Was ist die Definition von Sucht?

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8 Antworten

Nach der Definition im ICD-10, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen wird, sollte die Diagnose Abhängigkeit nur gestellt werden, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres vorhanden waren:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren.
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Beginn, die Beendigung oder die Menge des Konsums.
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.
  4. Nachweis einer Toleranz, im Sinne von erhöhten Dosen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche durchniedrigere Dosen erreichte Wirkung hervorzurufen.
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Konsums sowie ein erhöhter Zeitaufwand, um zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Anhaltender Konsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen.

Au weh, ich versuch mal ganz vorsichtig, um niemand auf die Füsse zu treten, die Sache halbwegs durchschaubar zu machen.
Die Aussage hinsichtlich der WHO-Definition über die ICD 10, ist absolut korrekt, berücksichtigt aber die Unterschiede der Stoffe nicht. Wiilentliche Sucht gibt es überhaupt nicht. Das würde ja bedeuten, dass z. B. jemand hergeht und ganz bewusst sagt, ich nutze die Toleranzentwicklung von Alkohol und saufe solange, bis ich 3%o vertragen kann. Sucht ist immer eine emotionale Sache.
Gefährlich wird es aus meiner Sicht immer dann, wenn ich mit einer Substanz eine Veränderung bei mir herbeiführen will (Veränderung in Hinsicht auf Probleme, unangenehme Emotionen, Dinge die ich nüchtern nicht kann usw.). Ein weiteres, recht sicheres Merkmal ist, wenn ich immer mehr von der Substanz brauche, um mein Ziel zu erreichen, die sog. Toleranzentwicklung.

Ich weiss, jetzt krieg ich Haue, trotzdem: ich behaupte (und wurde in jahrelanger Arbeit mit Konsumenten aller möglichen psychotropen Substanzen, bisher auch nicht widerlegt), dass THC ein äusserst geringes, bis nicht vorhandenes Suchtpotential besitzt. Maximal ein leichtes Verlangen, wenn Du andere siehst, mit denen Du gekifft hast.
Ein wenig problematischer ist es, wenn Du alleine konsumierst. Das ist meistens ein Zeichen, dass Du THC zu Veränderungen s. o. bei Dir benutzt. In der Regel wird dann die Konsumfrequenz, ebenso wir die Konsummenge höher und es folgt sehr oft ein Umstieg auf eine potentere Substanz.

So wie Du Deinen Konsum beschreibst, fällst Du in die Kathegorie Gelegenheitskonsument.

Und wie immer: wenn Du irgendwann polizeilich auffällst, machst Du entweder keinen Führerschein ohne vorherige MPU oder er ist weg und Du bekommst ihn nicht ohne MPU wieder. Dann kannst Du Dir auch ganz schnell ein Leben ohne Cannabis vorstellen:-).

Gerichte kennen Gnade, Führerscheinstellen nicht.

Ich wünsche Dir alles Gute

harobo

Für mich ist die difinition von sucht wenn wir ein Bedürfnis haben etwas regelmäßig in einer bestimmten Menge zu tun und/oder du deinen Alltag um die eventuelle Ausübung deiner Sucht planst.

Wenn du also mal keine Zeit hast Stoff zu kaufen und du es halt vergisst bist du nicht süchtig. Zwingst du dich trotz Stress noch zum Dealer deines Vertrauens obwohl du keinen Bock hast ist es difinitiv sucht. Sogar stark da du ein Hindernis überwindest um an Drogen zu kommen. 

Hallo lompin14

Das ist ja schon allerlei was du hier schreibst.

Nun zu deiner Frage: Wenn es dir schwer fällt in einer Runde in der dieses Marihuana geraucht wird Nein zum Joint zu sagen und du innerlich einen starken drang verspürst es den anderen gleich zu tun, dann kann man durchaus von einem Suchverhalten sprechen. 

Sucht muss nicht unbedingt ein ständiges verlangen nach etwas sein. Meist zeigt sich die Sucht in dem Moment in dem man es vor sich sieht und somit ein direkter Reiz entsteht. Wem es dann schwer fällt Nein zu sagen, der ist süchtig. 

Diese Antwort bezieht sich auf meine eigenen Erfahrugen mit Suchtmitteln

freundliche Grüsse deine Wortliste

That420Guy 19.07.2017, 07:29

Hallo Wortliste,

Ich will nicht beleidigend wirken, aber du bist bei der Definition von Sucht kläglich gescheitert.

Angenommen deine Definition würde die Realität widerspiegeln, dann gäbe es auf der ganzen Welt keine einzige Person, die willentlich süchtig ist. Denn wie ich aus deinen Worten entnehmen darf, vertrittst du die Ansicht, dass ein Suchtverhalten nur bei "direkten Reizen" entsteht. Um dieses zu vermeiden müsste man sich lediglich von diesen Substanzen distanzieren (sie nicht mehr sehen) und das Problem wäre gelöst.

Siehe da, das Problem ist nicht gelöst. Noch immer gibt es Millionen Süchtige! Für ausführlichere Informationen zum Thema Sucht, verweise ich dich gerne auf die ICD-10.

Das Phänomen, das du ansatzweise versuchst zu definieren ist der Gruppenzwang.

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Für mich ist sucht wenn du für jetzt in diesem fall für cannabis agressiv wirst weil du zb in einer klink bist

Sobald du (dir selbst) sagst, "ich könnte jederzeit aufhören, wenn ich nur will - ich will aber gerade nicht" - und du es nie tust.

Hier ist wie immer die gesunde "Mitte" das Richtige. Man kann von allem "süchtig" werden. Es gibt z.B. Spiel-Kauf oder Sexsucht diese haben nun absolut nichts mit irgendwelchen einzunehmenden Substanzen zu tun.

Wenn du das mit dem Cannabis im Griff hast sehe ich kein Problem. Andere rauchen und saufen sich am Wochenende auf dem Campingplatz die Birne dicht, wo ist der Unterschied?

Grüße

ich könnte mir aber niemals vorstellen nie wieder Cannabis zu Rauchen.

Genau das ist Sucht

lompin14 19.07.2017, 00:07

Man könnte sich doch aber genauso wenig vorstellen nie wieder z.B. ein Eis zu essen. 

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BrainsRevenge 19.07.2017, 19:59

Das reicht (glücklicherweise) nicht aus, um von einer Sucht zu sprechen. Dazu gehören mehrere Faktoren - siehe Antwort von Maxxismo.

Den zitierten Satz könnte man m.M.n als eine Beschreibung für eine Leidenschaft bezeichnen.

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