Was ist eigentlich typisch Israel?

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6 Antworten

Es gibt da eine israelische Redensart

"Jerusalem betet, Haifa arbeitet, Tel Aviv feiert"

Israel ist allgemein etwas für Leute mit Interesse an Geschichte und Legenden - immerhin liegen hier viele Orte, die in der Bibel genannt werden.

Gerade in Jerusalem kann man sich einen Eindruck von der Religiosität von Juden, Christen und Muslimen machen. Wirklich eindrucksvoll ist die Klagemauer, die aus der Zeit des zweiten Tempels stammen soll.

Tel Aviv ist dagegen eine extrem lebendige und pulsierende Stadt die niemals zu schlafen scheint - wer nicht in die Clubs will, geht halt zu einer der legendären Strandparties.

Typisch "israelisches" Essen gibt es nicht  - denn die Juden, die aus aller Welt hierhergekommen sind, beispielsweise aus den Gebieten der früheren Sowjetunion, haben ihre eigenen kulturelle Vielfalt mitgebracht.

Bei der Kichererbsenpaste Hummus streiten sich beispielsweise so ziemlich alle Staaten im Nahen Osten, wer es denn nun tatsächlich "erfunden" hat. ;-)

Dass viele Speisen dort gemäß den jüdischen Speisegesetzen koscher sind, wird kaum auffallen, bei der großen Auswahl

Limonana, eine Art Limonade aus frisch gepresstem Limettensaft und Minzeblättern hat in Israel eine ziemlich schräge Geschichte.

Eine Werbeagentur wollte in den 1990ern beweisen, wie effektiv die damals noch neue Werbung in Bussen war und machte dort Werbung für ein Limonen-Minze-Getränk - dass es jedoch gar nicht gab!

Als die Leute zu den Läden strömten und "Limonana" kaufen wollten, gab die Werbeagentur zu, dies sei nur ein Marketing-Versuch gewesen - und die echte Limonana war geboren.

Für Deutsche ungewöhnlich mag die ständige Präsenz von Polizei und Soldaten der Israelischen Streitkräfte (IDF) sein. Sie sorgen jedoch dafür, dass Israel so weit wie möglich vor islamistischen Attentaten geschützt wird.

Israelis sind allgemein aufgeschlossen und helfen gerne weiter.

Der Schabat (Samstag) ist Ruhetag und die ultra-orthodoxen Stadtviertel werden praktisch abgeriegelt und sind wie ausgestorben.

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen - das "Heilige Land" hat absolut unheilige Preise. Man sollte also über ein entsprechendes Budget verfügen.

Das wars erstmal soweit. :-)

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Kommentar von Enzylexikon
25.08.2016, 22:49

Als Ergänzung und weil es andere hier schon genannt haben;

Egal ob man am alten oder neuen Israel interessiert ist - ein Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem ist meiner Meinung nach ein Muss.

Es gibt einige Orte auf der Welt, an denen man sich bewusst wird, zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist.

Das beschränkt sich nicht nur auf Grausamkeiten gegenüber Juden, sondern Orte wie dieser machen einem allgemein deutlich, was Menschen schreckliches tun können - wie beispielsweise auch der Friedenspark in Hiroshima, Japan.

Allerdings wird auch an die "Gerechten unter den Völkern" erinnert - jene, die teilweise unter Einsatz ihres eigenen Lebens Juden versteckt, außer Landes geschmuggelt, oder anderweitig gerettet haben.

Auch das ist jetzt nichts, was ich nur den Juden zuschreiben würde - es ist ein Zeichen dafür, dass mutige Menschen auch dann Gutes tun können, wenn die ganze Welt in Hass und Terror zu versinken scheint.

Daher sollte Yad Vashem und das dortige Museum meiner Meinung nach nahezu ein Pflichtpunkt auf dem Reiseprogramm sein.

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Kommentar von Enzylexikon
26.08.2016, 22:46

Vielen Dank für den Stern. :-)

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lockerer Umgangston, jeder mischt sich überall an, alle schreien sich an, aber mögen sich doch ganz gerne... so eine gewisse raue Herzlichkeit, an die man sich aber erst gewöhnen muss...

Bei Haifa gibt es Höhlen aus der Urzeit, (älter als die in Europa), ganz im Süde bei Eilat findet man die Kupferminen von Timna, das tote Meer ist einmalig und die dortige Wüste (siehe: höhlen von Qumran), die Oasa Ein Gedi, Jericho ist eine der ältesten Städte der Welt (liegt in den besetzten Gebieten), Betlehem ist vor allem als Wiege des Christentums bekannt (auch in den besetzten Gebieten, nicht weit von Jericho), genauso Nazeret (nicht in den besetzten Gebieten, weiter Nördlich). Jerusalem - dort ist die Klagemauer, ein arabischer Markt, ein armenisches Viertel, die Grabeskirche, und viele Synagogen, das Israel-Museum mit vielen archäologischen Funden, aber auch den Rollen vom Toten Meer. Besonders interessant fand ich das "burnt Haus", ein Haus von Priestern aus der Zeit des 2. Tempels...

