Was ist die Motivation von leuten, die Studiengänge mit geringen berufschancen besuchen?

8 Antworten

  1. als ob sich der Großteil der Leute so genau mit den Aussichten ihres Studienfaches beschäftigt! Sicher nicht, da wird das erstbeste genommen was so einem in den Sinn kommt. Und wegen Beruf, da sind es ja noch etliche Jahre hin.
  2. Außerdem hat man die Chancen erst etwas konkreter wenn man sich nach erfolgreichem Studium auf Stellen bewirbt.
  3. Wenn man sich das ganze konkret durchdenken würde, würden nur wenige Studienfächer übrig bleiben, die direkt in einen "gut bezahlten" Job münden. Und die wären dann alle überlaufen. Dann würde ja studieren gehaltstechnisch wenig Sinn machen.
  4. Und dann wäre ja die Dauerpropaganda in Frage gesstellt, dass man mit Studium, egal welche, so viel besser da steht wie jemand mit Berufsausbildung.
  5. Daraus wäre die Folge das ja doch die meisten eine Ausbildung machen sollten und nicht studieren. Diese Schlussfolgerung ist aber weder von Politik, noch von Hochschulen, noch von Betrieben, noch von Eltern und auch nicht von den 50% Abiturienten eines Jahrganges zu begreifen.

Denn dann würde das ganze Kartenhaus aus Bildung = Aufstieg relativ schnell zusammen brechen. Es kann nicht sein was nicht sein darf. Wahrscheinlich müssen erst sehr viele Leute auf die Schnauze fallen, um das ganze Ausmaß zu begreifen.

Ich selbst habe technische Ausbildung und ein technisches Uni-Studium hinter mir. Daher erlaube ich mir diese Darstellung.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Eine Bekannte von mir hat Bratsche studiert - die Übernahmequoten liegen dort bei unter 20%. Sie meinte, wenn das nichts wird, macht sie halt eine Ausbildung/Lehre, aber sie wollte es zumindest mal versucht haben.

Ich habe auch schon mit Leuten aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich geredet, die meinten, es gibt zwar wenige Jobs, die speziell auf diesen Job zugeschnitten sind, aber schon einige, bei denen die Arbeitgeber einfach sehen wollen, dass der Bewerber prinzipiell in der Lage ist, ein Studium zu absolvieren. In die Materie an sich muss man sich eh einarbeiten, und wer studiert hat, habe genau das gelernt.

Was ist dann eig. der Grund, warum man sowas studiert? 

Weil es einen interessiert?

Weil man auf vermeintliche Sicherheit verzichtet, wenn sie mehr Einschränkung bedeutet als sie Vorteile bringt?

Weil unsere Welt verdammt traurig wäre, wenn immer nur alle aufs Geld schielen würden?

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

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