Was ist eigentlich der Sinn und Zweck einer Kinderheirat in Indien?

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1 Antwort

Heiraten ist in Indien extrem wichtig, und ein sehr ernstes Business. Denn dabei geht es um die Zukunft, und außerdem um viel Geld und um die Bindung zwischen zwei Familien.

Der Druck lastet dabei auf den Frauen, denn die sollten möglichst „un­verbraucht“ in die Ehe gehen. Daher wird früh geheiratet, damit das Mäd­chen nicht etwa schon irgendwo herum­gemacht hat (dazu reicht es, wenn sie öfters mal mit Jungs gemein­sam einen Tee getrunken hat). Für „ge­brauch­te“ Frauen findet man wesent­lich schwerer einen Ehe­mann (kein Mann will mit einem anderen verglichen werden), bzw. muß den Mangel mit mehr Geld ausgleichen.

Deshalb fixiert man die Ehe gerne bereits im Kindesalter, dann wissen alle, woran sie sind, und der Mann kann die Frau mit dem Einsetzen der Pubertät noch „garantiert frisch“ abholen. Spart außerdem lästige Diskussionen, wenn man die Sache klärt, bevor die Tochter alt genug ist, selbst mit­zureden.

Diese Sitte ist heute in den Dörfern noch sehr weit verbreitet, in den Städten findet man sie mittler­weile seltener. Per­verser­weise gibt es in Indien Ge­setze, die Jugendlichen den Sex verbieten (wird vor allem gegen Liebes­beziehungen eingesetzt), und das Heirats­alter ist auf 21 (♂) bzw. 18 (♀) fest­gelegt. Aber im Dorf ist das alles wirkungslos, außer, wenn  jemand mit viel Ein­fluß oder Geld versucht, einen anderen in die Sauce zu tunken.

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