Was ist die marxistische Revolution?

4 Antworten

Kommunismus ist bekanntlich definiert als klassenlose, staatslose und geldlose Gesellschaft. Dabei meint Klasse eine soziale Gruppe, die über
ihre Beziehungen zu den Produktionsmitteln (Land, Fabriken,
Arbeitsplätze im Allgemeinen) eingeteilt werden. Somit wären in der
heutigen kapitalistischen Klasse zwei Hauptkontrahenten, zwei große
Klassen vorhanden (genau genommen ist es sehr viel komplexer, aber die
anderen Klassen sind eher von untergeordneter Bedeutung): Bourgeoisie
(Kapitalistenklasse, d.h. Eigentümer der Produktionsmittel) und
Proletariat (Arbeiterklasse, d.h. Lohnarbeiter [viele meinen auch, dass
jeder der kein Kapitalist sei, Teil der Arbeiterklasse ist]).

Karl Marx und Friedrich Engels entwickelten im 19.Jh. die Lehre des
Marxismus. Dieser Marxismus ist eine Methode, die Entwicklung von
Gesellschaften zu untersuchen und zu beeinflussen. D.h. "Wie
kollabierten die Sklavengesellschaften in Rom und Griechenland?", "Wie
konnte der Feudalismus überwunden werden?", "Wie hat sich der
Kapitalismus etabliert und wird er wieder verschwinden?" sind einige der
Frage, die der Marxismus untersucht.

Dabei kamen Marx und Engels zu dem Schluss, dass die Geschichte aller
bisherigen Gesellschaften die Geschichte von Klassenkämpfen sei (siehe
Kommunistisches Manifest, musst du aber nicht wirklich lesen, es ist
eher Polemik statt Theorie). Jeder bisherige Gesellschaft sei durch den
Gegensatz zweier oder mehr Klassen geprägt gewesen, z.B. Sklavenhalter
und Sklaven; Feudalherr und Leibeigener, usw. Durch den sich
entwickelnden Klassenkampf wird entweder die bisherige Ordnung
umgeworfen und die bisher unterdrückte Klasse wird als revolutionäre
Klasse die neue Ordnung dominieren (Bsp. Übergang vom Feudalismus zum
Kapitalismus); Oder im Klassenkampf gehen die großen Antagonisten
zusammen unter (Bsp. Sklavenhaltergesellschaft in Rom). Diese
Untersuchung der geschichtlichen Zusammenhänge für die Entwicklung der
Gesellschaften nennt man auch historischen Materialismus, hier ist eine
interessante Artikelserie dazu:

Nun haben sich Marx und Engels aber gefragt, wie die zukünftige
Entwicklung aussehen wird. Die beiden haben die Entwicklung der
Produktivkräfte als die Triebfeder der Geschichte gesehen. Das bedeutet
also, dass neue technische Entwicklungen die Produktivkräfte (die
Produktivität, das Potenzial der ausgebeuteten Klasse) stärken. Wird
diese Entwicklung der Produktivkräfte durch die momentane Gesellschaft
gebremst, dann geht der Klassenkampf in die heiße Phase über (siehe
vorherigen Abschnitt).

Im Kapitalismus sei die Entwicklung der Produktivkräfte (Das
Potenzial der Arbeiter) durch die Eigentumsverhältnisse behindert
(eigentlich wie auch schon in allen vorherigen Gesellschaften. Diesmal
wird es aber kritischer als bisher). Die
Eigentümer/Kapitalisten/Bourgeoisie müssen aufgrund von
Konkurrenzkämpfen auf dem Markt immer möglichst billige Waren auf den
Markt bringen, um ihre Konkurrenz zu unterbieten (wer kauft schon
freiwillig teuer?). Hier wird daher lieber jeder Arbeitsschritt von
Maschinen übernommen. Dies führt aufgrund von 2 Gründen zur Bremsung der
Produktivkräfte und zu mehr sozialer Ungleichheit: Tendenzieller Fall
der Profitrate und Arbeitslosigkeit. Tendenzieller Fall der Profitrate
ist relativ einfach zu erklären: Maschinen sind langfristig billiger als
Menschen und produzieren mehr als Menschen. Also können mehr Waren auf
den Markt gebracht werden, zu einem geringeren Preis. Theoretisch sollte
jetzt der Profit gleich bleiben (mehr Produkte, dafür jedes billiger
[also weniger Profit pro verkaufte Ware, aber mehr verkaufte Waren
insgesamt]), jedoch gibt es dafür keine Garantie (Marktübersättigung,
etc.). Darum *tendenzieller* Fall der Profitrate.

Die Konkurrenz muss natrülich nachziehen und auch auf Maschinen
setzen. Insgesamt wird also Arbeitslosigkeit verstärkt. Warum dies aber
die Entwicklung der Produktivkräfte aufhält? Weil diese Automation viel
schneller vorangehen könnte. Durch die massive Arbeitslosigkeit sinkt
die Kaufkraft der Gesellschaft, die Profitrate fällt weiter bis hin zu
Krisen die immer häufiger auftreten werden.

Marx sah die Lösung, wie immer in der Geschichte, in einer
Revolution. Die Arbeiterklasse sollte die politische Macht an sich
reißen und die Produktionsmittel unter die demokratische Kontrolle der
Arbeiter stellen. Solange diese Transformation im Gange sei, spricht man
von der Diktatur des Proletariats (welches damit eigentlich noch
demokratischer ist als die momentane Diktatur der Bourgeoisie, wo wir
nur einmal alle 4 Jahre beim Wahltag gleichberechtigt sind). Darauf
folgen würde der Sozialismus. Hier könnte die Wirtschaft demokratisch
gelenkt werden um die Bedürfnisse aller zu befriedigen. Privateigentum
an Produktionsmitteln wäre verboten. Außerdem könnten mehr und mehr
Maschinen eingesetzt werden, um die Arbeitszeiten der Menschen zu
verkürzen (bei gleichzeitiger sozialer Sicherheit, natürlich).

Sobald dann weltweit Sozialismus exitieren würde, würde auch der
Staat aufhören zu existieren (Staat war für Marx ein Instrument der
herrschenden Klasse, um die Ausbeutungsverhältnisse zu sichern. Du
kannst ja mal überlegen, ob das zutrifft - Wird das Privateigentum
geschützt? Wie wird es geschützt? usw.)

ich würde sagen eine umwälzung der regierung in richtung marxistischer verhältnisse mit dem ziel des kommunismus, regierung des proletariats, vernichten des kapitalismus bla bla bla

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