Was ist die eurokrise?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Staaten im Euro-Raum sind verschuldet. Diese Kredite laufen aber nicht ewig, sondern sie werden immer wieder erneuert. Das ist zunächst einmal kein Grund für eine Krise - solange die Banken ihnen immer wieder neue Kredite geben, um die alten zu refinanzieren. Wenn die Banken das nicht mehr tun, kann ein Staat seine Ausgaben nicht mehr leisten und ist bankrott. Diese Gefahr bestand/besteht für Griechenland. Wenn Griechenland bankrott geht, verlieren auch viele Unternehmen in anderen europäischen Ländern und auch die Staaten, eine Menge Geld. Auch dort könnten die Banken anfangen zu glauben, dass sie demnächst die Schulden nicht mehr zahlen können - und keine neuen Kredite mehr vergeben. Und so weiter...

DH!

0

Die Euro-Krise hat als wesentliche Ursache die Finanzkrise des vergangenen Jahres. Tatsache ist, dass viele Staaten der Welt total überschuldet sind. Dazu gehören auch die USA und Japan und natürlich die EU. Um den Geldwert wird in zunehmenden Maße spekuliert. Eigentlich sollte der Geldwert das Pendant zur Wirtschaftsleistung sein, aber das ist durch die Geldgier unterschiedlichster Kreise aus dem Gleichgewicht geraten. Zu diesem Gleichgewicht gehört auch, dass der Geld- und Kreditmarkt sich analog verhält. Wenn die Geldinstitute und die Ratingagenturen nun mangelnde Kreditwürdigkeit feststellen oder konstruieren, dann geraten die Betroffenen in Finanznot. Das heißt, sie werden iliquide = Konkurs oder pleite. Ob es wirklich so ist, ist aber nur eine Frage der Wertzumessung der Wirtschaftsleistung. Beispiel: Was ist ein Glas Wasser wert? In der Wüste ein Vermögen, aus der Leitung kaum einen Cent.

In der EU betrifft das Geld- und Wirtschaftsproblem eine Staatengruppe. Das besondere ist, dass Staaten immer auf beiden Seiten Einfluß haben oder haben sollten. Es spielen auch die internationalen Verflechtungen und die Machenschaften der Konzerne eine Rolle. Auf diese Weise bereichern sich einige während andere die großen Verlierer sind. Auch die Konkurrenzfähigkeit der in einem Staat produzierten Waren spielt eine wichtige Rolle.Diese ist manipulierbar. Es ist eine Art Monopolispiel, wo einige die großen Verlierer sind und die anderen die Gewinner. Das sind in der Regel die Leute, die für ihren Verdienst nicht mehr den lebensnotwendigen Anteil erhalten.Die größten Verluste entstehen, wenn Angespartes entwertet wird oder wenn Forderungen nicht bedient werden. Auch ein Staat ist auf Grund seiner politischen Struktur in der Lage, Verlagerungen von Geldwerten sowohl in eigenen Land als auch in der Gemeinschaft vorzunehmen. Diese Verlagerungen sind im EU-Raum Randbedingungen, die das Problem sichtbar gemacht haben. Die eigentliche Euro-Krise ist die Tiefe Verwerfung im kapitalistischen Wirtschaftssystem, gebunden an die politischen und privaten Interessen derer, die wesentlichen Einfluss haben.Grundsätzlich ist das richtig, was FataMorganga dazu gesagt hat, aber es ist nur ein Teilaspekt und ein Faktum ohne Ursachenforschung.

Klar. Aber die Finanzkrise und die Verschuldung... die Verschuldung gerade in Griechenland ist ja sehr viel älter. Und eigentlich müsstest Du jetzt noch erklären, woher die Finanzkrise gekommen ist... und irgendwann sind wir dann bei den Fuggern und den Anfängen des Bankwesens und der Globalisierung. Du zählst ja auch "nur" eine Reihe von Fakten (und - mit Verlaub gesagt und natürlich genau wie ich - Annahmen) auf. Mehr als Teilaspekte des Wirtschaftssystems sind hier in einer Antwort kaum möglich. Man könnte über sovieles reden (warum ist Griechenland überhaupt in die Eurozone aufgenommen worden? Wusste das damals keiner... oder wollte es keiner wissen? Was hat die Frage des Außenhandelsüberschusses mit der schwindenden Macht der Gewerkschaften (Lohnzurückhaltung) zu tun? Was hat die wiederum mit der allgemeinen Neigung zur Individualisierung und der Ablehnung staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen zu tun? Die Medien... die Bildung... ich hör hier jetzt auf...

0
@FataMorgana2010

Es ist erkennbar, dass Du Fachmann auf diesem Gebiet ist. Es war nicht meine Absicht, dass in Zweifel zu stellen.Du hast recht, wenn Du andeutest, dass sich damit ganze Generationen von Wirtschaftsexperten beschäftigt haben. Eines möchte ich noch hinzufügen: Im Grunde sind die Probleme alle auf die fasettenreichen Ideen von Menschen zurückzuführen, die nichts anderes im Sinn haben, sich auf Kosten anderer mit möglichst wenig eigener Leistung zu bereichern. Das kann eine Einzelperson sein, ebenso eine juristische Person oder sogar eine Institution öffentlichen Rechts. Damit haben wir das Grundproblem wohl weitgehends umschrieben. Noch kürzer gehts mit: Der Geiz ist eine Wurzel allen Übels.

0

Was möchtest Du wissen?