Was ist EASA part 66?

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Hallo, 

die EU-Verordnung 1321/2014 regelt in ihrem Anhang III (TEIL-66) die Qualifikation des technischen bzw. des freigabeberechtigten Personals, welches an Luftfahrzeugen arbeiten darf. 

Das ist analog der EU-VO 1178/2011, TEIL-FCL, welche die Ausbildung des fliegenden Personals regelt. Es sieht also so aus, dass ein zugelassener Ausbildungsbetrieb nach TEIL-147 Mechaniker und Elektroniker für Luftfahrtgeräte ausbildet, die dann von der jeweiligen nationalen Luftfahrtbehörde eine Berechtigung bekommen, Arbeiten am Luftfahrzeug gem. ihrer Qualifikation durchzuführen und / oder die von anderen Leuten durchgeführten Arbeiten zu bescheinigen. 

Je nach angestrebter Qualifikation sind bestimmte Arbeiten und zeitliche Erfahrungen erforderlich, die wiederum durch ein „Personal-Logbook“ nachgewiesen werden müssen. Alle Verordnungen ersetzen zum großen Teil oder auch völlig die bisherigen nationalen Vorschriften durch eine einheitliche EU-Vorgabe. 

Damit ist der Wissens- und Ausbildungsstand in ganz Europa auf einem bleichhohen Niveau. Die Qualifikationen sind in verschiedene Kategorien eingeordnet. Ganz einfach und plakativ kann man sagen, dass niemand eine komplexe, abgeschlossene Arbeit, z. B. an der Flugsteuerung, zur Freigabe des Flugzeugs unterschreiben darf, die er selbst durchgeführt hat. 

Dies darf nur jemand machen, der mit der Arbeit nicht beauftragt war und deshalb alle erforderlichen Bodenchecks neutral und objektiv durchführen und beurteilen kann. Erst dann wird das Flugzeug wieder für den Betrieb freigegeben. Die Ausführung einer Arbeit wird also von der Kontrolle und anschließenden Freigabe strikt getrennt. 

Das Ganz ist in der Realität natürlich ein wenig komplexer. TEIL-145 regelt die Zulassung von Wartungsbetrieben, TEIL-147 die Ausbildung des technischen Personals und TEIL-66 die Qualifikation und damit die Abschreibeberechtigungen. Vorteil der europaweiten Regelung ist, dass Du mit entsprechender Berechtigung/Qualifikation in jedem Land, das sich dieser Regel angeschlossen hat (und das sind neben den EU-Staaten auch viele andere Länder wie Norwegen, Island, die Schweiz etc.), arbeiten darfst. Damit tun sich atemberaubende Perspektiven auf. 

Welche Voraussetzungen für eine Ausbildung als Fluggerätemechaniker bzw. Fluggeräteelektriker nötig sind, kannst Du in der -66 lesen oder Dich bei einem Ausbildungsbetrieb informieren. Wie bei den Piloten auch muss man unterscheiden zwischen den gesetzlichen Anforderungen und denen, die eine Airline oder ein unabhängiger Wartungsbetrieb bezüglich des eigenen Unternehmens stellen. 

Das Gehalt richtet sich - wie fast immer - nach der Größe und dem Standort des Unternehmens und den lokalen staatlichen Abzügen, die ja von Land zu Land unterschiedlich sind - und natürlich nach der eingetragenen Qualifikation. Je komplexer die Arbeiten sind, die Du durchführen oder gar abschreiben darfst, desto höher ist das Gehalt. 

Erstmal schaust Du beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) vorbei: 

.lba.de/DE/Technik/TechnischesPersonal/TechnischesPersonal_node.html

Dort dann unter AUFGABEN - oder Du schaust gleich in die Euro-Lex-Datenbank. Hier gibt es die -66 als PDF: 

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/uri=CELEX:32014R1321&from=DE

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