Was ist eigentlich, wenn man jemandem vergibt, er aber danach genau dasselbe noch einmal macht?

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16 Antworten

Ja, sollte man sogar.

Es hängt jetzt von dir ab, wie "fehlertolerant" du bist. Manche geben auch eine dritte Chance, manche auch eine vierte...
Ab einem gewissen (für dich vorher festgelegten) Punkt sollte aber Schluss sein, denn sonst handelt es sich einfach nur um Verarsche.

Hmm, das ist schwierig. Eigentlich dürfte man es nicht mehr vorwerfen, aber wenn das Gleiche noch mal passiert ist es je schon erschwerend, dass es schon mal passiert ist, somit wird durch das wieder tun die Sache noch mal schlimmer, denn es ist ja nun sicher ein Bewusstsein dafür da, dass es für den Anderen schlimm war. Deshalb sollte man genau dies auch klar machen. Man kann etwas einmal verzeihen, aber wenn es trotz Gesprächen und anschließendem Verzeihen wieder passiert ist das Vertrauen noch viel erheblicher gestört und das lässt sich nicht einfach wieder herstellen, das wird dann ein langsamer Prozess den sich der Andere erarbeiten muss. Man kann also nicht die erste Missetat wieder vorwerfen, aber den Fakt, dass die Wiederholung schwerwiegender ist.

Da hat Jesus zwei unterschiedliche Antworten gegeben. Einmal sagte er, man solle nicht 7 mal vergeben, sondern 7 mal 70 mal. An anderer Stelle ringt er das Gleichnis von einem Schuldenerlass. Doch als der Schuldner, dem die Schulden erlassen wurden, von einem anderen unnachgiebig die Schulden einfordert, wird er doppelt bestraft.

Ich sehe das ganze etwas anders. Vergeben heißt immer, zunächst Schuldzuweisungen zu geben und sich anschließend, durch die Vergebung, über den anderen zu stellen. Die Menschheit krankt daran, dass sie mit Schuldzuweisungen herumrennt, anstatt sich dem Prinzip der schuldlosen Handlung zu widmen. Dass heißt: Eine Sache ist passiert. Okay. Jetzt soll man sie in Ordnung bringen. Passiert es zu oft, wehrt man sich dagegen. Oder man wehrt sich gleich zuvor, indem man sich schützt.

Wer sich selbst ehrlich kennt weiß, wie viele Fehler wir machen und immer wieder machen. Als meine Kinder klein waren brauchte ich nicht viel Verbieten. Wir hatten einfach keine teuren Möbel und lebten 1 Meter höher. Ind die Steckdosen wurden Kindersicherungen gesteckt und das Wenige, was verboten werden musste, wurde erklärt. Wie z.B. eine heiße Herdplatte. Deshalb konnten sich die Kinder ohne Probleme an die wenigen Verbote halten und wenn sie diese Überschritten hätten - sprich sich verbrannt - dann wäre ich nicht hingerannt und hätte nochmals bestraft (ich habe dir das doch verboten), sondern hätte getröstet und die Wunde in Ordnung gebracht. Den Schmerz als Erinnerung hat das Kind von selbst.

Auch heute habe es oft mit Menschen zu tun, die Dinge tun, die ich nicht will oder Dinge eben nicht tun. Dann beschäftigt man sich eben etwas mit der Eigenart des Einzelnen und reagiert entsprechend. Notfalls massiv. - Aber ohne die Idiotie der Schuldzuweisungen und Schuldaufrechnungen.

Wiederholungstäter? Dreh Dich um und weine bitterlich! In der Beziehung ist nicht klar, ob der Wiederholungstäter es absichtlich macht oder weil er unfähig ist, sozial zu lernen und sich zu verändern. Das nicht entscheiden zu können, ist für Dich eine Beziehungsfalle: der andere ändrert sich nicht, Du kannst aber keine Entscheidung treffen, wel Du das Verhalten nicht eindeutig bewertten kannst. Also bleibt Dir zum eigenen Schutz nichts anderes übrig, als diese Beziehung zu beenden.

Die Frage ist zwar klar formuliert, doch ich habe Schwierigkeiten, sie zu beantworten, weil ich anscheinend in zwischenmenschlichen Angelegenheiten anders denke.

So stellt sich mir sofort die Frage: Ob du die erste Vergebung zurück nimmst oder nicht - welche Auswirkung hat das für die Folgen? Und was bedutet dir Vergebung? Für mich bedeutet Vergebung z.B. nicht automatisch vergessen, sondern eher etwas wie "ich möchte weiter mit dir zu tun haben, auch, wenn es sehr weh getan hat". Darin enthalten ist sicherlich auch das Vertrauen darauf, dass soetwas nicht nocheinmal vorkommt. Sollte derjenige, der mir weh getan hat mit einer ähnlichen Sache mir nocheinmal weh tun, dann hat das andere Konsequenzen als beim ersten Mal. Je nachdem wie schwerwiegend die Verletzung ist, bzw. welches Verhältnis ich zu dieser Person habe, fällt dann die Reaktion aus - bis zum Kontaktabbruch. Die erste Vergebung spielt dann für mich keine Rolle. Die "Tat" dann wieder vorzuwerfen ändert nichts daran, dass sie begangen wurde, führt in den meisten Fällen auch nicht zu einer Lösung, sondern nur zu gegenseitigen Schuldvorwürfen und damit zu einem "Wettbewerb" darum, wessen Weste "reiner" ist...