In Tel Aviv gibt es einen schönen Strand, Häuser aus der Bauhaus-Zeit und die Altstadt von Jaffo...


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Kommentar von Awngr
26.08.2016, 00:07

das diaspora-museum in Tel aviv ist auch sehr interessant... und auch die Universitàts-Bibliothek von Jerusalem (Givat Ram)

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Kommentar von Enzylexikon
26.08.2016, 22:49

lockerer Umgangston, jeder mischt sich überall an, alle schreien sich an, aber mögen sich doch ganz gerne... so eine gewisse raue
Herzlichkeit, an die man sich aber erst gewöhnen muss...

Tja, nicht umsonst gibt es ja das Sprichwort

"Zwei Juden - drei Meinungen" ;-)

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Vieles ist schwierig zu sagen. Israel ist ein Einwandererland. Es leben zwar in erster Linie Juden dort, doch gibt es im Judentum verschiedene Glaubensrichtungen. Außerdem kommen die Menschen in Israel aus den verschiedensten Ländern. Ein sehr großer Teil machen Juden aus den sowjetischen Ländern aus. 

Diese sprechen im privaten auch noch viel russisch (o.ä.) und haben aus ihren Heimatländern viel Kultur mitgebracht.

Typisch ist für Juden der Kleidungsstil der die Religion ausdrückt (hier gibt es Unterschiede, je nach Glaubensrichtung). Aber lange Kotletten bei Männern sowie Kopfbedeckungen (von Kappa, über Zylinder bis zur Pelzmütze) und lange Röcke bei Frauen und Kopftuch ist alles dabei. Außerdem tragen Juden eher schwarz oder andere dunkle Farben.

Das Essen ist koscher (google das bitte - es ist zu kompliziert) bei strenggläubigen. Bei nicht so strengen, wird einfach auf Schweinefleisch verzichtet. Sonst ähnlich wie bei uns. Ihre Kalorien erhalten sie hauptsächlich über Zucker, also ist vieles süßer als wir es kennen.

Russen essen viel Suppe. Der Straßensnack ist Falaffel, es gibt aber auch sehr leckere Pizza dort.

Der Tag beginnt mit dem Sonnenuntergang und Samstag ist quasi unser Sonntag. Das sollte man wissen, wenn man auf Busse wartet oder irgendwo rein möchte.

Jerusalem ist sehenswert allein wegen der religiösen Geschichte. Auf Jerusalem erheben 3 Religionen Anspruch und jede hat seine Monumente dort. Ansonsten kannst du in Israel den "Spuren Jesus" folgen. Natürlich gibt es dort auch Museen zum Holocaust wie Yad Vashem. 

Die Leute sind an sich recht locker, freizügig und tolerant. Nur keiner mag Palistinänser und die Armee hat einen hohen Stellenwert dort. In Israel herrscht allgemeine Wehrpflicht für Männer und Frauen und wer diesen Dienst verweigert, hat in dem Land massive Probleme (Jobsuche, Wohnungssuche...).

Auch ist es nicht unüblichen die Soldaten bewaffnet auf der Straße zu sehen. Diese laufen offen mit ihren Gewehren durch die Innenstadt und die Israelis finden das gut, weil sie sich so sicher fühlen.

Das mal zum ersten Eindruck. Gibt natürlich viel mehr zu berichten. Ich war 2 Wochen da mit einem Schüleraustausch. Kann sein, dass ich einige Namen falsch habe, da ich mich nur noch an die Aussprache erinner.

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Ein gutes,wenn auch bedrückendes Bild über das Leben in ständigem Konflikt der Israelis ist der Film "Beaufort",basiert auf echten Ereignissen,eine Gruppe israelischer Soldaten sitzt in exponierter Lage in einem Stützpunkt,Ehem.Kreuzfahrerfestung fest. Es ist kein Hollywood-Geballer-Heldenfilm,sondern geht auf die Schwierigkeiten ein.

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Also ich würde sagen, dass man auch Witze über die eigene Religion macht.

Der Umgangston ist gewöhnungsbedürftig , aber man mag sich.

Speziell israelisch ist aber, dass man Liebespärchen in Armeeuniform eng umschlungen sieht und von hinten bemerkt man dann, dass beide ein Sturmgewehr tragen.

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Für mich ist das Kibbuz-Konzept typisch Israel. Aber das ist bei jedem wohl anders.

Eine kurze Liste, woran ich denken muss, wenn ich an Israel bzw. Israelis denke:

- Kibbuze

- eine (für mich) ziemlich verständliche, rationale Herangehensweise an Religionsfragen ("Araber" im öffentlichen Dienst, Teilung des Tempelbergs, ... )

- eine starke Verbindung zum Holocaust (verständlich^^)

- einen äußerst effizienten Geheimdienst

- eine sehr starke, auf jüdische und christliche Wurzeln ausgelegte Altertumswissenschaft (Hebrew University, Förderung von archäologischen / historischen Forschungen)

- das Miteinander von orthodoxen Glaubenssystemen und "modernen" Ansichten, vgl. Kibbuz - Strand von Tel Aviv

Das ist nur meine Meinung, pls no haters! ;-)

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