man allerdings auch bis um 8 Uhr abends.

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Die Inhalte des Studiums helfen einem, die Vorgänge im Krankenhaus zu verstehen. Mit allem zumindest gedanklich irgendetwas anfangen zu können, was die Tätigkeit eines Arztes ausmacht, habe ich allerdings erst nach dem Studium in der täglichen Praxis gelernt. Laborwerte, Pharmakologie etc., was eigentlich wichtig gewesen wäre, wurde an meiner Uni sehr stiefmütterlich behandelt.

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Ultraschallkurs, EKG-Kurs, viele Famulaturen machen und in diesen wie im Praktischen Jahr die später alltäglichen Dinge üben, z. B. Blutabnehmen/Viggos legen, arterielle BGA, Punktionen, sich mit Röntgenbildern beschäftigen.

In diesen Berufsfeldern kann man als Mediziner tätig werden:

Klinik, später niedergelassen in der Praxis, im Labor, in der Pharmaindustrie, im Medizincontrolling, bei Krankenkassen, z.B. beim MDK, aber auch in völlig berufsfremden Tätigkeiten, z. B. im Marketing oder Produktmanagement von Medizinprodukten. In der pharmazeutische Industrie werden meist die Promotion und einige Jahre klinische Berufserfahrung erwartet.

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Das Gehalt eines Assistenzarztes ist nicht schlecht, für die geleistete Arbeit allerdings auch nicht gerade toll... Ein Jurist in einer Kanzlei steigt doppelt so hoch ein, wie ich von befreundeten Juristen weiss. Als Assistenzarzt hat man die Möglichkeit, sein Gehalt durch viele Nacht-/ und 24h-Dienste aufzubessern.

Nach 5 bis 6 Jahren Weiterbildung hat man die Möglichkeit, Facharzt zu werden, was die Voraussetzung für eine Oberarztstelle ist. Eine Promotion ist von Vorteil. Chefarztstellen sind rar, aber ob man das werden möchte...

Nach Abschluss der Facharztweiterbildung kann man sich als Kassenarzt in der Praxis niederlassen.

Insgesamt ist die Medizin für Leute, die in erster Linie viel Geld verdienen wollen, meiner Ansicht nach die falsche Alternative.

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Man sollte schon vor Studienbeginn ein Praktikum im Krankenhaus machen, um zu schauen, ob einem die Tätigkeit liegt. Ansonsten immer die Augen offenhalten, jede Gelegenheit etwas zu lernen mitnehmen.

Wer in der Schule schlecht in Chemie oder Physik war, sollte sich davon nicht abhalten lassen, ein Medizinstudium aufzunehmen, ich wars auch, das ist schon zu schaffen, da man ja eine ganz andere Motivation hat.

Tigerkater 06.12.2013, 14:53

Kompliment von einem der das Ganze vor mehr als 40 Jahren durchlaufen hat. Die entsetzlichen Wochenenddienste von Samstag 8 Uhr bis Montagabend scheint es ja nicht mehr zu geben. Aber es war eine gute Übung für die spätere " freie Praxis " in der man ja auch die ganze Woche erreichbar sein musste, Und gut der Hinweis auf die Verdienstmöglichkeiten. Das Gegenteil spukt ja immer noch in den Köpfen vieler herum !

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Du musst Medizin studieren und suchst dir dann eine Stelle auf der Inneren Medizin im Krankenhaus. Später kannst du auch den Facharzt machen.

Um ein Arzt zu werden, musst du Medizin studieren. Da führt kein Weg dran vorbei. Wenn du nicht an einem Studium interessiert bist, wäre doch eher eine Ausbildung zu einer Pflegekraft, einem medizinischem Fachangestellten, etc was für dich...

Ein Assistenzarzt ist einfach nur ein (fertig studierter) Arzt, der sich in seiner Facharztausbildung befindet...

Assistenzarzt isn approbierter Arzt (also praktisch n fertiger Arzt) der unter Leitung eines Chef/Oberarztes seine befähigung zum Facharzt erlernt. d.H du musst die allgemeine Medizin studieren und danach den Fachbereich zum Internisten = Sollstudiumzeit glaub irgendwas bei 10 Jahren ca.

Sarahpiiiep 05.12.2013, 17:19

danke leider will ich nicht studieren dann iszt dieser beruf wohl gestrichen aber trotzdem danke:)

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Das ist kein Ausbildungsberuf. Auch für den Assistenzarzt brauchst du erstmal ein Studium.

Tigerkater 06.12.2013, 14:42

Natürlich ist das ein Ausbildungs-bzw. ein Weiterbildungsberuf ! Nach bestandenem Staatsexamen und Erhalt der Approbation kann man sich für bestimmte Gebiete der Medizin spezialisieren, z.B. für die Innere Medizin. Dafür durchläuft man als Assistenzarzt 6 Jahre alle Stationen, die für die Innere Medizin in Betracht kommen. Ausbilder sind die zuständigen Ober-bzw. Chefärzte. Nach Bestehen einer erneuten Prüfung darf man sich Facharzt für Innere Medizin kurz Internist nennen.

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