Vergeben und Verzeihen hat NIE etwas mit Erwartungshaltungen zu tun, sondern ist der aktive eigene Entschluss. Wenn ich nicht vergebe, wird auf Dauer der Schmerz und die Enttäuschung mir selbst schaden und nicht dem "Schuldigen". Es gibt keine Schuld in dieser Hinsicht. Wenn du vergibst, dann lasse auch deine Erwartungen los. Sollte wieder Gleiches passieren, musst du nicht den anderen Menschen verurteilen, kannst aber in Ruhe deine eigenen Konsequenzen ziehen, wenn dir das Verhalten des Anderen nicht gut tut.

Die Schuld für die erste Missetat kann man ihm nicht mehr vorwerfen, denn sie ist ja vergeben. Man darf sich und den anderen aber daran erinnern, dass man das Spielchen schon einmal gemacht hat.... und dass man keine Lust hat, das gleiche Spiel nochmals zu machen. Es wäre verständlich, wenn du wütend bist.

Lerne, Menschen nach ihrem VERHALTEN und nicht nach dem, was sie SAGEN, zu beurteilen. Vielleicht hilft das hier auch.

Ich persönlich würde der betreffenden Person zwar die erste Tat vergeben (wenn möglich) aber beim zweiten Mal (je nach Schwere der Tat) womöglich nicht mehr. Damit wäre aber die erste Vergebung nicht aufgehoben, denn diese bezieht sich ja nur auf die erste Tat. Niemand vergibt pauschal alle eventuell vorkommenden Wiederholungsfälle in künftigen Zeiten. Schließlich weiß niemand, was der andere in der Zukunft noch machen wird. Die zweite Tat ist trotz eventueller Ähnlichkeit ein eigenständiger Fall. Hier geht es nicht um Aufhebungen, sondern um ausbleibende Erneuerungen von irgendwelchen verzeihenden Gesten.

Ja, so kann man das sehen, man verzeiht ja im Hinblick dessen, dass der jenige daraus gelernt hat, und es nicht wieder vorkommt. Kommt es trotz Allem erneut vor, würde ich z.B. darauf hinweisen, dass man einmal verzeihen kann, aber kein weiteres Mal, weil ja nicht zu erwarten ist, dass Verzeihen etwas nützt - und der Jenige offensichtlich wohl gar nichts verstanden hat.

wenn nicht, wäre es ja auf ewig "das erste mal". und ein einmaliger fehler kann unter umständen natürlich anders verziehen werden, als wiederholungstaten.

insofern, wurde zwar das erste mal verziehen, die wiederhlung wiegt aber meist noch schwerer - verzeihen ist ja auch kein schnippen mit dem finger, meist musste dann wieder vertrauen erarbeitet werden, (selbst)zweifel beseitigt usw.

ich denke, ich würde mir wohl schlicht verarscht vorkommen.

Den Fall habe ich grade...Zum dritten Mal. Oh ja, es ist alles vergeben - aber keiner kann von mir verlangen, dass ich nochmal irgendwas in der Art mit dieser Person unternehme. Ich halte die Backe nicht ewig hin.

Vergebung kann man nicht rückgängig machen !

Punkt 2): Ohne die Personen und die Sachlage zu schildern, kannst Du keine ordentliche Antwort hier erwarten.

Sollte es um UNTREUE gehen, gibt es eine RECHTLICHE Seite, die Du gegen Bezahlung mit einem RECHTSANWALT klärst.

Die persönliche Seite betreffend mußt Du in dem Phall überlegen, ob er/sie Dich auch dreißig weitere Male betrügen darf; ich kenne alle Varianten bis zu Selbstmordversuchen und letztenendes hab ich sie dann nach dem zweiten gefeuert.

Pacta sunt servanda ! Verträge müssen gehalten werden ! Und wenn der Vertrag lautet "Alles ist erlaubt" - außer der Trennung, - ist das auch eine Vereinbarung - allerdings OHNE MICH !

Man kann Alles rückgängig machen, wenn die Voraussetzungen nicht eingehalten wurden, unter denen man verziehen hat. Selbst bei Gericht, wenn eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, heißt es schlußendlich dass sich der Jenige bewähren muß - tut er es, dann ist die Vergebung rechtskräftig - wird er rückfällig, wird angesichts der Schwere der Wiederholungstat, die Strafe vollzogen - damit ist die Bewährung hinfällig - genau wie ein Vergeben und Verzeihen im Zwischenmenschlichen.

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@Anna198

Nicht schlecht Frau Specht - wahrscheinlich überfordern wir jedoch beide den/die FragestellerIn vom Niveau her.

Über Deinen Rechtsstandpunkt hinaus habe ich noch den RELIGÖSEN Aspekt erfaßt und da ist m. E. eine Vergebung nichts was man rückgängig machen kann.

Etwas ANDERES ist es, wenn Du dem Fragesteller Denkmodelle anbietest in dem Sinne "Sofern Du das jetzt AUFRICHTIG bereut hast ..".

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Nein, du hast vergeben und kannst nur das Neue vorwerfen. Aber sich ändern ist schwer und einige machen es eben immer wieder.

Komische Frage. Eine zweite Chance kann man meistens ja geben. Wenn das Gleiche aber wieder passiert, wirst Du nicht respektiert und Schluss.

Und wenn man sich selber Vorwürfe macht, für etwas, das man getan hat, kann man sich vergeben, wenn man sich nicht geändert hat?

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also ich versteh das jetzt so: jemand hat dir wiederhohl mit dem seben Fehler wehgetan? -> erstmal rumzicken! Lass dich nicht von allen rumschubsen!!

Vergebung rückgängig machen? Das ist doch kindisch.

Einfach nicht nochmal vergeben.

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